Trotz seiner vernichtenden Gesamtbilanz ist Krüger kein völliger Blockchain-Pessimist. Er zieht eine klare Trennlinie zwischen dem, was er als „gescheitertes Krypto“ betrachtet, und vier spezifischen Anwendungsbereichen, die er langfristig für tragfähig hält :
Krugers düstere Diagnose fällt in eine Zeit, in der die Zahlen eine klare Sprache sprechen. Das Kursfeuerwerk von Bitcoin scheint endgültig vorbei. Nachdem die Kryptowährung im Oktober 2025 noch ein Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar erreicht hatte , dümpelt sie im Juni 2026 nur noch bei 65.000 bis 67.000 Dollar herum. Das entspricht einem Wertverlust von fast 50 Prozent vom Höchststand
. Die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen ist auf 2,35 Billionen Dollar geschrumpft, und rund ein Viertel aller Bitcoin-Anleger sitzt auf unrealisierten Verlusten
.
Besonders pikant ist die Entwicklung für Krüger selbst, der lange Zeit felsenfest davon überzeugt war, dass Bitcoin eine überlegene Form der Wertaufbewahrung sei und Gold dauerhaft hinter sich lassen werde . Im Juli 2025 sah es kurzzeitig danach aus, als Bitcoin mit einem Jahresplus von 29 Prozent knapp vor Gold (27 Prozent) lag
. Doch das Blatt wendete sich dramatisch. Bis November 2025 hatte Gold mit einem beeindruckenden Anstieg von 55 Prozent die Nase vorn, während Bitcoin ins Minus rutschte und unter 93.000 Dollar fiel
. Die gescheiterte Gold-Outperformance-These verleiht Krugers eigenem Verdikt über die „gescheiterte Anlageklasse“ zusätzliches Gewicht.
Auch die erzwungenen Bitcoin-Verkäufe des von Michael Saylor geführten Unternehmens Strategy (ehemals MicroStrategy) nennt Krüger als Teil des strukturellen Abwärtsdrucks . In einer früheren Analyse vom Februar 2026 hatte er bereits 15 strukturelle Gründe für den Bitcoin-Absturz aufgelistet, darunter die Auflösung von Unternehmensbeständen und eine generelle Liquiditätsdürre
.
Der Makroanalyst, der bereits den Markteinbruch nach Donald Trumps „Liberation Day“-Zollankündigung präzise vorhergesagt hatte , bleibt seiner pessimistischen Grundhaltung treu. Seine Worte sind eine nüchterne Warnung, dass die breite Masse der Krypto-Projekte den Praxistest nicht bestanden hat. Gleichzeitig zeigen seine vier Ausnahmen, dass er die zugrundeliegende Blockchain-Technologie nicht vollständig abschreibt. Für Anleger lautet die Botschaft: Differenzieren ist das Gebot der Stunde.
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