Das zweite Geschäft ist KI-Infrastruktur, die vor der Nachfrage gebaut wird. Das meint GPUs, Server, Rechenzentren, Netzwerktechnik und Energie-hungrige Kapazitäten. Dieses Geschäft ist kapitalintensiv. Liontrust verweist auf Schätzungen von Omdia und der Futurum Group, wonach fast 500 Milliarden US-Dollar der Ausgaben im Jahr 2026 direkt mit KI-Infrastruktur verbunden sind . Business Insider berichtete zudem, Amazon, Microsoft, Google und Meta planten nach ihren Ergebnisupdates für das erste Quartal Investitionsausgaben von bis zu 725 Milliarden US-Dollar für 2026
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Genau diese Trennung ist entscheidend. KI kann in einem Teil der Wertschöpfungskette bereits Geld verdienen, während die große Infrastrukturwette noch nicht bewiesen ist.
Bei Microsoft ist das öffentliche Signal eher indirekt. Der Konzern veröffentlicht keine separate Gewinn-und-Verlust-Rechnung nur für KI. In der Ergebnisveröffentlichung für das Geschäftsjahr 2025 meldete Microsoft aber einen Umsatzanstieg um 36,6 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 15 %. Das Segment Intelligent Cloud wurde von Azure getrieben, Productivity and Business Processes von Microsoft 365 Commercial Cloud . Gleichzeitig stiegen die Bruttomargen in absoluten Dollarbeträgen um 22,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 13 %, während die Umsatzkosten um 13,7 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 19 % zunahmen, getrieben durch das Wachstum der Microsoft Cloud
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Bei Alphabet ist der Zusammenhang in den genannten Investorenunterlagen deutlicher. Im Earnings Call zum vierten Quartal 2025 erklärte Alphabet, der Jahresumsatz habe erstmals 400 Milliarden US-Dollar übertroffen. Google Cloud wuchs um 48 % und erreichte eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 70 Milliarden US-Dollar; der Auftragsbestand der Cloud-Sparte stieg gegenüber dem Vorquartal um 55 % auf 240 Milliarden US-Dollar, getrieben durch Nachfrage nach KI-Produkten . Im ersten Quartal 2026 legte Alphabets Gesamtumsatz um 22 % auf 109,9 Milliarden US-Dollar zu, während Google Cloud um 63 % auf rund 20 Milliarden US-Dollar wuchs
. MarketBeat berichtete für das erste Quartal 2026 außerdem, das operative Ergebnis von Google Cloud habe sich verdreifacht und die operative Marge 32,9 % erreicht
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Meta zeigt einen anderen Weg. Dort geht es weniger um den Verkauf von Cloud-Kapazität an Dritte, sondern um KI als Verstärker des bestehenden Werbegeschäfts. Business Insider berichtete, Metas Werbeumsatz bleibe der zentrale Gewinnmotor und KI verbessere das Anzeigen-Targeting; zugleich rechne Meta für 2026 mit bis zu 135 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben, einschließlich KI-Infrastruktur . In den eigenen Ergebnissen für 2025 bezifferte Meta die Investitionsausgaben einschließlich Tilgungen aus Finanzierungsleasing auf 72,22 Milliarden US-Dollar und erklärte, künftiges Kostenwachstum werde vor allem von Infrastrukturkosten geprägt sein – darunter Ausgaben für Drittanbieter-Clouds, höhere Abschreibungen und Betriebskosten der Infrastruktur
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Das Muster ist klar: KI lässt sich am schnellsten monetarisieren, wenn sie ein bereits großes Geschäft produktiver macht.
Die stärksten Ertragsbelege kommen weiterhin aus Cloud-, Software- und Werbesegmenten, nicht aus einem eigenständigen KI-Segment. Microsoft weist in der zitierten Veröffentlichung Azure, Microsoft 365 Commercial Cloud und die Kostenentwicklung der Microsoft Cloud aus, aber keine separate KI-Gewinnrechnung . Alphabet zeigt KI-Nachfrage innerhalb von Cloud-Wachstum und Auftragsbestand; das beweist jedoch nicht, dass jedes Modell, jedes neue Feature oder jede einzelne Inferenzlast für sich profitabel ist
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Für Anleger und Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig. Umsatzwachstum kann real sein, während die Rendite auf neue Infrastruktur noch offen bleibt. Ein Cloud-Anbieter kann heute zu wenig Rechenkapazität haben – und morgen trotzdem vor der Frage stehen, ob die zusätzlich gebauten Kapazitäten zu attraktiven Margen ausgelastet werden.
Der Investitionsboom verschiebt die Debatte: Nicht mehr nur, ob Big Tech die KI-Ausgaben finanzieren kann, sondern ob genügend Kunden genug KI-Rechenleistung zu profitablen Preisen abnehmen. Eine Analyse brachte das Kernproblem auf den Punkt: Kapital sei vorerst nicht der Engpass; die großen Plattformen könnten den Ausbau finanzieren. Entscheidend sei die Absorption, also ob Unternehmensnachfrage die neue KI-Rechenleistung profitabel aufnehmen kann .
Bleibt die Nachfrage größer als die verfügbare Kapazität, können die neuen Rechenzentren Cloud-Umsätze und die Abarbeitung von Auftragsbeständen stützen. Kommt die Kapazität schneller online als zahlende Workloads, werden dieselben Anlagen zu Druck durch Abschreibungen und Betriebskosten. Microsoft meldete bereits cloudgetriebenes Wachstum der Umsatzkosten . Meta erklärte, Infrastrukturkosten würden den Großteil des künftigen Kostenwachstums ausmachen
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Deshalb können starke KI-nahe Umsätze und Nervosität am Markt gleichzeitig wahr sein. Der Zähler – also der Umsatz – wächst. Aber der Nenner – die dafür nötige Kapitalbasis – wird ebenfalls immer größer.
KI beginnt sich dort auszuzahlen, wo sie über bestehende Kanäle verkauft oder eingesetzt wird: Cloud, Unternehmenssoftware und Werbung. Microsoft und Alphabet liefern dafür die stärksten öffentlichen Hinweise, weil KI-Nachfrage in Azure, Microsoft 365 Commercial Cloud und Google Cloud sichtbar wird . Bei Meta ist der Fall anders gelagert, passt aber zum selben Muster: KI kann die Werbemaschine verbessern, während das Unternehmen gleichzeitig eine deutlich größere Infrastrukturrechnung schultern muss
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Das Urteil über den gesamten Sektor steht jedoch noch aus. Big Tech kann bereits echte KI-nahe Umsatzdynamik zeigen. Nicht bewiesen ist aber, ob der Infrastrukturausbau für 2026 – einschließlich fast 500 Milliarden US-Dollar, die in einer Schätzung direkt KI-Infrastruktur zugerechnet werden – über den Zyklus hinweg attraktive Renditen erwirtschaften wird .
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