Die Marktdaten stützen die These. TrendForce prognostiziert, dass die Durchdringungsrate der Flüssigkühlung in KI-Rechenzentren von 14 Prozent im Jahr 2024 auf 33 Prozent im Jahr 2025 steigen wird. Goldman Sachs erwartet, dass bis 2026 bereits 76 Prozent aller KI-Server flüssiggekühlt werden . Für ein Unternehmen, dessen Aktie nur zwei Monate vor dem Kurssprung ein 16-Jahres-Tief erreicht hatte, hat die KI-Wende eine kräftige Neubewertung gebracht
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Fords Vorstoß in die KI-Infrastruktur ist unter den Traditionsautobauern der strukturell ambitionierteste. Im Mai 2026 gründete der Konzern Ford Energy, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die sich auf netzgekoppelte Batterie-Energiespeichersysteme (ESS) konzentriert. Geleitet wird die Sparte von Lisa Drake, einer Schlüsselfigur aus Fords E-Auto-Programm; das Unternehmen hat zwei Milliarden Dollar Kapital zugesagt .
Ford Energy will in den USA montierte Speichersysteme an Energieversorger, Rechenzentren und große Industriekunden verkaufen und herstellen. Das Nahziel sind 20 Gigawattstunden (GWh) jährliche Produktionskapazität, erste Kundenbelieferungen werden für Ende 2027 erwartet . Die Strategie nutzt direkt Batteriekapazitäten, die Ford für Elektroautos aufgebaut hatte, welche aber nicht in den geplanten Stückzahlen verkauft wurden
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Die erste Bestätigung von Marktbeobachtern kam von Morgan Stanley. Analyst Andrew Percoco schätzte den Wert von Ford Energy im Basisszenario auf etwa 10 Milliarden Dollar – gestützt auf rund 588 Millionen Dollar EBIT bei 20 GWh Kapazität und einem Multiple von 17,5 . Das optimistischere Szenario reichte sogar bis zu 31 Milliarden Dollar
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Kurz darauf unterschrieb Ford Energy einen konkreten Vertrag: eine fünfjährige Rahmenvereinbarung mit EDF Power Solutions North America über die Lieferung von bis zu 20 GWh Batteriespeichersystemen, mit jährlichen Auslieferungen ab 2028 . Fords Aktie erreichte daraufhin ein 52-Wochen-Hoch
. Analysten verwiesen auch auf Fords Partnerschaft mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL als strategischen Vorteil für die Energiespeicher-Sparte
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BorgWarner, ein US-Zulieferer aus Michigan, vor allem bekannt für Turbolader und Antriebsstränge, wählte einen anderen Weg in den KI-Boom. Im Februar 2026 unterzeichnete das Unternehmen einen Rahmenliefervertrag mit TurboCell, einer Tochter des Rechenzentrums-Infrastrukturentwicklers Endeavour .
Das Produkt ist ein hochmodulares Turbinengeneratorsystem, das als Primär- oder Notstromquelle für KI-getriebene Rechenzentren und Microgrid-Anwendungen dienen soll . Es kann mit Erdgas, Propan, Diesel oder Wasserstoff betrieben werden und basiert laut BorgWarner auf mehr als drei Jahren Entwicklung, die auf die eigene Expertise in Turboaufladung, Thermomanagement und Leistungselektronik zurückgreift
. Die Produktion soll 2027 im Werk in Hendersonville, North Carolina, beginnen, mit einer anfänglichen Installationskapazität von zwei Gigawatt
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Der Deal kommt zur rechten Zeit. Da die Einführung von Elektroautos in Nordamerika ins Stocken gerät, steht BorgWarner in seinem Kerngeschäft unter Druck; das Rechenzentrums-Geschäft ist daher ein willkommener Wachstumsimpuls . Einem von der Bank of America zitierten Marktbericht zufolge soll der Markt für KI-Chips bis 2027 auf rund 200 Milliarden Dollar anwachsen – und KI-Chips benötigen drei- bis viermal mehr Strom als herkömmliche CPUs
. Genau in diese Stromlücke stoßen BorgWarners Turbinengeneratoren.
Aptivs Neuaufstellung ist eher struktureller als produktbezogener Natur. Im Januar 2025 kündigte der Konzern an, seinen Geschäftsbereich Electrical Distribution Systems (EDS) als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen abzuspalten, das später den Namen Versigent erhielt . Der Spin-off wurde am 1. April 2026 vollzogen, Versigent notiert an der New Yorker Börse unter dem Kürzel VGNT
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Aptiv bezeichnete die Trennung als Teil der „fortgesetzten Transformation des Portfolios”, die es dem verbleibenden Unternehmen erlaube, sich auf margenstärkere Technologien wie Software, Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und Robotik zu konzentrieren . Aus analytischer Sicht wird der Schritt als strategische Schärfung bewertet: Durch das Ausgliedern der margenschwächeren Bordnetz-Sparte richtet sich Aptiv stärker auf Zukunftstrends der Mobilität und Automatisierung aus
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Es ist jedoch wichtig zu betonen: Die Quellen belegen die Versigent-Abspaltung und deren elektrische Architekturkompetenz, aber sie enthalten keinen direkt belegten Lieferauftrag oder Produkt-Launch für KI-Rechenzentren, wie dies bei Valeo, Ford und BorgWarner der Fall ist . Die Abspaltung positioniert sowohl die verbleibende Aptiv-Einheit als auch Versigent als Zulieferer komplexer elektrischer Architekturen, die auch Rechenzentren benötigen; der direkte Beleg für ein KI-Infrastrukturgeschäft ist aber weniger eindeutig als bei den anderen drei genannten Unternehmen.
Was diese vier Firmen verbindet, ist eine gemeinsame These: Jahrzehnte an Erfahrung in Fahrzeugelektrifizierung, Temperaturmanagement, Leistungselektronik und Großserienfertigung lassen sich auf die Energie- und Kühlprobleme übertragen, vor denen KI-Rechenzentren heute in gewaltigem Maßstab stehen.
Die zugrundeliegende Nachfrage ist keine Spekulation. Ein Research-Bericht der Bank of America prognostiziert, dass Rechenzentren (gemessen an der elektrischen Kapazität) zwischen 2018 und 2023 um jährlich 18 Prozent gewachsen sind – und dass die KI-Einführung dieses Wachstumstempo künftig weiter beschleunigen wird . Strom und Kühlung sind genau die Engpass-Faktoren, die darüber entscheiden, wie schnell die KI-Infrastruktur skaliert werden kann. Und die Zuliefererbasis der Autoindustrie ist wie kaum eine andere dafür gerüstet, diese Probleme zu lösen.
Für Investoren und Branchenbeobachter lautet die Botschaft: Der KI-Ausbau reicht längst über Chiphersteller und Cloud-Anbieter hinaus. Zur nächsten Gewinner-Welle gehören Unternehmen, die man bis vor Kurzem nur mit Turboladern, E-Autos und Bremsbelägen in Verbindung brachte.
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