Die Einreisebeschränkungen treffen nicht nur Iran. Der somalische Unparteiische Omar Artan, 34 Jahre alt und zum ersten somalischen WM-Schiedsrichter der Geschichte bestimmt, wurde bei seiner Ankunft am Miami International Airport von US-Zollbehörden abgewiesen – und das trotz gültigem Visum und Diplomatenpass. Die Begründung der Grenzschutzbehörde blieb vage: Es habe "Sicherheitsbedenken" gegeben .
Die FIFA sah sich gezwungen, Artan komplett aus dem Turnier zu nehmen . In Somalia wurde er daraufhin wie ein Held empfangen . Der Vorgang zeigt, wie weit die geopolitischen Verwerfungen in den Sport hineinreichen und wie intransparent die Entscheidungen der Behörden bleiben.
Iran hat die Visa-Verweigerungen als "rachsüchtiges Verhalten" und "diskriminierende Behandlung" verurteilt. Die iranische Botschaft in der Türkei schrieb auf der Plattform X, die USA würden öffentlich die Erteilung von Spielervisa verkünden, aber bewusst verschweigen, dass einem "großen Teil" des Funktionsstabs die Einreise verweigert worden sei .
Der US-Gesandte Tom Barrack hatte zuvor erklärt, alle notwendigen Einreisen seien gewährt worden, was Teheran scharf zurückwies . Diese diplomatische Eskalation ist eingebettet in den ohnehin extrem angespannten Konflikt zwischen beiden Ländern – inklusive gegenseitiger Sanktionen, Militärschlägen der USA gegen mit Iran verbündete Ziele und Reiseverboten .
Die amerikanische Seite hält dagegen: Andrew Giuliani, Leiter der White House Task Force für die Weltmeisterschaft, verteidigte die Entscheidungen öffentlich und berief sich auf Sicherheitsinteressen und Überprüfungsverfahren .
Nur wenige Tage vor Turnierbeginn behauptete der iranische Fußballverband (FFIRI), die komplette Ticketzuweisung für Irans drei Gruppenspiele in den USA sei zurückgezogen worden . Betroffen sind die Partien:
Tausende Fans, die längst Reisen gebucht hatten, stehen nun ohne Eintrittskarten da. Der FFIRI nannte die Entscheidung einen Versuch, "die Präsenz iranischer Fans zu sabotieren" . Die FIFA erklärte, man arbeite daran, "die Möglichkeiten für iranische Fans, Spiele zu besuchen, zu maximieren" .
Die Spieler selbst haben ihre Visa erhalten und trainieren in Mexiko für den WM-Auftakt . Doch das politische Tauziehen hinter den Kulissen hat den sportlichen Wettkampf längst überlagert. Elf gesperrte Betreuer, gestrichene Tickets und ein Fall wie der des somalischen Schiedsrichters Artan machen deutlich: Die Weltmeisterschaft 2026 ist auch ein geopolitischer Brennpunkt – und für Iran eine Reise durch ein diplomatisches Minenfeld.