Nicht nur die Software entscheidet darüber, ob Brillen mit eingeblendeten Informationen ein Massenprodukt werden. Auch ihre Optik muss sich in großen Stückzahlen herstellen lassen. Genau dort setzt Morphotonics aus dem niederländischen Veldhoven an: Das Unternehmen gab am 22. September 2026 bekannt, seine Serie-B-Finanzierung auf mehr als 40 Millionen Euro erweitert zu haben. Das Geld soll helfen, Fertigungstechnik für Wellenleiter und weitere photonische Komponenten zu skalieren.
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Wofür das Geld vorgesehen ist
Im Mittelpunkt steht Cypris, die Fertigungsplattform von Morphotonics für Wellenleiter. Das Unternehmen will seine Kapazitäten zum Bau dieser Anlagen ausweiten und die Produktentwicklung fortsetzen. Berichten zufolge sollen zudem die Teams für Entwicklung, Vertrieb und Betreuung nach dem Verkauf wachsen. Wie viel Geld auf die einzelnen Bereiche entfällt, ist nicht ausgewiesen; ein konkretes Budget für Lieferantennetzwerke oder zusätzliche Service-Infrastruktur lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.
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Die bisherigen Geldgeber 3M Ventures, Innovation Industries und BOM beteiligten sich erneut. Invest-NL kam als bedeutender neuer Investor hinzu; auch der EIC Fund, Ernij Next und die Europäische Investitionsbank (EIB) waren beteiligt.
7 20 Millionen Euro der Finanzierung sind ein Wandeldarlehen der EIB – die Gesamtsumme ist also keine reine Eigenkapitalrunde.
13 Außerdem begann die Serie B bereits 2024 mit einem ersten Abschluss. Die im September 2026 genannte Summe beschreibt die erweiterte Runde, nicht zwangsläufig Geld, das vollständig in diesem Monat zufloss.
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Warum Wellenleiter der Engpass sind
Wellenleiter sind transparente optische Bauteile, die digitale Bilder in das Sichtfeld einer Brillenträgerin oder eines Brillenträgers bringen. Sie in Stückzahlen für Unterhaltungselektronik zu produzieren, ist laut Morphotonics schwierig – ein Problem, das sich nicht allein mit besserer KI-Software lösen lässt.
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Morphotonics liefert dafür Anlagen zur großflächigen Nanoimprint-Lithografie, keine fertigen Brillen. Bei dem Verfahren überträgt eine präzise Form winzige Oberflächenstrukturen auf ein Material. Der Ansatz des Unternehmens soll diese Muster über größere Fertigungsflächen hinweg wiederholen.
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33 Im Dezember 2025 stellte Morphotonics die Cypris X700 vor, die für die Bearbeitung mehrerer Wafer sowie großer Platten bei der Herstellung von AR-Wellenleitern ausgelegt ist.
29 Mehr optische Substrate pro Durchlauf sollen den Durchsatz erhöhen und die Stückkosten senken, ohne die nötige Präzision aufzugeben.
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Das ist eine Strategie für die Skalierung, noch kein Nachweis ihrer Wirtschaftlichkeit. Die vorliegenden Quellen belegen weder die Ausbeute über eine gesamte Serienfertigung hinweg noch tatsächlich erzielte Kostensenkungen oder einen bestimmten Zugewinn an Gestaltungsfreiheit für Kunden.
Wie weit Cypris bisher ist
2025 führte Morphotonics die Plattform Cypris X600 ein und eröffnete ein Büro in China, um enger mit Kunden in Asien zusammenzuarbeiten.
21 Im April 2026 erklärte das Unternehmen, erste Cypris-Anlagen seien zu Testzwecken ausgeliefert worden. Ein asiatischer Auftragsfertiger habe außerdem eine Anlage bestellt, mit der Komponenten für eine große US-Marke produziert werden sollen. Morphotonics berichtete auch vom Aufbau eines Teams in den USA.
27 Berichte nennen Teams oder Kundenaktivitäten in China, Taiwan, Südkorea und den USA; Umfang und Art einzelner Fertigungspartnerschaften in diesen Märkten und in Europa sind damit jedoch nicht geklärt.
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Über Brillen hinaus nennt Morphotonics gemeinsam integrierte optische Komponenten (Co-Packaged Optics) als mögliches Einsatzfeld. Berichten zufolge zielt das Unternehmen auch auf optische Komponenten für Rechenzentren.
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8 Das sind Expansionspläne, kein Beleg für eine bereits laufende Großserienproduktion in diesen Bereichen. Entscheidend bleibt zunächst, ob Kunden mit Cypris präzise Wellenleiter zuverlässig und zu tragfähigen Kosten fertigen können.
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