In einer offiziellen Erklärung betonte das Ministerium, dass das Risiko einer Ebola-Infektion in Italien „weiterhin sehr gering“ sei . Dieser Vorfall reiht sich ein in frühere Ebola-Alarme in Italien, wie etwa den Fall eines Gesundheitsarbeiters, der 2015 nach einem Einsatz in Sierra Leone erkrankte, ohne dass es zu einer Weiterverbreitung kam
.
Während in Italien Entwarnung herrscht, bleibt die Situation in Ost- und Zentralafrika kritisch. Der Ausbruch unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von früheren Epidemien.
Die folgende Übersicht basiert auf den offiziellen Zahlen der Gesundheitsministerien der betroffenen Länder mit Stand vom 24. Mai 2026 :
| Land | Verdachtsfälle | Bestätigte Fälle | Verdächtige Todesfälle | Bestätigte Todesfälle |
|---|---|---|---|---|
| DR Kongo | 904 | 101 | 119 | 10 |
| Uganda | 47 | 32 | 24 | 10 |
Die Erkrankungen in der DR Kongo betreffen nicht mehr nur die Provinzen Ituri und Nord-Kivu, sondern haben sich zuletzt auch auf Sud-Kivu ausgeweitet . In Uganda erklärte das Gesundheitsministerium zudem, dass kürzlich neu entdeckte Fälle eindeutig mit Menschen in Verbindung stehen, die aus der DR Kongo eingereist waren
.
Wichtiger Hinweis: Diese Zahlen beziehen sich auf den aktuellen, länderübergreifenden Ausbruch. Uganda hatte bereits Anfang 2025 einen separaten, durch das Sudan-Virus verursachten Ausbruch bewältigt, der am 26. April 2025 offiziell für beendet erklärt wurde und bei dem insgesamt 14 Fälle registriert worden waren .
Besondere Sorge bereitet der Erreger: Der aktuelle Ausbruch wird durch den Bundibugyo-Virus (Orthoebolavirus bundibugyoense) verursacht . Dieser Stamm wurde erstmals 2007 im Bundibugyo-Distrikt in Uganda identifiziert und ist deutlich seltener als der bekanntere Zaire-Ebolavirus, der für die großen Epidemien in Westafrika verantwortlich war
.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) stufte die Lage als ernst genug ein, um am 19. Mai 2026 eine Gesundheitswarnung an Kliniker und Behörden herauszugeben. Darin wird ausdrücklich auf die grenzüberschreitende Natur der Epidemie hingewiesen .
Das derzeit größte Problem: Gegen den Bundibugyo-Stamm gibt es keinen zugelassenen Impfstoff . Vorhandene und bewährte Vakzine wie Ervebo, das gegen den Zaire-Ebolavirus schützt, sind gegen diesen seltenen Stamm wirkungslos
. Auch gibt es keine spezifisch gegen Bundibugyo zugelassenen Medikamente
.
„Der Mangel an einem sofort verfügbaren Impfstoff und die stark eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten sind entscheidende Faktoren für das Ausmaß dieses Ausbruchs“, analysieren Experten, darunter auch Forscher der University of New South Wales (UNSW) .
Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) hat daher einen Notfalleinsatz gestartet. Die Bekämpfung des Ausbruchs stützt sich aktuell auf die klassischen und bewährten Maßnahmen: strikte Isolierung von Erkrankten, aufwändige Kontaktverfolgung, Infektionsschutzmaßnahmen und eine bestmögliche unterstützende medizinische Versorgung der Betroffenen .