Trotz dieser Rekordwerte hält sich das Management mit einer Prognose für das Geschäftsjahr 2027 zurück. Die Entwicklung von Ölpreisen, Ticketpreisen und geopolitischen Risiken mache eine verlässliche Einschätzung derzeit schwierig.
Treibstoff ist einer der größten Kostenblöcke im Luftverkehr – häufig 20 % bis 35 % der Betriebskosten. Steigende Ölpreise können daher schnell auf die Margen durchschlagen. Ryanair warnte, dass der Gewinn unter Druck geraten könnte, falls die Ölpreise länger hoch bleiben.
Um dieses Risiko zu begrenzen, nutzt die Airline umfangreiche Fuel‑Hedging‑Strategien. Rund 80 % des Kerosinbedarfs für das Geschäftsjahr 2027 sind zu etwa 67 US‑Dollar pro Barrel abgesichert.
Das schützt das Unternehmen kurzfristig vor extremen Preissprüngen. Allerdings bleibt ein Teil des Bedarfs ungesichert – und langfristige Marktbewegungen lassen sich damit nicht vollständig abfedern.
Zu Beginn des Konflikts stand besonders die Straße von Hormus im Fokus. Diese Meerenge zwischen Iran und Oman gehört zu den wichtigsten Energierouten der Welt und transportiert große Mengen Rohöl und raffinierter Produkte.
Ein längerfristiger Ausfall hätte Europas Treibstoffversorgung beeinträchtigen können, da ein erheblicher Anteil des Kerosins aus dem Persischen Golf stammt. Inzwischen gehen Marktteilnehmer jedoch davon aus, dass die unmittelbare Gefahr eines Jet‑Fuel‑Mangels in Europa abnimmt, da Lieferketten angepasst wurden.
Ryanair‑Chef Michael O’Leary erklärte daher, dass das Unternehmen keine Unterbrechung der Treibstoffversorgung in Europa für den Sommer erwartet, auch wenn die Nachfrage weiterhin vorsichtig bleibt.
Die Situation betrifft nicht nur Ryanair. Höhere Ölpreise, geopolitische Unsicherheit und vorsichtige Konsumenten setzen die gesamte europäische Airline‑Branche unter Druck. Viele Fluggesellschaften sehen sich gezwungen, Preise zu senken oder zumindest stabil zu halten, um Buchungen anzukurbeln.
Ryanairs Lage zeigt, wie stark geopolitische Ereignisse indirekt auf die Luftfahrt wirken können. Die Airline bleibt dank starker Nachfrage, hoher Passagierzahlen und abgesicherter Treibstoffpreise relativ robust. Doch flache Ticketpreise, volatile Energiepreise und globale Unsicherheiten könnten den Gewinn im Geschäftsjahr 2027 deutlich stärker unter Druck setzen als noch vor wenigen Monaten erwartet.
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