Die EU Kommission plant für 2026 einen „Chips Act II“ als Weiterentwicklung des 2023 eingeführten European Chips Act. Nach Lieferkettenkrisen – insbesondere rund um den Chiphersteller Nexperia – erwägt Brüssel Regeln, die Autobauer zur Nutzung mehrerer Chip Lieferanten verpflichten könnten.

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: What is the proposed EU Chips Act II, why is the European Commission planning to require automakers to diversify their semiconductor supplie. Article summary: The proposed EU Chips Act II appears to be the Commission’s planned 2026 follow-on to the 2023 Chips Act, aimed at tightening semiconductor supply-chain resilience and industrial policy rather than replacing the original. Topic tags: general. Reference image context from search candidates: Reference image 1: visual subject "Under a forthcoming draft law expected to be unveiled next month, the European Commission will mandate that automotive manufacturers purchase chips from a minimum of two suppliers" source context "EU to Mandate Dual Chip Suppliers for Carmakers Under New ..." Reference image 2: visual subject "**The second pillar**of the European Chips Act w
Die Europäische Kommission arbeitet an einem Chips Act II, der voraussichtlich 2026 vorgestellt werden soll. Er wäre eine Weiterentwicklung des European Chips Act, der 2023 in Kraft trat und darauf abzielt, Europas Halbleiterindustrie zu stärken, Investitionen anzuziehen und Lieferketten stabiler zu machen.
Der ursprüngliche Plan bündelte Förderprogramme, Industriepolitik und Krisenmechanismen, um Engpässe bei Halbleitern zu verhindern und Europas technologische Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Gleichzeitig verfolgt die EU ein langfristiges Ziel: Europa soll bis 2030 rund 20 % der weltweiten Halbleiterproduktion stellen.
Mit der geplanten zweiten Version reagiert Brüssel auf neue geopolitische Risiken und jüngste Lieferkettenkrisen, die gezeigt haben, wie verwundbar Europas Industrie weiterhin ist.
Ein zentraler Diskussionspunkt betrifft die Beschaffungspolitik der europäischen Autoindustrie. Nach Medienberichten erwägt die EU-Kommission Regeln, die Hersteller in bestimmten Fällen verpflichten könnten, Halbleiter von mindestens zwei verschiedenen Lieferanten zu beziehen.
Der Hintergrund: Die Autoindustrie ist besonders anfällig für Chipengpässe. Moderne Fahrzeuge enthalten Hunderte bis Tausende Halbleiter – von Steuergeräten bis zu Sensoren. Wenn nur ein einzelner Zulieferer ausfällt, können ganze Produktionslinien stillstehen.
Die geplanten Maßnahmen würden daher stärker auf Risikomanagement statt reine Kostenoptimierung setzen. Unternehmen müssten bei ihrer Beschaffungsstrategie künftig auch die Resilienz der Lieferkette berücksichtigen.
Ein wichtiger Auslöser der aktuellen Debatte war die sogenannte Nexperia‑Krise im Jahr 2025. Der niederländische Chiphersteller Nexperia – mit Verbindungen zum chinesischen Konzern Wingtech – geriet ins Zentrum eines geopolitischen Konflikts.
Die Krise machte deutlich, dass selbst relativ einfache, ältere Chips (z. B. in Fahrzeugsteuerungen) zu kritischen Engpässen werden können. Branchenanalysen zeigten zudem, dass viele Hersteller stark von einzelnen Lieferanten abhängig waren.
Der kommende Gesetzesvorschlag ist noch nicht final, aber mehrere Maßnahmen werden derzeit diskutiert:
1. Regeln für widerstandsfähige Lieferketten
Unternehmen – besonders in kritischen Branchen wie der Automobilindustrie – könnten verpflichtet werden, Risiken in ihren Halbleiter-Lieferketten zu analysieren und mehrere Bezugsquellen einzuplanen.
2. Fortsetzung und Erweiterung von Subventionen
Wie schon beim ersten Chips Act könnte öffentliche Förderung an Bedingungen geknüpft werden, etwa an Investitionen in Produktionskapazitäten innerhalb Europas oder an Projekte, die die Versorgungssicherheit erhöhen.
3. Stärkere europäische Finanzierung
In der industriepolitischen Debatte wird zudem über einen größeren gemeinsamen EU‑Finanzierungsmechanismus für strategische Halbleiterprojekte diskutiert, um Investitionen schneller zu mobilisieren.
4. Ausbau der gesamten Wertschöpfungskette
Neben Fabriken („fabs“) geht es auch um Design, Forschung, Verpackung und Integration von Chips – Bereiche, in denen Europa seine Stärken ausbauen will.
Der Chips Act II wäre Teil einer langfristigen europäischen Strategie für technologische Souveränität. Ziel ist nicht vollständige Selbstversorgung, sondern ein System, das weniger anfällig für geopolitische Spannungen und Lieferketten-Schocks ist.
Halbleiter gelten dabei als Schlüsseltechnologie für zahlreiche Branchen – von Autos und Telekommunikation bis hin zu KI, Energie und Verteidigung.
Wichtig: Der Chips Act II ist bislang nur eine geplante Initiative. Die Europäische Kommission hat nach einer öffentlichen Konsultation angekündigt, einen Vorschlag im Jahr 2026 vorzulegen.
Welche Maßnahmen tatsächlich Gesetz werden – etwa verpflichtende Mehrlieferanten‑Strategien für Autobauer – entscheidet sich erst im weiteren EU‑Gesetzgebungsverfahren mit Parlament und Mitgliedstaaten.
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Die EU Kommission plant für 2026 einen „Chips Act II“ als Weiterentwicklung des 2023 eingeführten European Chips Act.
Die EU Kommission plant für 2026 einen „Chips Act II“ als Weiterentwicklung des 2023 eingeführten European Chips Act. Nach Lieferkettenkrisen – insbesondere rund um den Chiphersteller Nexperia – erwägt Brüssel Regeln, die Autobauer zur Nutzung mehrerer Chip Lieferanten verpflichten könnten.
Ziel ist eine widerstandsfähigere europäische Halbleiter Lieferkette und weniger Abhängigkeit von geopolitisch sensiblen Zulieferern.