Diese Zahlen, die von der „FIFA 2026 Task Force“ des Weißen Hauses bis zu FIFA-Präsident Gianni Infantino auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zitiert wurden, sind beeindruckend . Die Studie geht zudem von 6,5 Millionen Stadionbesuchern in den drei Gastgeberländern aus, die insgesamt 13,9 Milliarden Dollar an Besucherausgaben tätigen, wovon 11,1 Milliarden auf die USA entfallen
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Doch es gibt eine auffällige Diskrepanz zwischen diesen offiziellen Prognosen und der Einschätzung unabhängiger Wirtschaftsforscher. Diese sind sich weitgehend einig, dass die WM zwar ein riesiges kulturelles Ereignis ist, ihr relativer ökonomischer Einfluss jedoch – insbesondere für große und entwickelte Volkswirtschaften – marginal bleibt.
Natixis lieferte im Mai 2026 eine der ernüchterndsten Analysen. Demnach wird der BIP-Effekt für die USA auf etwa 0,05 Prozentpunkte geschätzt – auf nationaler Ebene ein „kaum wahrnehmbarer“ Wert. Für Mexiko prognostiziert Natixis einen relativ stärkeren, aber immer noch bescheidenen Impuls von 0,1 bis 0,2 Prozent. Europa hingegen wird dem Bericht zufolge wahrscheinlich keinerlei signifikante wirtschaftliche Auswirkungen spüren .
S&P Global kam im Juni 2026 zu einem ähnlichen Schluss: Das Turnier werde zwar für einen lokalen Aktivitätsschub sorgen, jedoch werde man „wahrscheinlich keine messbaren Effekte in den nationalen oder regionalen Daten“ für die USA und Kanada finden können. Die elf US-Gastgeber-Metropolregionen machen gemeinsam mehr als 30 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus, sodass ein vorübergehendes Plus im Tourismus oder Gastgewerbe kaum von normalen statistischen Schwankungen zu unterscheiden ist .
Oxford Economics bewertete die Zuwächse in den US-Gastgeberstädten als „marginal und kurzlebig“ und auf das Gastgewerbe beschränkt. Da kaum neue Infrastruktur für das Turnier gebaut wurde, werde die WM-bedingte touristische Aktivität größtenteils reguläre Reisen verdrängen, anstatt wirklich neue Nachfrage zu schaffen .
Saxo Bank charakterisierte den Nutzen als „stark konzentriert und temporär“ – lokal, branchenspezifisch und auf die Dauer des Events begrenzt. Dieses Muster sei von früheren Großsportveranstaltungen bekannt .
Wie Euronews bündig zusammenfasste, entspricht ein BIP-Schub von 17 Milliarden Dollar in der über 20 Billionen Dollar schweren US-Wirtschaft weniger als 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, was das Turnier gesamtwirtschaftlich zu einem „marginalen Wachstumstreiber“ macht .
Während die Auswirkungen auf die Gastgebernationen relativ bescheiden sind, sind die wirtschaftlichen Wellen anderswo stärker zu spüren. Im Vereinigten Königreich etwa, wo die Anstoßzeiten aus Nordamerika in den späten Abend fallen und die Fans in Pubs und Wohnzimmer locken, wird ein regelrechter Konsumboom vorhergesagt.
Eine Studie von VoucherCodes.co.uk, erstellt mit Daten von GlobalData, prognostiziert für die 39 Turniertage einen Anstieg der brütschen Verbraucherausgaben um den Rekordwert von 3,8 Milliarden Pfund . Davon entfallen allein auf den Einzelhandel mit Lebensmitteln und Getränken fast 2 Milliarden Pfund, während für das Gastgewerbe Mehreinnahmen von 898 Millionen Pfund erwartet werden
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Im Zentrum der Prognose steht das Bier: Britische Fans werden voraussichtlich 58,5 Millionen Pints Bier und Cider während des Turniers konsumieren . Der britische Brauerei- und Pubverband British Beer and Pub Association geht separat von 55 Millionen zusätzlichen Pints aus und schätzt, dass ein Finaleinzug Englands der Pub-Branche zusätzliche 275 Millionen Pfund einbringen würde
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Um den späten Anstoßzeiten aus Nordamerika Rechnung zu tragen, hat die britische Regierung die Verordnung „The Licensing Act 2003 (FIFA World Cup Licensing Hours) Order 2026“ erlassen, die für England und Wales gilt .
Die für Europa ungewöhnlichen, späten Spielzeiten erzeugen klare sektorale Verschiebungen.
Klare Gewinner:
Mutmaßliche Verlierer:
Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ist eine Studie über Dimensionen. Ihr von der FIFA bezifferter globaler BIP-Fußabdruck von 40,9 Milliarden Dollar und die Prognose von 824.000 Jobs wirken auf dem Papier gewaltig. Für eine über 20 Billionen Dollar große US-Wirtschaft ist der Effekt aber wohl nur ein Rundungsfehler – ein temporäres, lokales Phänomen, das kaum vom Grundrauschen der alltäglichen Wirtschaftstätigkeit zu unterscheiden ist. Die unabhängigen Einschätzungen reichen von „kaum wahrnehmbar“ (Natixis) über „marginal und kurzlebig“ (Oxford Economics) bis zu „in nationalen Daten nicht messbar“ (S&P Global). Die WM ist ein kolossaler kultureller und kommerzieller Moment, aber kein gesamtwirtschaftliches Wunder.
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