In Indien existiert kein spezielles Gesetz, das Deepfakes definiert oder unter Strafe stellt. Der Delhi High Court springt mit einstweiligen Verfügungen ein: Innerhalb von 72 Stunden müssen Plattformen Inhalte löschen.

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What gaps in Indian law have been exposed by the wave of AI-generated deepfakes and fake endorsements targeting celebrities like cricket leg. Article summary: The judiciary is **filling the legislative vacuum through interim orders and expansive readings of existing law**, but these are temporary, case-by-case fixes. Courts have been clear that a comprehensive statute — defini. Topic tags: general, education, general web. Reference image context from search candidates: Reference image 1: visual subject "HomeIndia NewsDelhi High Court asks Google, Meta, X to act on Sunil Gavaskar’s fake content, photo misuse requests. # Delhi High Court asks Google, Meta, X to act on Sunil Gavaskar" source context "Delhi HC asks Google, Meta, X to act on Sunil Gavaskar’s fake content, photo misuse requests - CNBC TV18" Reference image
Als kürzlich eine Welle von KI-generierten Deepfakes über die indischen Social-Media-Plattformen schwappte – mit gefälschten Werbeauftritten von Cricket-Legende Sunil Gavaskar und einer ganzen Reihe von Bollywood-Stars –, bedrohte das nicht nur die Kontostände der Prominenten. Es legte ein klaffendes Loch im indischen Recht offen: Es gibt kein Gesetz, das die Erstellung und Verbreitung von Deepfakes explizit definiert, verbietet oder unter Strafe stellt . In diesem Vakuum ist nun der Delhi High Court in die Bresche gesprungen und strickt mit einer Flut von Eilverfügungen ein neues, von Richtern geschaffenes System von Persönlichkeitsrechten
.
Das bestehende rechtliche Gerüst, verteilt auf den Information Technology Act aus dem Jahr 2000, das Bharatiya Nyaya Sanhita von 2023 und das Digital Personal Data Protection Act, wurde nicht für die Ära der generativen KI entwickelt . Mehrere kritische Lücken lassen sich nicht mehr ignorieren.
Erstens gibt es kein gesetzlich verankertes Persönlichkeitsrecht. Anders als in Rechtsordnungen mit definierten Bildrechten mussten sich indische Stars bisher auf Klagen wegen Irreführung (Passing-off) nach dem Markenrecht oder auf unerlaubte Handlungen stützen – ein unzulängliches Mittel gegen KI-Manipulationen. Gerichte haben erst in letzter Zeit begonnen, diesen Schutz im Grundrecht auf Würde nach Artikel 21 der Verfassung zu verankern .
Zweitens sind die Cybercrime-Paragrafen des IT Act strukturell unzulänglich. Die Paragrafen 66C (Identitätsdiebstahl) und 66D (Vortäuschung einer falschen Identität) setzen einen Vorsatz voraus. Wenn anonyme Akteure ausgeklügelte Deepfake-Modelle von Servern im Ausland aus steuern, wird der Nachweis einer kriminellen Absicht bei einer Einzelperson praktisch unmöglich. Rechtsexperten sprechen von einer „fatalen Vollzugslücke“ .
Drittens bleibt die Verantwortlichkeit der Plattformen schwammig. Die Information Technology (Intermediary Guidelines and Digital Media Ethics Code) Rules von 2021 verpflichteten Plattformen ursprünglich nicht, KI-generierte Medien proaktiv zu erkennen oder zu kennzeichnen. Im Oktober 2025 vorgeschlagene Änderungen führen zwar den Begriff der „Synthetically Generated Information“ ein und knüpfen die Haftungsfreistellung (Safe-Harbour) der Plattformen an die Erfüllung von Erkennungs- und Kennzeichnungspflichten. Kritiker monieren jedoch, dass diese Regeln zwar auf dem Papier stark wirken, in der Praxis aber kaum durchsetzbar sind .
Statt auf ein umfassendes Deepfake-Gesetz aus dem Parlament zu warten, ist der Delhi High Court zur bevorzugten Anlaufstelle für Prominente geworden, die dringend Hilfe suchen. Das Vorgehen folgt einem konsequenten Muster: schnell einstweilige Verfügungen ohne Anhörung der Gegenseite erlassen, Plattformen zur Löschung innerhalb von 72 Stunden anweisen und Vermittler anweisen, Gerichtsbeschlüsse als formelle Beschwerden nach den IT-Regeln zu behandeln .
Im Dezember 2025 erwirkte Sunil Gavaskar einen Beschluss, der ihn zum ersten indischen Sportler mit gerichtlich verfügtem Schutz seiner Persönlichkeitsrechte machte. Die Verfügung verbietet jedermann, seinen Namen, sein Bild, seine Stimme oder sein Konterfei ohne ausdrückliche Genehmigung für kommerzielle Zwecke zu nutzen – inklusive KI-generierter Inhalte und Deepfakes . Das Gericht wies ferner große Plattformen wie X, Facebook und Instagram an, seine Beschwerde als formelle Eingabe nach Regel 3(2) der IT-Regeln zu behandeln und die Angelegenheit innerhalb von sieben Tagen zu klären – ein weitaus schnelleres Tempo als bei üblichen Löschverfahren
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Die Familie Bachchan erzielte einige der weitreichendsten frühen Beschlüsse. Im September 2025 erging eine einstweilige Verfügung im Fall von Aishwarya Rai Bachchan, die ausdrücklich die Nutzung ihres Namens, ihrer Stimme, ihres Bildes „mittels künstlicher Intelligenz oder Deepfake-Technologien“ untersagt. Rechtsverletzende Inhalte mussten innerhalb von 72 Stunden gelöscht und die Identitäten der Betreiber innerhalb von sieben Tagen offengelegt werden . Amitabh und Abhishek Bachchan erlangten ähnlich umfassenden Schutz, wobei die Richter ihre Beschlüsse durchgängig mit der verfassungsmäßigen Würde begründeten und nicht etwa mit klassischem geistigen Eigentum
.
Anfang 2026 hatte sich das anfängliche Tröpfeln zu einer Welle von Verfahren entwickelt. Im Februar zog das Gericht im Fall von Vivek Oberoi eine deutliche Linie und gewährte umfassende einstweilige Verfügungen gegen Fake-Profile, manipulierte Inhalte und Deepfakes . Im März 2026 reichte der ehemalige Cricketspieler und Parlamentsabgeordnete Gautam Gambhir eine Zivilklage ein, mit der er umfassenden Schutz seiner Persönlichkeitsrechte sowie 2,5 Crore Rupien (etwa 280.000 Euro) Schadenersatz gegen KI-generierte Deepfakes und nicht genehmigte kommerzielle Ausbeutung forderte
. Im Mai erließ Richter Tushar Rao Gedela eine einstweilige Verfügung im Fall von Arjun Kapoor, die sich speziell gegen KI-generierte Deepfake-Videos richtete – teilweise mit sexuell explizitem Inhalt – und verpflichtete Google und Meta, die betreffenden Inhalte zu löschen und die Nutzerdaten offenzulegen
.
Die aktuelle Situation ist langfristig nicht tragbar. Die Justiz füllt ein gesetzgeberisches Vakuum durch einzelfallbezogene einstweilige Verfügungen. Dies sind provisorische Lösungen, die voraussetzen, dass die Prominenten über die Mittel für einen Rechtsstreit verfügen. Es gibt keine gesetzliche Definition eines Deepfakes, kein festgeschriebenes Persönlichkeitsrecht und keinen klaren Weg, um anonyme Ersteller, die grenzüberschreitend agieren, strafrechtlich zu belangen .
Die im Oktober 2025 vorgeschlagenen Änderungen der IT-Regeln sind der erste Versuch der Regierung, einen Regulierungsrahmen zu schaffen. Sie führen die formelle Anerkennung von „synthetisch erzeugten Informationen“ ein, eine obligatorische sichtbare Kennzeichnung (mindestens 10 % des Medienrahmens) und die Verpflichtung der Plattformen, Erkennungstechnologie einzusetzen. Rechtswissenschaftler und Praktiker weisen jedoch darauf hin, dass die Bestimmungen vage sind, die vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit zum Ursprung technisch schwierig ist und die Durchsetzung durch die Androhung des Verlusts der Safe-Harbour-Privilegien ein schwaches Druckmittel sein dürfte .
Ein wachsender Konsens unter Rechtsakademikern besagt, dass Indien ein spezialisiertes Deepfake-Gesetz braucht – oder zumindest weitreichende Änderungen des IT Act und des BNS –, das die nicht einvernehmliche Erstellung von Deepfakes unter Strafe stellt, Einwilligung und Offenlegung vorschreibt, eine klare Haftung der Plattformen festschreibt und technische Schutzmaßnahmen wie Wasserzeichen und KI-Erkennungstools verlangt . Bis dahin bleibt der Delhi High Court die schärfste, wenn auch schwerfälligste Waffe, die indischen Prominenten gegen ihre ungefragte Verwandlung in KI-generierte Werbeträger zur Verfügung steht.
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In Indien existiert kein spezielles Gesetz, das Deepfakes definiert oder unter Strafe stellt.
In Indien existiert kein spezielles Gesetz, das Deepfakes definiert oder unter Strafe stellt. Der Delhi High Court springt mit einstweiligen Verfügungen ein: Innerhalb von 72 Stunden müssen Plattformen Inhalte löschen.
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