JPMorgan Asset Management und Pictet Asset Management vertreten vor der EZB Sitzung am 11. JPMorgan AM rechnet mit einer einmaligen Zinserhöhung („one and done“), Pictet und Carmignac plädieren sogar für eine vollständige Zinspause.

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What contrarian view are JPMorgan Asset Management and Pictet Asset Management taking ahead of the ECB's expected June 2026 rate hike — the. Article summary: JPMorgan Asset Management and Pictet Asset Management are taking a starkly contrarian stance ahead of the ECB's June 11 meeting: JPMorgan AM expects any June hike to be "one and done," with no follow-up tightening, while. Topic tags: general, general web, user generated, government. Reference image context from search candidates: Reference image 1: visual subject "JP Morgan sees ECB rate hikes in June and September 2026 amid energy price rise. JP Morgan forecasts the European Central Bank will raise rates by 25 basis points in both June and" source context "JP Morgan sees ECB rate hikes in June and September 2026 amid energy price rise" Reference image 2: visual
Während die Finanzmärkte fest mit einer bevorstehenden Zinswende rechnen, schlagen zwei Schwergewichte unter den Vermögensverwaltern Alarm: JPMorgan Asset Management und Pictet Asset Management wetten gegen den Konsens. Ihre These: Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den Leitzins auf ihrer Sitzung am 11. Juni entweder nur ein einziges Mal anheben oder sogar ganz stillhalten. Eine kühne Prognose, die quer zum Markt steht, der bis zum Jahresende mit Zinsschritten von insgesamt 75 Basispunkten rechnet.
JPMorgan Asset Management: „One and Done“
Die Strategen um Zara Nokes, Global Market Analyst bei JPMorgan AM, argumentieren, dass die EZB den Leitzins im Juni zwar als symbolische „Versicherung“ erhöhen könnte – um zu signalisieren, dass sie die Inflation im Blick hat. Wegen des schwachen Wirtschaftswachstums im Euroraum werde es danach aber keine weiteren Schritte geben. Die Konjunktur lasse schlicht keine Straffungsserie zu .
Pictet Asset Management: Lieber ganz pausieren
Noch deutlicher wird Luca Paolini, Chefstratege bei Pictet: „Der Markt erwartet drei Zinsschritte – sie werden wahrscheinlich einen machen, nur um zu zeigen: ‚Wir schauen auf die Inflationsdaten‘. Die europäische Wirtschaft kommt nicht in Schwung.“ Sowohl Pictet als auch der französische Vermögensverwalter Carmignac halten eine vollständige Zinspause für gut begründbar – eine Haltung, die auch der Vermögensverwalter State Street teilt, der von einer Erhöhung im Juni „dringend abrät“.
Die Contrarians stützen ihre Skepsis auf mehrere wirtschaftliche Pfeiler:
1. Das Wachstum trägt keine Zinserhöhungen
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone dümpelt vor sich hin. Die EZB selbst prognostiziert für 2026 lediglich ein Wachstum von 0,9 % . Ohne eine robuste Binnenkonjunktur fehlt der nachfragegetriebene Inflationsdruck. Die aktuelle Teuerung ist daher weniger ein Fall für die Geldpolitik, sondern ein temporärer Kostenschock.
2. Inflation ist ein Energieproblem, kein Nachfrageproblem
Die Inflationsrate sprang im April auf 3,0 % und erreichte damit den höchsten Stand seit 2023 . Verantwortlich ist jedoch fast ausschließlich der Ölpreis, der im Zuge des Iran-Konflikts auf Vierjahreshochs geklettert ist und Industrieprodukte verteuert
. Energiepreise stiegen allein im April um 10,9 % zum Vorjahr.
„Den stress an den Energiemärkten als gegeben anzunehmen, wäre falsch. Die Straße von Hormus ist ein politischer Engpass, kein dauerhafter Angebotsbruch“, heißt es sinngemäß in einer Analyse von JPMorgan AM.
3. Die Geschichte als Warnung
Die EZB hat bereits zweimal in der jüngeren Vergangenheit die Zinsen mitten in einer labilen Konjunktur erhöht – 2008 vor der Finanzkrise und 2011 vor der Euro-Schuldenkrise. Beide Male erwiesen sich die Preisschübe als kurzlebig, und die Zentralbank musste ihre Fehler bald korrigieren. Diese historischen Fehltritte untermauern die Sorge vor einem erneuten „vorzeitigen Straffungsfehler“.
Der Krieg im Nahen Osten ist der dominierende geopolitische Faktor. Er hat Ölpreise in die Höhe schießen lassen und Lieferketten unterbrochen – ein stagflationärer Impuls: höhere Preise bei gleichzeitig sinkender Wirtschaftszuversicht. Die Contrarians setzen darauf, dass dieser Preisdruck nachlässt, sobald sich die politische Lage beruhigt. Sollte es zu einer Waffenruhe kommen, würde die Dringlichkeit für Zinserhöhungen schlagartig sinken.
Der 11. Juni wird zeigen, ob die EZB dem Druck des Marktes nachgibt oder die Argumente der konjunkturellen Vernunft stärker gewichtet. Für Anleger birgt die Wette von JPMorgan AM und Pictet jedenfalls ein erhebliches Überraschungspotenzial.
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JPMorgan Asset Management und Pictet Asset Management vertreten vor der EZB Sitzung am 11.
JPMorgan Asset Management und Pictet Asset Management vertreten vor der EZB Sitzung am 11. JPMorgan AM rechnet mit einer einmaligen Zinserhöhung („one and done“), Pictet und Carmignac plädieren sogar für eine vollständige Zinspause.
Die Kernargumente: Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist zu schwach für eine Zinsserie, und die Inflation ist ein temporärer, energiegetriebener Angebotsschock.