Ein Jahr nach einer Zollandrohung, auf die ein Rekordtag mit Krypto-Zwangsliquidationen folgte, lag Bitcoin noch immer mehr als 30 Prozent unter seinem Hoch vom Oktober 2025. Der erneute Verkaufsdruck in der Jahrestagswoche machte sichtbar, wie anfällig der Markt für gehebelte Positionen bleibt. Das Ausmaß war jedoch deutlich kleiner als vor einem Jahr – und die verfügbaren Daten belegen nicht, dass ein weiterer Rekord-Crash unmittelbar bevorsteht.
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Der Crash von 2025 und der jüngste Rücksetzer
Im Oktober 2025 folgten auf eine Zollandrohung von US-Präsident Donald Trump Zwangsliquidationen von Krypto-Positionen im Wert von mehr als 19 Milliarden US-Dollar. Vier Tage zuvor, am 6. Oktober, hatte Bitcoin mit rund 126.200 US-Dollar einen Rekord erreicht.
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49 Wenn sich ein gehebelter Trade stark gegen die eigene Wette entwickelt, können Handelsplattformen die Position automatisch schließen. Das erzeugt zusätzliche Verkäufe, während der Markt bereits fällt.
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In der Jahrestagswoche rutschte Bitcoin erneut deutlich ab und näherte sich der Marke von 80.000 US-Dollar. Berichte bezifferten die Zwangsliquidationen im gesamten Kryptomarkt binnen 24 Stunden auf mehr als eine Milliarde US-Dollar. Rund 930 Millionen davon entfielen auf Wetten auf steigende Kurse.
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7 Am 10. Oktober erholte sich Bitcoin später auf etwa 83.025 US-Dollar, blieb aber auf Wochenbasis im Minus.
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Beim Vergleich der Kursverluste kommt es auf den betrachteten Zeitraum an. Ein Bericht bezifferte den Bitcoin-Rückgang binnen 24 Stunden auf 4,2 Prozent, ein anderer sprach von einem Minus von rund 3 Prozent über die Woche.
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47 Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeitfenster und widersprechen einander daher nicht zwingend.
Was die Indikatoren über die Erholung aussagen
Bitcoin hat sein Rekordhoch nicht zurückerobert. Kurz vor dem Ausverkauf zum Jahrestag lag der Kurs Berichten zufolge rund 32 Prozent unter dem Rekord vom Oktober 2025.
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46 Ein weiterer Bericht beschrieb drei gescheiterte Versuche, den Eröffnungskurs des Jahres zu überwinden – ein Zeichen dafür, dass es den Erholungsrallys schwerfiel, an Schwung zu gewinnen.
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ETF-Abflüsse sind ein Hinweis auf die Nachfrage, aber keine Liquidationen. Am 7. Oktober verzeichneten US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs laut Berichten zu den Marktbewegungen in der Jahrestagswoche Abflüsse von rund 484,9 Millionen US-Dollar.
45 Diese Zahl erfasst Geld, das aus einem Anlageprodukt abgezogen wurde. Liquidationen dagegen stehen für gehebelte Positionen, die zwangsweise geschlossen werden. Es handelt sich um unterschiedliche Geldflüsse, die nicht einfach als gleichartige Verluste zusammengerechnet werden sollten.
Bei den Hebel-Indikatoren ergibt sich kein einheitliches Bild. Der annualisierte Bitcoin-Funding-Satz auf Deribit lag laut einem Bericht bei etwa 7,1 Prozent – gegenüber 26,9 Prozent vor dem Crash von 2025.
6 Das passt zu einer geringeren Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen als vor dem Crash. Zugleich hieß es, Trader hätten vor der Jahrestagswoche wieder mehr geliehenes Geld eingesetzt und seien dadurch beim Kursrückgang verwundbar gewesen.
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14 Ein niedrigerer Funding-Satz ist keine Garantie dafür, dass sich der Hebel nicht erneut aufbauen kann.
Was den Kryptomarkt zusätzlich belasten könnte
Marktberichte nannten steigende Ölpreise und höhere Renditen von US-Staatsanleihen als Faktoren, die während des Rücksetzers in der Jahrestagswoche auf die Stimmung drückten.
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8 Separat wurde berichtet, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins im September um einen Viertelprozentpunkt angehoben hatte.
11 Das können Belastungsfaktoren für spekulative Anlagen sein. Die verfügbaren Quellen belegen jedoch nicht, dass einer dieser Faktoren allein den Ausverkauf ausgelöst hat.
Anleger beobachteten außerdem die für den 14. Oktober angekündigte Veröffentlichung der US-Inflationsdaten als möglichen Impuls. Ein Bericht nannte zudem 75.000 US-Dollar als Bitcoin-Unterstützungsmarke, die es im Blick zu behalten gelte.
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3 Das sind Punkte, auf die sich die Marktbeobachtung richtet – kein Beleg dafür, dass der Kurs in eine bestimmte Richtung laufen muss. Die vorliegenden Berichte weisen auch keinen konkreten Cluster gehebelter Positionen bei 75.000 US-Dollar nach.
Was sich aus den Daten nicht ableiten lässt
Die verfügbaren Berichte bringen die Zollandrohung von 2025 mit dem Rekord bei den Zwangsliquidationen in Verbindung. Sie bestätigen jedoch nicht unabhängig die konkrete Darstellung, wonach dünner Handel am Freitagabend, ein Rückzug von Market Makern und ausgedünnte Orderbücher Bitcoin von etwa 122.000 auf 105.000 US-Dollar getrieben hätten. Diese Einzelheiten lassen sich auf Grundlage des vorliegenden Materials nicht als gesichert darstellen.
Auch belegen die Zahlen keinen umfassenden Kapitalabzug aus dem Kryptomarkt: Die angeführten ETF-Abflüsse betreffen einen einzelnen Anlagekanal und nicht sämtliche Nachfragequellen. Insgesamt sprechen die verfügbaren Hinweise für eine unvollständige Erholung und eine erneute Anfälligkeit gegenüber Verkäufen aus gehebelten Positionen. Es fehlen jedoch ausreichende Informationen zur Konzentration des Hebels und zur Marktliquidität, um einen weiteren Liquidationstag im Umfang von 19 Milliarden US-Dollar vorherzusagen.
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