Der offene Konflikt begann im August 2020. Epic baute in Fortnite auf iOS bewusst eine eigene Zahlungsoption ein, die Apples In‑App‑Payment umgehen sollte.
Apple reagierte sofort und entfernte das Spiel aus dem App Store. Kurz darauf reichte Epic eine Kartellklage gegen Apple ein.
Epic wollte damit nicht nur Fortnite zurück in den Store bringen. Das Unternehmen verfolgte ein größeres Ziel: Apples Kontrolle über Zahlungen und App‑Vertrieb auf dem iPhone grundsätzlich aufzubrechen.
Nach einem umfangreichen Verfahren entschied ein US‑Bundesgericht im Jahr 2021 teilweise zugunsten von Epic.
Das Gericht erließ eine dauerhafte Verfügung gegen bestimmte sogenannte Anti‑Steering‑Regeln von Apple. Diese Regeln hatten verhindert, dass Apps Nutzer zu anderen Zahlungsmöglichkeiten außerhalb des App Stores führen konnten.
Apple musste künftig zulassen, dass Entwickler:
Damit sollten Entwickler Nutzer zu externen Zahlungssystemen führen dürfen, statt ausschließlich Apples In‑App‑Bezahlsystem zu nutzen.
Wichtig: Viele der umfassenderen Kartellvorwürfe von Epic wurden vom Gericht abgewiesen. Dennoch zwang das Urteil Apple, seine Regeln rund um Zahlungslinks zu lockern.
Der Streit war damit jedoch nicht beendet. Epic argumentierte später, Apple habe die gerichtliche Anordnung zwar formal umgesetzt, aber in der Praxis unterlaufen.
Gerichte stellten fest, dass Apple weiterhin Bedingungen eingeführt hatte, die externe Zahlungslinks unattraktiv machten. Dazu gehörten unter anderem Provisionen auf Käufe, die Nutzer nach dem Anklicken solcher Links außerhalb der App tätigten.
Ein US‑Bundesgericht kam deshalb zu dem Schluss, dass Apple gegen die ursprüngliche Verfügung verstoßen habe, und erklärte das Unternehmen wegen Missachtung des Gerichts (civil contempt) für verantwortlich.
Das Berufungsgericht des Ninth Circuit bestätigte diese Entscheidung teilweise, änderte einige Sanktionen und verwies bestimmte Fragen wieder an das untere Gericht zurück.
Apple versucht nun, den Fall vor den US Supreme Court zu bringen.
Das Unternehmen argumentiert, dass die unteren Gerichte die ursprüngliche Verfügung zu weit ausgelegt hätten und dass die Entscheidung, Apple wegen Missachtung zu bestrafen, rechtlich fehlerhaft sei. Ein zentraler Streitpunkt ist dabei:
Apple hat den Supreme Court gebeten, die Entscheidungen der unteren Instanzen zu überprüfen und den Umfang der gerichtlichen Verfügung zu klären.
Der Konflikt zwischen Apple und Epic gilt inzwischen als Grundsatzfall für die Plattform‑Ökonomie.
Seine endgültige Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben – etwa für:
Da Smartphones der wichtigste Zugangspunkt zum digitalen Markt sind, beobachten Unternehmen, Entwickler und Regulierungsbehörden weltweit sehr genau, wie dieser Rechtsstreit endet. Ein Urteil des US‑Supreme‑Court könnte die Spielregeln der globalen App‑Industrie langfristig verändern.
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