Die kurze Antwort lautet: Öffentlich belegbar ist bislang nur ein Richtungswechsel, kein detaillierter Maßnahmenkatalog. Google hat nach Reuters-Angaben angeboten, die Anwendung seiner von Verlagen kritisierten Spam-Politik zu ändern, um EU-Bedenken zu entschärfen und eine mögliche Strafe im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) abzuwenden.[8]
Was Google angeboten haben soll
Bekannt ist bisher: Google will seine Spam-Politik ändern beziehungsweise anders anwenden, nachdem Verlage die Regel kritisiert hatten.[8] Der Reuters-Bericht stützt sich auf ein Dokument der Europäischen Kommission, das Reuters eingesehen hat; ein öffentliches Kommissionsdokument oder eine offizielle Google-Einreichung mit den Details des Angebots liegt in den verfügbaren Quellen nicht vor.[
8]
Damit ist nicht belastbar nachweisbar, ob Google etwa Ranking-Regeln ändern, Schwellen für Herabstufungen anpassen, manuelle Prüfungen ausbauen, Einspruchswege verbessern oder Verlage künftig anders behandeln will.[8]
Worum es in dem Streit geht
Im Kern prüft die Europäische Kommission, ob Google Verlagen auf Google Search faire, angemessene und nichtdiskriminierende Zugangsbedingungen bietet – eine Pflicht im Rahmen des DMA, des EU-Gesetzes über digitale Märkte.[4]
Die Kommission hatte Hinweise, dass Google auf Basis seiner „Site Reputation Abuse Policy“ Nachrichtenmedien und andere Verlage in den Suchergebnissen herabstuft, wenn deren Websites Inhalte kommerzieller Partner enthalten.[4]
Für Medienhäuser ist das sensibel, weil Sichtbarkeit in der Suche unmittelbar über Reichweite und Geschäftsmodelle entscheiden kann. Zugleich beschreibt Reuters die Regel als Maßnahme gegen die Praxis, Drittinhalte auf einer reputationsstarken Website zu veröffentlichen, um deren Ranking-Signale für bessere Suchplatzierungen auszunutzen.[8]
Was man daraus nicht schließen sollte
Aus den bekannten Angaben folgt nicht, dass die EU den Fall bereits beigelegt hat. Ebenso wenig ist belegt, dass Google bestimmte Publisher-Inhalte künftig grundsätzlich ausnimmt oder bereits erfolgte Herabstufungen pauschal zurücknimmt.[8]
Die präziseste Antwort lautet daher: Google hat offenbar Änderungen an der Anwendung seiner „Site Reputation Abuse“-Spam-Politik gegenüber Verlagen angeboten. Welche technischen oder prozessualen Änderungen dahinterstehen, ist nach der öffentlich verfügbaren Quellenlage jedoch offen.[8]






