Typische Einsatzorte sind zum Beispiel:
Fährt ein Fahrzeug – besonders ein schwerer Lkw – über das Modul, drückt sein Gewicht mechanische Platten im Asphalt leicht nach unten. Diese Bewegung aktiviert ein mechanisches oder hydraulisches System, das einen Generator antreibt. So wird die mechanische Energie des vorbeifahrenden Fahrzeugs in elektrische Energie umgewandelt.
Der entscheidende Punkt: Die Module sollen dort installiert werden, wo Fahrzeuge ohnehin abbremsen. Dadurch soll hauptsächlich Energie gewonnen werden, die sonst ohnehin verloren ginge. Der erzeugte Strom kann vor Ort genutzt werden, etwa für Hafenanlagen oder Beleuchtung, oder in das lokale Stromnetz eingespeist werden.
Die erste reale Installation des Systems befindet sich im Port of Hamburg, einem der größten Logistikhäfen Europas. Dort wurde ein rund 12 Meter langer Straßenabschnitt mit der REPS‑Technologie ausgestattet.
Einige öffentlich genannte Eckdaten zum Pilotprojekt:
Der Test dient vor allem als Praxisnachweis, dass das System in einem stark frequentierten Industrieumfeld funktionieren kann, ohne den Verkehr oder Logistikprozesse zu stören.
Allerdings sind bisher nur wenige unabhängige Leistungsdaten öffentlich verfügbar. Langfristige Messwerte zu Stromproduktion, Wartung, Zuverlässigkeit oder Wirtschaftlichkeit wurden bislang kaum veröffentlicht.
Im Jahr 2026 kündigte REPS eine Eigenkapitalfinanzierung über 23,6 Millionen US‑Dollar an, um die Technologie weiterzuentwickeln und international auszurollen.
Das Kapital soll vor allem genutzt werden für:
Der Fokus liegt zunächst auf Industrie‑ und Logistikstandorten mit vielen schweren Fahrzeugen. Dort bremsen Lkw häufig, wodurch sich mehr Energie potenziell zurückgewinnen lässt.
Sollte sich das Konzept wirtschaftlich bewähren, könnten solche Orte künftig als dezentrale Stromerzeugungsstandorte dienen – ohne zusätzliche Flächen für Kraftwerke oder Solaranlagen zu benötigen.
Die Idee basiert auf einem bekannten physikalischen Prinzip: Beim Bremsen geht ein Teil der Bewegungsenergie eines Fahrzeugs verloren. Studien zeigen, dass ein signifikanter Anteil der Energie im Verkehrssystem als Wärme oder Reibung dissipiert wird.
Technologien zur Energiegewinnung aus Straßenbewegungen – etwa über hydraulische Systeme oder piezoelektrische Materialien – werden seit Jahren in Forschung und Prototypen untersucht.
Schwere Fahrzeuge wie Lkw üben besonders große Kräfte auf die Fahrbahn aus, weshalb Orte mit intensiver Logistik als vielversprechende Testumgebungen gelten.
Trotz der interessanten Idee gibt es mehrere Punkte, die über den langfristigen Erfolg entscheiden werden.
Wenn Energie aus einem fahrenden Fahrzeug entnommen wird, beeinflusst das zwangsläufig seine Bewegung. Entscheidend ist daher, ob das System hauptsächlich verlorene Bremsenergie zurückgewinnt – oder ob es zusätzlichen Widerstand erzeugt, der den Energieverbrauch der Fahrzeuge erhöht.
Elektro‑ und Hybridfahrzeuge nutzen bereits regeneratives Bremsen, bei dem kinetische Energie wieder in Strom umgewandelt und in der Batterie gespeichert wird. Diese Methode gilt als besonders effizient.
Mit zunehmender Verbreitung von Elektrofahrzeugen könnte daher weniger Bremsenergie für straßenbasierte Systeme übrig bleiben.
In Straßen verbaute Mechanik muss extremen Bedingungen standhalten:
Für einen großflächigen Einsatz müsste die Technik über viele Jahre zuverlässig funktionieren und nur geringe Wartungskosten verursachen.
Selbst wenn das Konzept in Häfen oder an Mautstellen funktioniert, könnte sein wirtschaftlicher Einsatz auf bestimmte Spezialstandorte beschränkt bleiben. Damit wäre das Potenzial deutlich kleiner als bei etablierten erneuerbaren Energiequellen wie Solar- oder Windkraft.
Ob Straßenkraftwerke wirklich eine Rolle im Energiesystem spielen können, hängt vor allem von transparenten Betriebsdaten ab. Entscheidend wären etwa:
Sollten diese Werte überzeugen, könnten stark frequentierte Verkehrsflächen künftig mehr sein als reine Infrastruktur – nämlich kleine dezentrale Stromquellen, die Energie aus dem täglichen Verkehr gewinnen.
Der Hamburger Hafen ist damit vorerst ein reales Testlabor für eine ungewöhnliche Idee: Straßen, die selbst Strom erzeugen.
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