Das erklärt, warum Gewinn und Kassenlage auseinanderlaufen können. Ein höherer Buchwert verbessert die ausgewiesenen Investmentgewinne. Er bringt aber nicht automatisch die Liquidität, die SoftBank braucht, um Schulden zu bedienen oder die nächste große KI-Finanzierung zu stemmen.
SoftBank teilte am 27. Februar 2026 mit, eine verbindliche Vereinbarung über Folgeinvestitionen von 30,0 Mrd. US-Dollar in OpenAI über den SoftBank Vision Fund 2 geschlossen zu haben . Nach Abschluss soll die kumulierte OpenAI-Investition von SoftBank 64,6 Mrd. US-Dollar erreichen und einem Anteil von etwa 13 % entsprechen, vorbehaltlich der üblichen Vollzugsbedingungen
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Damit behandeln viele Investoren SoftBank zunehmend weniger wie eine breit gestreute Technologie-Holding, sondern eher wie einen börsennotierten Hebel auf OpenAI. Das Aufwärtspotenzial ist klar, falls OpenAI weiter zu immer höheren Bewertungen Kapital aufnehmen kann. Die Kehrseite: SoftBanks Risiko konzentriert sich stärker auf ein einzelnes, nicht börsennotiertes Unternehmen, dessen Marktwert nicht täglich an einer Börse überprüft wird.
Die deutlichste Warnung kam von S&P Global. Laut Bloomberg senkte S&P den Ausblick für SoftBank von stabil auf negativ, bestätigte aber das langfristige Emittentenrating BB+. Begründet wurde der Schritt mit dem Risiko, dass die geplante zusätzliche OpenAI-Investition von 30 Mrd. US-Dollar SoftBanks Liquidität und die Kreditqualität seiner Vermögenswerte belasten könnte .
Der zweite Druckpunkt ist die Finanzierung. Banken arrangierten für SoftBanks OpenAI-Investment einen Überbrückungskredit über 40 Mrd. US-Dollar, der laut The Star unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen an weitere Kreditgeber weitergereicht wurde . Ein solcher Brückenkredit verschafft Tempo, ist aber kein endgültiger Finanzierungsplan: Er muss später durch langfristigeres Kapital, Verkäufe oder andere Erlöse ersetzt werden.
Auch bei OpenAI-besicherten Krediten zeigen sich Grenzen. SoftBank soll das Ziel für einen durch die OpenAI-Beteiligung besicherten Margin Loan von 10 Mrd. US-Dollar auf bis zu 6 Mrd. US-Dollar gesenkt haben, nachdem einige Gläubiger zögerten; dem Bericht zufolge sorgten sie sich vor allem darüber, wie schwer ein nicht börsennotiertes Unternehmen wie OpenAI zu bewerten ist .
Die Finanzierungsfrage endet nicht mit einem einzelnen OpenAI-Scheck. Berichte zu SoftBanks Ausblick verknüpfen die Anlegerbedenken auch mit geplanten OpenAI-Investitionen, Ausgaben für Rechenzentren und weiteren KI-Übernahmeverpflichtungen . Bloomberg schrieb zudem, SoftBanks Aktienrally stehe vor einem Realitätscheck, weil Investoren Gewissheit wollten, dass die milliardenschwere OpenAI-Wette das Bilanzrisiko rechtfertigt
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Genau darin liegt der Zielkonflikt: SoftBanks KI-Engagement ist der Grund, warum die Gewinne stark aussehen können. Dasselbe Engagement macht Kreditinvestoren aber empfindlicher gegenüber Verschuldung, Liquidität und Klumpenrisiken.
Am saubersten wäre ein echter Liquiditätsereignis: etwa ein Börsengang von OpenAI. Ein IPO könnte SoftBank ermöglichen, einen Teil der Beteiligung zu verkaufen oder einen öffentlichen Marktpreis als Grundlage für Finanzierungen zu nutzen. Die vorliegenden Quellen belegen aber weder einen abgeschlossenen OpenAI-Börsengang noch einen verbindlichen Zeitplan. Solange OpenAI privat bleibt, bleibt die Bewertung eines nicht gelisteten Unternehmens ein zentrales Thema für Kreditgeber .
Ein anderer möglicher Weg wäre ein neues börsennotiertes KI-Vehikel. Die Financial Times berichtete laut Reuters, SoftBank plane die Gründung und Börsennotierung eines US-basierten KI- und Robotikunternehmens namens Roze, das am Bau von Rechenzentren beteiligt sein soll; Reuters erklärte, den Bericht nicht unmittelbar verifizieren zu können . Sollte eine solche Notierung tatsächlich gelingen, könnte sie einen zusätzlichen Finanzierungs- oder Bewertungskanal schaffen. Im Moment bleibt es aber ein berichteter Plan, kein bestätigter Ausstieg.
Kapitalrecycling gehört ebenfalls zu SoftBanks Werkzeugkasten. Fortune berichtete, SoftBank habe seinen Nvidia-Anteil im Oktober für 5,8 Mrd. US-Dollar verkauft, während sich der Konzern auf künstliche Intelligenz konzentrierte . Das zeigt, dass SoftBank Vermögenswerte zu Geld machen kann. Es beantwortet aber nicht die größere Frage, ob künftige OpenAI-bezogene Finanzierungsbedürfnisse ohne spürbaren Druck auf die Kreditkennzahlen gedeckt werden können.
SoftBanks Quartal Januar bis März kann stark aussehen, weil eine höhere OpenAI-Bewertung den bilanziellen Wert der Beteiligung hebt. Anleger stellen aber eine nüchternere Frage: Kann SoftBank eine kumulierte OpenAI-Position von voraussichtlich 64,6 Mrd. US-Dollar plus weitere KI-Ambitionen finanzieren, ohne die Bilanz zu überdehnen ?
Wenn OpenAI weiter wächst und irgendwann einen liquiden Ausstieg ermöglicht, könnte SoftBanks aggressive Finanzierung im Rückblick plausibel wirken. Wenn Bewertungen wackeln, Kreditgeber vorsichtiger werden oder ein Börsengang in weiter Ferne bleibt, könnten dieselben Papiergewinne, die heute den Profit treiben, morgen das Schuldenproblem verschärfen.