Die Aussicht auf einen Deal ist daher ein entscheidender Hebel für Trump. Allein die optimistischen Signale über eine mögliche Waffenruhe ließen den Ölpreis um rund 20 Prozent von seinen Höchstständen im Jahr 2026 fallen . Mit Blick auf die anstehenden Kongresswahlen steht Trump enorm unter Druck, eine Lösung zu präsentieren
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Der vorläufige Deal, über den berichtet wird, ist ein klassischer Trump-Kompromiss: eine 60-tägige Verlängerung der Waffenruhe, die Räumung von Minen und Öffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen, die Erlaubnis für den Iran, wieder Öl zu verkaufen, im Austausch für eine schrittweise Lockerung der Sanktionen. Zum großen Ärger Israels ist das umstrittene iranische Atomprogramm ausdrücklich von dieser Phase der Verhandlungen ausgenommen . Zudem setzt das US-Repräsentantenhaus Trump mit einer symbolischen Kriegsvollmachten-Resolution (215-208) unter Druck, den militärischen Konflikt, den er mitbegonnen hat, diplomatisch zu beenden
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Netanjahus Position ist das exakte Gegenteil. Sein Büro bestätigte, dass Israel "keine Vertragspartei" der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran sei, betonte aber, Trump habe zugesichert, dass ein endgültiger Deal harte Bedingungen enthalten werde . Für Netanjahu geht es um alles oder nichts. Seine Forderungen gleichen einer vollständigen Kapitulation des Irans: die Entfernung allen angereicherten Materials, die komplette Demontage der Anreicherungsanlagen, strikte Begrenzung der ballistischen Raketen und das Ende der Unterstützung für regionale Stellvertreter-Milizen wie die Hisbollah
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Netanjahu äußerte wiederholt seine tiefe Skepsis, ob ein Abkommen ohne diese Bedingungen überhaupt möglich sei . Sein politisches Überleben in Israel hängt davon ab, keinerlei Schwäche zu zeigen. Jeder weitere Luftschlag ist auch ein Signal an seine Wähler, dass er die Sicherheit Israels nicht an Washington delegiert
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Der verbale Tiefschlag folgte am 7. Juni. Trump erklärte gegenüber der Financial Times unmissverständlich, Netanjahu habe "keine Wahl", als das von den USA ausgehandelte Abkommen zu akzeptieren . Es war der Versuch, einen Verbündeten öffentlich in die Schranken zu weisen. Nachdem der Iran am selben Tag als Vergeltung für einen israelischen Angriff in Beirut Raketen auf Israel abfeuerte, bat Trump Netanjahu persönlich, nicht zurückzuschlagen, um die Friedensverhandlungen nicht zu gefährden
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Netanjahu ignorierte die Bitte. Am 8. Juni bombardierte Israel erneut Ziele im Iran – eine direkte Brüskierung des US-Präsidenten . Trump konterte Tage später in einem Interview mit Axios mit einer kaum verhüllten Drohung: "Ich sagte: 'Bibi, sei besser vorsichtig, oder du stehst schon sehr bald ganz allein da.'"
Es ist eine bemerkenswerte Talfahrt für eine Partnerschaft, die einst dazu führte, dass Trump das Atomabkommen von 2015 mit dem Iran auf Netanjahus Drängen hin aufkündigte
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Der Riss verläuft nicht nur in der Rhetorik, sondern auch auf dem Schlachtfeld. Immer wieder griff Israel Ziele an, die Washington ausdrücklich verschonen wollte. Am 7. März bombardierte die israelische Luftwaffe 30 iranische Treibstoffdepots. Das Ausmaß der Zerstörung ging weit über das hinaus, was die USA erwartet hatten. Amerikanische Regierungsbeamte übermittelten daraufhin ihre Verstimmung und rieten Israel, ähnliche Angriffe künftig ohne vorherige Genehmigung aus Washington zu unterlassen . Trump selbst dementierte später, vom israelischen Angriff auf das South-Pars-Gasfeld und die Asaluyeh-Raffinerie am 18. März vorab gewusst zu haben – ein Angriff, der Berichten zufolge mit den USA koordiniert worden war
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Der Kreislauf der Gewalt dreht sich unerbittlich weiter: Iranische Raketen auf Israel, israelische Bomben auf Beirut, Angriffe von Teheran auf Öltanker in der Straße von Hormus . Die USA sitzen dabei zwischen den Stühlen: Sie verhandeln mit einem Land, das ihr engster Verbündeter weiterhin bombardiert, oft gegen den expliziten Willen Washingtons.
Der Konflikt zwischen Trump und Netanjahu ist mehr als ein taktischer Streit. Es ist ein Zusammenprall zweier unvereinbarer Strategien. Trump sieht in einem Abkommen die Rettung für seine innenpolitische Position und die Stabilität der Weltwirtschaft. Netanjahu betrachtet jede Vereinbarung, die dem Iran auch nur die Fähigkeit zur nuklearen Aufrüstung belässt, als existenzielle Bedrohung – eine, die notfalls mit unilateraler Militärgewalt beseitigt werden muss. Die entscheidende Frage für Krieg und Frieden in der gesamten Region lautet momentan nicht, was verhandelt wird, sondern wer am Ende wirklich den Ton angibt.
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