Das von GSK und Ionis Pharmaceuticals entwickelte Bepirovirsen (GSK3228836) greift das Problem auf eine völlig neue Weise an: Es ist ein sogenanntes Antisense-Oligonukleotid, das die virale mRNA und prägenomische RNA direkt angreift und so die Produktion von Virus-DNA und Oberflächenantigen (HBsAg) unterdrückt – eine dreifache Wirkweise .
Die beiden zulassungsrelevanten Phase-3-Studien B-Well 1 und B-Well 2 mit über 1.800 Patienten aus 29 Ländern haben ihren primären Endpunkt erreicht . Die gepoolten Daten zeigten:
"Funktionelle Heilung" ist ein streng definierter Endpunkt: Sie bedeutet, dass 24 Wochen nach Ende der Behandlung kein Hepatitis-B-Virus-DNA und kein Oberflächenantigen (HBsAg) mehr im Blut nachweisbar sind – ein Zustand, der ohne laufende Medikation anhält .
Das Sicherheitsprofil von Bepirovirsen war akzeptabel und beherrschbar und entsprach den Erkenntnissen aus früheren Studienphasen .
Dieses Sicherheitsprofil ist entscheidend, denn im Gegensatz zu den bisherigen täglichen Tabletten wird Bepirovirsen einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt – und das über einen klar definierten Zeitraum von nur 24 Wochen.
| Behörde | Aktion | Datum |
|---|---|---|
| US FDA | Annahme zur Priority Review (vorrangige Prüfung) und Erteilung des Breakthrough-Therapy-Status | 28. April 2026 |
| China NMPA | Annahme des New Drug Application (NDA) zur Prüfung | 30. März 2026 |
Die FDA hat als voraussichtlichen Zieltermin für die Entscheidung den 26. Oktober 2026 festgelegt (sogenanntes PDUFA-Datum) . Für den chinesischen Markt gilt Bepirovirsen als besonders relevant, da China eine hohe Prävalenz chronischer Hepatitis-B-Infektionen aufweist. Die NMPA hatte dem Medikament bereits im August 2021 den Breakthrough-Therapy-Status für China erteilt .
GSK hat angekündigt, weitere globale Zulassungsanträge im Laufe des Jahres 2026 einzureichen .
Die Ergebnisse sind potenziell praxisverändernd: