Der verbleibende Teil des deutschen NATO-Vorschlags müsste über neue bilaterale Zusagen der Mitgliedstaaten gedeckt werden. Eine feste Aufteilung steht aber noch nicht fest . Was bereits existiert: Deutschland hat der Ukraine nach eigenen Angaben (Stand Februar 2026) rund 55,5 Milliarden Euro an militärischer und etwa 41 Milliarden Euro an ziviler Unterstützung zugesagt oder bereitgestellt – und ist damit der mit Abstand größte Einzelunterstützer
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Diese Überlagerung verschiedener Finanzierungsströme – EU-Kredite, nationale Haushaltsmittel und nun eine NATO-weite Rahmenzusage – sorgt bereits für Verwirrung. NATO-Generalsekretär Mark Rutte etwa hatte Anfang 2026 separat zugesichert, die Verbündeten würden der Ukraine allein in diesem Jahr Militärhilfen im Wert von 60 Milliarden US-Dollar zukommen lassen – zusätzlich zum EU-Darlehen . Wie sich diese Summe zum neuen 70-Milliarden-Plan verhält, ist offen.
Ein konkretes Element des Vorschlags ist der geplante Ausbau der Prioritised Ukraine Requirements List (PURL). Dieses NATO-System ist bereits einsatzfähig: Der Oberste Alliierte Befehlshaber in Europa (SACEUR) definiert darin, welche Ausrüstung und Munition aus US-Produktion die Ukraine dringend braucht; die Verbündeten finanzieren dann diese Pakete . Deutschland allein steuerte im August 2025 rund 500 Millionen US-Dollar zu einem PURL-Paket bei und legte im November desselben Jahres weitere 150 Millionen Euro nach
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Der Berliner Vorschlag sieht vor, die Reichweite von PURL zu vergrößern und ein formelles Verfahren einzuführen, mit dem die Höhe der Beiträge unter den Verbündeten berechnet, nachverfolgt und gemeldet wird . Ziel ist aus Sicht der Diplomaten eine „gerechtere Lastenverteilung“, die es schwerer machen soll, große Summen zu versprechen und später nur einen Bruchteil zu liefern.
Der Vorschlag wurde im Mai 2026 innerhalb der NATO verteilt und wird derzeit unter den Verbündeten diskutiert . Einen verabschiedeten Text gibt es nicht. Ein NATO-Sprecher erklärte lediglich, es laufe „ein fortlaufender Austausch darüber, wie wir die starke Unterstützung der NATO für die Ukraine fortsetzen können“
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Das bedeutet auch: Die genannten 70 Milliarden Euro können sich im Verhandlungsverlauf noch deutlich ändern. In der Vergangenheit wurden ähnliche Zusagen während der Abstimmungen nach unten korrigiert oder mit bereits laufenden Programmen verrechnet – so geschehen bei den 40 Milliarden Euro, die man beim Washington-Gipfel 2024 als jährliche Mindesthilfe vereinbart hatte .
Der deutsche Alleingang fällt in eine Phase tiefgreifender Umbrüche.
Die USA haben ihre Ukraine-Hilfe faktisch eingestellt. Unter der Trump-Regierung gab es kaum noch neue Militärhilfe-Zuweisungen. Gegenüber 2024 brach der US-Beitrag 2025 um rund 99 Prozent ein . Noch fließen zwar Mittel aus bereits im Kongress bewilligten Biden-Programmen, doch ab Ende 2027 werden diese Ströme nach Einschätzung des Center for Strategic and International Studies (CSIS) drastisch abnehmen
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Europa springt ein – aber nicht genug. Nach Daten des Kieler Ukraine Support Trackers stiegen die europäischen Militärhilfen 2025 um 67 Prozent; den Kern bildeten Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Dänemark und die Niederlande . Deutschland allein wies 2025 militärische Hilfen von 9 Milliarden Euro aus (plus 130 Prozent gegenüber dem Schnitt der Vorjahre) und sagte im März und April 2026 nochmals 4,2 Milliarden Euro zu – vor allem für Luftabwehr und Drohnen
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Doch laut CSIS müsste Europa seine jährliche Unterstützung auf rund 82 Milliarden Euro nahezu verdoppeln, um das Niveau der früheren US-Hilfen zu erreichen . Und die Schwankungen sind groß: Nach einem Rekord-Halbjahr brachen neue europäische Militärhilfen in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf nur 4,2 Milliarden Euro ein – zu wenig, um den US-Ausfall auch nur annähernd zu kompensieren
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Die ukrainische NATO-Botschafterin Alyona Getmanchuk formulierte gegenüber Medien die vier nicht verhandelbaren Prioritäten für jede künftige Finanzierung :
Getmanchuk warnte die Verbündeten zugleich davor, mögliche Friedensverhandlungen als Vorwand zu nehmen, die Unterstützung zu drosseln: "Im Gegenteil – wir erwarten Ankündigungen über eine Beschleunigung und Erhöhung der Hilfe" .
Die 70 Milliarden Euro aus Berlin bleiben vorerst ein Eröffnungsgebot. Ob die Schlusszahl hält – und wie viel davon wirklich neues Geld ist – wird sich zeigen, wenn die 32 Bündnisstaaten im Juli in Ankara zusammenkommen.
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