Ein Team unter der Leitung von Amena Faruqi (University of Warwick) hat in Zusammenarbeit mit Forschern des MIT und der McMaster University eine neuartige Methode entwickelt, um die Massen junger, noch in ihre Geburtsscheiben eingebetteter Planeten zu schätzen. Das in The Astrophysical Journal veröffentlichte Verfahren nutzt Messgrößen von Staubringen, die mit Radioteleskopen wie ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) beobachtbar sind – konkret die Breite eines Rings, die Position seines hellsten Punktes und seine gesamte Staubmasse
.
Die Technik im Detail
Die Forscher verwendeten zweidimensionale hydrodynamische Simulationen, um die Wechselwirkung zwischen einem entstehenden Planeten und seiner protoplanetaren Scheibe zu modellieren. Sie entdeckten, dass Breite, Helligkeitsspitze und Staubmasse des vom Planeten erzeugten Rings eng mit dessen Masse korrelieren
. Im Zentrum der Methode steht eine einfache, aber robuste mathematische Beziehung: Der Ort, an dem der Ring am hellsten leuchtet, steht in einem festen linearen Verhältnis zum sogenannten Hill-Radius des verursachenden Planeten. Dieser Hill-Radius beschreibt die Zone, in der die Schwerkraft des Planeten die des Zentralsterns dominiert
.
Besonders praktikabel: Diese Beziehung ist unabhängig von der Beobachtungswellenlänge oder der Größe der Staubkörner. Astronomen können die Formel daher direkt auf bereits archivierte ALMA-Bilder anwenden, ohne die genauen Bedingungen in der Scheibe im Detail kennen zu müssen
.
Der Praxistest: Validierung an PDS 70
Comments
0 comments