Goldmans globaler Ausblick für 2026 beschreibt ein Umfeld, das von „strategischer Neuausrichtung und dem Streben nach Größe“ definiert wird. Als Hauptzutaten für einen weiteren starken M&A-Zyklus nennt die Bank gewaltiges öffentliches und privates Kapital, den Makrotrend der Künstlichen Intelligenz und ein konstruktives regulatorisches Umfeld .
Die Erholung ist in den Daten klar ablesbar. Laut S&P Global Market Intelligence brach das Volumen von Bankenfusionen in Europa im Jahr 2023 während einer globalen Dealmaking-Flaute um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein . Die Erholung 2024 war dann umso deutlicher. Das Transaktionsvolumen schnellte um etwa 34 Prozent in die Höhe. Mit 91 grenzüberschreitenden Deals wurde der höchste Stand seit fünf Jahren erreicht, und die Dealwerte stiegen um rund 20 Prozent
. Goldman Sachs selbst berichtete, dass die europäische M&A-Aktivität nach dem verhaltenen Jahr 2023 „stark zugenommen“ habe
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Die Dynamik beschleunigte sich danach dramatisch: Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 erreichten europäische Bankendeals ein Rekordvolumen von 27 Milliarden US-Dollar . Und der Höhenflug hält an. Die Ratingagentur Scope Ratings stellt fest, dass der Trend von Regulierung, fallenden Zinsen und dem unerbittlichen Wettbewerbsdruck nach mehr Größe getrieben wird
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Kein Deal verdeutlicht den Konsolidierungsdruck besser als das Wettbieten um die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS), die älteste noch existierende Bank der Welt. Am Sonntag, dem 7. Juni 2026, unterbreitete die italienische Banco BPM dem MPS-Verwaltungsrat einen Vorschlag für einen Zusammenschluss unter Gleichen . Nur einen Tag später legte Italiens größtes Geldhaus, Intesa Sanpaolo, ein konkurrierendes, unaufgefordertes Übernahmeangebot in Höhe von 30,6 Milliarden Euro vor – zahlbar in bar und in eigenen Aktien
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Die Konditionen sind konkret: Für je 10 MPS-Aktien bietet Intesa 1,6 neu ausgegebene eigene Aktien plus 1,00 Euro in bar, was einem Preis von 10,09 Euro pro MPS-Aktie entspricht – ein Aufschlag von 12,5 Prozent auf den vorherigen Schlusskurs . Bei einem Erfolg würde die fusionierte Bank zur nach Marktwert zweitgrößten der Eurozone aufsteigen, mit einer Kapitalisierung von 126 Milliarden Euro
. Intesa würde damit an der französischen BNP Paribas vorbeiziehen und den Abstand zur spanischen Santander verringern
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Dieses Firmendrama spielt sich vor einem radikal neu gestalteten regulatorischen Hintergrund ab. Der Zeitplan ist nuanciert: Ein wichtiger Meilenstein im Januar 2026 war ein Stakeholder-Workshop der Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission (DG COMP), um Beiträge für eine umfassende Überarbeitung der Fusionskontrollrichtlinien zu sammeln .
Noch konkreter wurde es kurz darauf: Die überarbeitete Eigenkapitalrichtlinie (CRD VI) trat am 11. Februar 2026 in Kraft. Dieses Gesetzeswerk legt einheitliche Aufsichtsstandards in allen Mitgliedstaaten für Bankenfusionen und -spaltungen fest und schafft damit ein einheitliches Regelwerk, das direkt darauf abzielt, Reibungsverluste bei grenzüberschreitenden Transaktionen zu verringern .
Die tiefgreifendste Änderung kam jedoch am 30. April 2026, als die Europäische Kommission den Entwurf für ihre erste umfassende Überarbeitung der Fusionsrichtlinien seit mehr als 20 Jahren veröffentlichte und damit die Rahmenwerke von 2004 und 2008 zusammenführte . Der neue Entwurf wertet Effizienzargumente explizit auf. Unternehmen können nun glaubwürdiger darlegen, dass eine Fusion der Gesamtwirtschaft nützt, selbst wenn sie den Wettbewerb in einem spezifischen Markt einschränkt. Zudem werden die Parameter der Wettbewerbsanalyse erstmals um Faktoren wie Innovation, Nachhaltigkeit und Resilienz (Versorgungssicherheit) erweitert
. Eine öffentliche Konsultation läuft noch bis zum 26. Juni 2026 und markiert den Beginn einer neuen Ära für europäische Deals
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Dieser mehrgleisige regulatorische Wandel schafft genau dann ein berechenbareres und offeneres Umfeld, wenn die europäischen Banken am stärksten nach transformativer Größe streben. Goldmans interne Weichenstellung – die Verdopplung des Teams für Finanzinstitutionen in Paris und die Spitzenposition in den globalen M&A-Liga-Tabellen mit beratenen Deals im Wert von 1,48 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 – spiegelt die Überzeugung wider, dass dies eine Generationenchance ist und kein flüchtiger Moment .