Seit Beginn des Konflikts Ende Februar 2026 sind die Preise für Flugtreibstoff massiv gestiegen. In Europa lagen sie Anfang des Jahres noch bei etwa 80 US‑Dollar pro Barrel, stiegen aber bis Ende April auf rund 180 Dollar und in manchen Märkten sogar auf etwa 187 Dollar pro Barrel.
Auffällig ist, dass Kerosin vielerorts stärker verteuert wurde als Rohöl selbst. Grund dafür sind besonders empfindliche Lieferketten: Flugtreibstoff hängt stark von Raffineriekapazitäten und Transportwegen ab.
Für Airlines ist Treibstoff normalerweise der größte Kostenblock. Wenn die Preise so schnell steigen, bleiben nur drei Optionen: Kosten selbst tragen, Ticketpreise erhöhen oder Flüge streichen.
Viele Fluggesellschaften – besonders in Europa – haben bereits reagiert und ihre Flugpläne reduziert, um Kosten zu kontrollieren und Treibstoff zu sparen.
Ein besonders auffälliges Beispiel ist die Lufthansa‑Gruppe. Sie kündigte an, rund 20.000 Kurzstreckenflüge aus dem Sommerflugplan bis in den Herbst zu streichen.
Auch andere Airlines haben Anpassungen vorgenommen. Tausende Flüge wurden europaweit aus den Systemen genommen, ältere Flugzeuge mit höherem Verbrauch stillgelegt und weniger rentable Strecken gekürzt.
Die niederländische Airline KLM reduzierte ebenfalls Teile ihres Flugplans und verwies dabei ausdrücklich auf die gestiegenen Treibstoffkosten.
Für Passagiere bedeutet das:
Zusätzlich zu den hohen Preisen wächst die Sorge vor tatsächlichen Engpässen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte im April, Europa könnte bei anhaltenden Störungen nur etwa sechs Wochen Kerosinvorräte haben. Sollten Lieferwege blockiert bleiben, könnten Flüge auch wegen Treibstoffmangels gestrichen werden.
EU‑Vertreter betonten später jedoch, dass es derzeit keine konkreten Versorgungsengpässe gebe. Dennoch seien die Lagerbestände unter Druck und der Markt bleibe fragil.
Entscheidend ist daher, wie lange die Einschränkungen bei Transport und Raffinerien anhalten.
Trotz der Warnungen versuchen mehrere Fluggesellschaften, Passagiere zu beruhigen.
Britische Airlines wie easyJet und Jet2 erklärten, dass ihre Treibstoffversorgung derzeit stabil sei und sie ihre geplanten Sommerflugpläne normal durchführen wollen.
Auch IAG, die Muttergesellschaft von British Airways, sieht kurzfristig keine Probleme bei der Versorgung mit Kerosin.
Diese relative Stabilität hat mehrere Gründe:
Allerdings können diese Schutzmechanismen an Wirkung verlieren, wenn die Preise lange hoch bleiben oder Absicherungen auslaufen.
Für Reisende ist der deutlichste Effekt bereits spürbar: steigende Preise.
Airlines geben einen Teil der höheren Treibstoffkosten an Kunden weiter – etwa durch höhere Ticketpreise oder zusätzliche Zuschläge auf Langstreckenflügen. Einige Unternehmen warnen zudem, dass die Preise im Laufe des Sommers weiter steigen könnten, wenn bestehende Treibstoff‑Absicherungen auslaufen.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Wenn Airlines Kapazitäten reduzieren, sinkt das Angebot an Sitzplätzen – und auch das kann Ticketpreise nach oben treiben.
Auch klassische Tourismusziele beginnen die Folgen zu spüren.
Besonders Regionen im östlichen Mittelmeer, etwa Zypern, berichten von Veränderungen bei Buchungen. Einige Reisende meiden Routen näher an der Konfliktregion oder entscheiden sich für alternative Ziele.
Bisher gilt die Nachfrage zwar noch als relativ stabil, doch Branchenanalysten warnen: Sollte die Lage länger anhalten, könnten Flugstreichungen, höhere Preise und geopolitische Unsicherheit den Tourismus deutlich bremsen.
Der globale Flugverkehr steht nicht vor einem kompletten Stillstand. Stattdessen erlebt die Branche eine massive Kosten‑ und Angebotskrise.
Die wichtigsten Trends derzeit:
Sollte sich der Energiefluss durch die Straße von Hormus wieder normalisieren, könnte sich der Markt relativ schnell stabilisieren. Bleiben die Störungen jedoch während der Hauptreisezeit bestehen, müssen Airlines möglicherweise weitere Flüge streichen – und Reisen könnten deutlich teurer und weniger planbar werden.