Der Grund dafür ist vor allem die zunehmende Erwärmung der Ozeane sowie das schnellere Abschmelzen von Gletschern und großen Eisschilden.
Über Jahre gab es in der Klimaforschung ein Problem: Der gemessene Meeresspiegelanstieg passte nicht vollständig zur Summe seiner bekannten Ursachen. Diese Differenz wurde als „Sea Level Budget Gap“ bezeichnet.
Die neue Studie zeigt nun, dass diese Lücke weitgehend geschlossen werden konnte. Entscheidend dafür waren mehrere Verbesserungen in den Daten und Methoden:
Durch diese Anpassungen stimmen Beobachtungen und berechnete Ursachen heute nahezu überein. Das stärkt das Vertrauen, dass der gemessene Anstieg tatsächlich reale physikalische Veränderungen widerspiegelt – und kein Messfehler ist.
Die Studie zerlegt den globalen Anstieg seit 1960 in einzelne Beiträge.
Der größte Anteil stammt aus der thermischen Ausdehnung der Ozeane: Wenn Meerwasser wärmer wird, dehnt es sich aus. Dieser Prozess macht etwa 43 % des gesamten Anstiegs aus.
Weitere wichtige Beiträge sind:
Zusammen erklären diese Faktoren praktisch den gesamten beobachteten Anstieg des globalen mittleren Meeresspiegels.
Im früheren Teil der Messreihe dominierte vor allem die Erwärmung der Ozeane als Ursache. In den letzten Jahrzehnten haben jedoch schmelzende Gletscher und Eisschilde einen immer größeren Anteil übernommen.
Diese Prozesse reagieren träge auf Temperaturänderungen. Selbst wenn sich das Klima stabilisieren würde, könnten sie weiterhin über lange Zeiträume Wasser in die Ozeane abgeben.
Steigende Meeresspiegel wirken sich auf Küstengebiete oft schon aus, bevor Land dauerhaft überflutet wird. Bereits kleine Anstiege erhöhen das Risiko für:
Für viele Städte und Regionen bedeutet das steigende Kosten für Deiche, Entwässerungssysteme, Häfen, Versicherungen und Wohngebiete in niedrigen Küstenlagen.
Dass die sogenannte Meeresspiegel‑Bilanz nun weitgehend geschlossen ist, hat eine wichtige Konsequenz: Modelle, die Meeresspiegelanstieg aus Ozeanerwärmung und Eisschmelze berechnen, gelten als deutlich verlässlicher.
Für Regierungen und Stadtplaner verbessert das die Grundlage für Entscheidungen über:
Ein zentraler Punkt der Studie: Zukunftsplanungen sollten nicht von einem konstanten Anstieg ausgehen, sondern von einer weiteren Beschleunigung.
Denn Ozeane speichern enorme Wärmemengen, und große Eisschilde reagieren über Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Dadurch dürfte der Meeresspiegel noch sehr lange weiter steigen – selbst wenn die globalen Emissionen stabilisiert werden.
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