Die Finanzminister legten in ihrem gemeinsamen Positionspapier mehrere Leitplanken für die Reform fest:
Die Position der E6-Minister fällt in eine breitere Debatte, wer künftig große, international tätige Finanzakteure beaufsichtigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in einem Blogbeitrag Ende März ein zweistufiges Aufsichtsmodell skizziert: Während nationale Behörden die Mehrheit der Unternehmen kontrollieren, soll die ESMA direkt für die großen, grenzüberschreitenden Kapitalmarktakteure zuständig sein. Das Modell würde nach Einschätzung der EZB auch für Krypto-Dienstleister gelten, die nach der neuen EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) zugelassen sind und typischerweise grenzübergreifend arbeiten . Die E6-Minister selbst erwähnten Krypto-Dienstleister in ihrem veröffentlichten Kompromiss nicht explizit; ihre Stoßrichtung einer gestärkten EU-Aufsicht ist jedoch mit dem EZB-Modell vereinbar
.
Mit der E6-Einigung ist ein politischer Türöffner gelungen, doch noch steht die formelle Gesetzgebung bevor:
Zusammen mit weiteren Kommissionsvorschlägen vom Februar 2026, die unter anderem grenzüberschreitende Börsenzugänge und den Vertrieb von Investmentfonds erleichtern sollen, könnte die EU ihrer lange blockierten Kapitalmarktunion einen großen Schritt näher kommen .
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