ChangeVue
Während WorkVue das technisch Mögliche auslotet, nimmt ChangeVue die „weichen“ Faktoren in den Blick: Wie aufgeschlossen ist die Belegschaft für neue Arbeitsweisen? Gibt es kulturelle Barrieren, Widerstände im mittleren Management oder Qualifikationslücken, die eine erfolgreiche Einführung blockieren könnten? Diese Adoptionsbereitschaft zu messen, ist nach WTWs Überzeugung genauso wichtig wie die reine Automatisierungsanalyse – denn die eleganteste Technologie nützt wenig, wenn die Organisation sie ablehnt .
WTW hat im Zuge der Entwicklung eine eigene Auswertung über die 900 O*NET-Berufe hinweg vorgenommen. Die Ergebnisse lesen sich wie eine differenzierte Landkarte der Betroffenheit :
Die Spannweite ist bewusst weit gehalten, weil ein „Frontline-Job“ vom Lagerarbeiter bis zur Pflegekraft reichen kann und ein „Professional“ vom Architekten bis zum Juristen. Die Kernbotschaft lautet: Pauschale Urteile über die Ersetzbarkeit ganzer Berufsgruppen greifen zu kurz. Entscheidend ist die Aufgabenstruktur – je repetitiver und regelbasierter die Tätigkeiten, desto größer das Automatisierungspotenzial .
Die Zahlen von WTW fügen sich nahtlos in die globalen Prognosen ein, die das Weltwirtschaftsforum (WEF) regelmäßig im „Future of Jobs Report“ veröffentlicht. Die Ausgabe 2025 zeichnet ein Bild tiefgreifender Umwälzungen :
Diese globalen Zahlen sind wichtig, um die WTW-Analysen richtig einzuordnen: Es geht nicht um eine schlichte Vernichtung von Arbeitsplätzen, sondern um eine massive Verschiebung von Tätigkeitsprofilen. Ein Unternehmen, das heute noch stark auf repetitive Administration setzt, wird in fünf Jahren vermutlich mehr Datenanalysten und weniger Sachbearbeiter beschäftigen – vorausgesetzt, es gelingt, die Belegschaft auf diesem Weg mitzunehmen.
Aus der Zusammenschau von WTWs granularen Daten und den makroökonomischen Projektionen des WEF lassen sich vier Handlungsfelder ableiten :
Aufgaben statt Berufe betrachten
Die WTW-Analysen belegen, dass ein und derselbe Beruf zu 20 oder zu 70 Prozent automatisierbar sein kann – je nach konkreter Ausgestaltung. Unternehmen sollten daher wegkommen von der Diskussion über „gefährdete Berufe“ und hin zu einer Aufgaben-inventur jeder einzelnen Stelle.
Qualifizierung radikal priorisieren
Wenn fast 40 % der Kernkompetenzen im Umbruch sind, wird Weiterbildung vom Nice-to-have zum Überlebensfaktor. Das gilt nicht nur für IT-Fachkräfte, sondern auch für die Beschäftigten in Produktion und Verwaltung.
Die kulturelle Dimension ernst nehmen
Dass WTW ein eigenes Tool nur für die Messung der Veränderungsbereitschaft entwickelt hat, sollte zu denken geben. Wer ChangeVue ignoriert, riskiert, dass teure KI-Investitionen an innerbetrieblichen Widerständen scheitern .
Die Chancen der neuen Rollen aktiv angehen
Die 170 Millionen neuen Jobs, von denen das WEF spricht, entstehen nicht von allein in den Unternehmen. Sie setzen voraus, dass Führungskräfte heute anfangen, die Arbeitsorganisation neu zu denken – und zwar auf der Basis belastbarer Daten, wie sie WTW und vergleichbare Anbieter nun liefern .
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