Um einen abrupten Einbruch der Versorgung zu verhindern, haben Regierungen koordinierte Freigaben aus strategischen Ölreserven gestartet.
IEA‑Mitgliedstaaten bringen derzeit etwa 2,5 bis 3 Millionen Barrel Öl pro Tag aus strategischen Reserven zusätzlich auf den Markt, um die gestörten Exporte auszugleichen.
Diese Notfallmaßnahmen sind erheblich – doch die IEA betont, dass solche Vorräte „nicht unbegrenzt“ sind. Gleichzeitig bauen Unternehmen und Staaten auch ihre kommerziellen Lagerbestände ab, was den Rückgang der globalen Reserven weiter beschleunigt.
Die Störungen bei Exporten aus dem Nahen Osten haben bereits große Mengen Öl vom Markt genommen.
Einige Kennzahlen verdeutlichen das Ausmaß:
Zusammen genommen gehört dieser Angebotsausfall zu den größten Störungen des Ölmarktes seit Jahrzehnten.
Mit sinkenden Lagerbeständen und begrenztem Angebot haben viele Analysten ihre Prognosen nach oben angepasst.
Mehrere Banken und Marktbeobachter erwarten inzwischen, dass Brent‑Rohöl um oder über 100 US‑Dollar pro Barrel gehandelt werden könnte, wenn die Störungen in der Straße von Hormus anhalten.
Einige Prognosen gehen sogar davon aus, dass Preise über dieser Marke über längere Zeit bestehen bleiben, weil die Unsicherheit über Lieferketten einen deutlichen geopolitischen Risikoaufschlag erzeugt.
Selbst wenn der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bald wieder aufgenommen würde, rechnen Experten nicht mit einer schnellen Normalisierung des Marktes.
Branchenvertreter weisen darauf hin, dass die Wiederherstellung des Systems Zeit braucht: stillgelegte Produktion muss hochgefahren werden, Tanker neu positioniert werden, überfüllte Lager geleert werden und unterbrochene Lieferketten müssen sich erst wieder einspielen.
Der Chef des staatlichen Ölkonzerns der Vereinigten Arabischen Emirate, ADNOC, warnte, dass vollständige Ölflüsse durch die Straße von Hormus möglicherweise erst im ersten oder zweiten Quartal 2027 wieder erreicht werden – selbst wenn der Konflikt sofort enden würde.
Auch die Führung von Saudi Aramco betont, dass eine längere Störung die Erholung weiter verzögert, da die globalen Lagerbestände bereits stark abgebaut wurden und der Markt Zeit braucht, um sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Energie‑Transitwegen der Welt. Ein großer Teil der Ölexporte aus dem Persischen Golf passiert normalerweise diese enge Wasserstraße.
Wenn der Verkehr dort länger eingeschränkt bleibt, kann das Schockwellen durch die globalen Energiemärkte senden – von steigenden Ölpreisen über höhere Transportkosten bis hin zu möglichen Versorgungsengpässen.
Angesichts sinkender Lagerbestände, massiver Freigaben aus strategischen Reserven und Millionen verlorener Barrel pro Tag werden die kommenden Sommermonate zu einem entscheidenden Test für die Stabilität des globalen Ölmarktes.
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