Als der Handel am späten Freitagmorgen begann, wurden die Zahlen noch größer. Die Aktien eröffneten bei 150 Dollar, ein sofortiger Gewinn von 11,1 Prozent, und schlossen den ersten Tag bei 160,95 Dollar, ein Anstieg von rund 19 Prozent . Bei diesem Schlusskurs überstieg die Marktkapitalisierung von SpaceX 2,1 Billionen Dollar und erreichte im Tagesverlauf kurzzeitig Höchststände von über 2,25 Billionen Dollar . Am ersten Tag wechselten über 510 Millionen Aktien den Besitzer, was einem Handelsvolumen von rund 84 Milliarden Dollar entsprach .
Einigen Berichten zufolge schloss die Aktie mit einem Plus von 19,22 Prozent, ein Kurssprung, der SpaceX fest unter die sechs größten US-Unternehmen nach Marktkapitalisierung einreihte . Wie ein Bericht feststellte, verlief das Debüt „reibungsloser, als viele Analysten erwartet hatten“ .
Elon Musk ging bereits als reichster Mensch der Welt in den Tag des Börsengangs – Forbes schätzte sein Nettovermögen kurz vor Handelsbeginn auf rund 980 Milliarden Dollar . Er beendete ihn als erstes Individuum der Geschichte mit einem 13-stelligen Vermögen.
Die Rechnung war einfach. Musk besaß nach dem Börsengang rund 38 Prozent von SpaceX, wobei dieser Anteil beim Ausgabepreis mit etwa 688 Milliarden Dollar bewertet wurde . Kombiniert mit seinen Tesla-Aktien und Optionen im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar reichte der Kursanstieg der SpaceX-Aktie von 19 Prozent am ersten Tag locker aus, um sein auf dem Papier stehendes Nettovermögen über die Billionen-Dollar-Schwelle zu treiben . Forbes bezifferte sein Vermögen schließlich auf rund 1,1 Billionen Dollar .
Es ist eine entscheidende Unterscheidung, die in fast allen Berichten betont wurde: Dies sei „Papierreichtum, kein Bargeld“ . Musks Vermögen hängt überwiegend von den Aktienkursen von SpaceX und Tesla ab, sein Status als Billionär sei daher „weitgehend theoretisch“ und könnte mit den Märkten steigen oder fallen . Dennoch notierte Bloomberg, sein Vermögen sei nun „etwa doppelt so viel wert wie das von Jeff Bezos“ .
Innerhalb weniger Stunden, nachdem die SpaceX-Aktien auf den Markt kamen, nutzten progressive Politiker den Meilenstein als ultimativen Beweis für systemische Ungleichheit und die Notwendigkeit einer Steuerreform.
Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin, Massachusetts) lieferte den viralsten Soundbite. In einem Post auf X erklärte sie: „Ein typischer amerikanischer Haushalt müsste mehr als 11 MILLIONEN Jahre arbeiten, um Elon Musks Vermögen zu erreichen. Wir brauchen eine Vermögenssteuer“ . Sie bezeichnete den Moment als „Weckruf“ .
Senator Bernie Sanders (Unabhängiger, Vermont) konzentrierte sich auf ein anderes Ziel: die Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherung. Er argumentierte, ein Billionär wie Musk „zahlt genauso viel in die Sozialversicherung ein wie jemand, der 184.500 Dollar verdient“, und drängte auf ein Gesetz zur Abschaffung dieser Grenze .
Weitere prominente Persönlichkeiten stimmten in den Chor ein. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom (Demokrat, Kalifornien) kritisierte ein „manipuliertes“ Wirtschaftssystem, während die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez und der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani ebenfalls ihre Forderungen nach höheren Steuern für Superreiche erneuerten . Die schnelle Reaktion lieferte progressiven Gesetzgebern ein treffendes, greifbares Argument für ihr langjähriges Bestreben, Vermögen stärker zu besteuern.
Erwähnenswert ist auch, dass Senatorin Warren bereits vor dem Börsengang versucht hatte, diesen zu bremsen. In den Tagen vor dem Debüt forderte sie die US-Börsenaufsicht SEC öffentlich auf, die Notierung zu verschieben, bis mehr Anlegerschutzmaßnahmen vorhanden seien, und verwies dabei insbesondere auf „passive Anleger“, deren Rentengelder automatisch in Indexfonds fließen würden, die die Aktie kaufen müssten .
Der rekordverdächtige Börsengang war nicht nur ein Geldregen für Musk; er bescherte frühen Unterstützern riesige Buchgewinne, zog neue prominente Investoren an und bot Kleinanlegern über große Fonds ein Stück des Unternehmens.
Eine der auffälligsten Schlagzeilen nach dem Debüt kam aus Australien. Die Bergbaumagnatin Gina Rinehart sicherte sich über ihr privates Unternehmen Hancock Prospecting eine Beteiligung an SpaceX im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar . Hancock bestätigte, bei dem Börsengang Aktien zugeteilt bekommen zu haben und bekundete Ambitionen, mit SpaceX bei „Möglichkeiten im Bereich kritischer Mineralien“ zusammenzuarbeiten – die größte Investition, die das Unternehmen jemals außerhalb des Eisenerzsektors getätigt hat . Rinehart selbst nannte es „eine bedeutende Investition“ .
Kleinanleger hatten bereits vor dem Börsengang eine Hintertür zu SpaceX – dank zweier prominenter Fondsmanager. Cathie Woods Ark Venture Fund, der rund 862 Millionen Dollar verwaltet, hielt SpaceX als größte Einzelposition, die etwa 11 Prozent des Fondsvermögens ausmachte . Auch Ron Barons Baron Partners Fund, ein Fonds mit 10,4 Milliarden Dollar, wies eine bedeutende SpaceX-Position auf, wobei Baron persönlich angab, dass fast 25 Prozent seiner eigenen Investitionen in dem Unternehmen gebunden seien .
Am Tag des Börsengangs meldete ARK Invest einen bedeutenden Zukauf: 3,29 Millionen SpaceX-Aktien wurden über vier ETFs für insgesamt 444 Millionen Dollar erworben . Die Beteiligung war nicht auf Fonds beschränkt; der Ex-YouTuber und Boxer Jake Paul gab bekannt, 70.000 Aktien zum Ausgabepreis erworben zu haben . Auf institutioneller Seite deuteten Berichte darauf hin, dass BlackRock mindestens 5 Milliarden Dollar an IPO-Aktien anstrebte und auch Staatsfonds aus Saudi-Arabien und Kuwait große Orders aufgaben, auch wenn die genauen Zuteilungen aus den Berichten nicht klar hervorgehen .
Eine der größten offenen Fragen im Vorfeld des Börsengangs betraf die Corporate Governance. Die ursprüngliche Frage des Nutzers warf Bedenken hinsichtlich einer möglichen Super-Stimmrechtskontrolle von Elon Musk und einer dualen Aktienklassenstruktur auf, die die Stimmkraft öffentlicher Aktionäre einschränken würde. Während dies vor dem Debüt unter Governance-Experten eine breit diskutierte Sorge war, enthalten die bereitgestellten Quellen weder Vollmachtserklärungen, Briefe institutioneller Investoren noch detaillierte Berichte, die genau bestätigen, welche Governance-Struktur letztlich angenommen wurde. Infolgedessen bleiben die Einzelheiten zu Musks Stimmrechtskontrolle zum Zeitpunkt des Börsengangs auf Basis der verfügbaren Quellenliste unbelegt. Es handelt sich um ein entscheidendes Detail, das die Rechenschaftspflicht von SpaceX als börsennotiertes Unternehmen prägen wird und das zukünftige Offenlegungen klären müssen.