Trotz dieser politischen Signale hat sich der Trend bislang kaum gedreht.
Tokio hat nicht nur verbal interveniert, sondern auch tatsächlich am Markt eingegriffen.
Schätzungen von Analysten zufolge hat Japan während einer Phase im Mai zwischen ¥8,65 Billionen und ¥10,08 Billionen eingesetzt, um den Yen zu stützen.
Solche Interventionen funktionieren technisch relativ einfach:
Ziel ist es, die Nachfrage nach Yen zu erhöhen und den Wechselkurs zu stabilisieren.
Tatsächlich zeigte sich kurzfristig Wirkung: Nach einem Anstieg über 160 fiel USD/JPY zeitweise in den Bereich der mittleren 150er zurück. Doch der Effekt hielt nicht lange an. Schon bald kehrten Investoren wieder in den Dollar zurück.
Warum wirken selbst große Interventionen nur kurzfristig?
Der Hauptgrund ist der enorme Zinsunterschied zwischen den USA und Japan.
Das hat eine klare Konsequenz für globale Anleger:
Dadurch entsteht der sogenannte Carry Trade: Investoren leihen sich günstige Yen und investieren das Geld in höher verzinste Dollar‑Anlagen.
Dieser Mechanismus erzeugt strukturellen Verkaufsdruck auf den Yen.
Analysten nennen außerdem weitere Belastungsfaktoren:
Die Folge: Laut Analysten von ING verliert jede Intervention relativ schnell an Wirkung, und der Wechselkurs tendiert häufig wieder in Richtung der 160‑Marke.
Auch unter großen Investmentbanken gibt es keine einheitliche Prognose für den Yen.
Die Schätzungen für Ende 2026 reichen von etwa 150 bis 164 Yen pro Dollar – eine ungewöhnlich breite Spanne für ein wichtiges Währungspaar.
Einige wichtige Einschätzungen:
Die große Bandbreite zeigt vor allem eines: Die Zukunft des Yen hängt stark davon ab, ob sich die Zinspolitik der großen Zentralbanken verändert.
Japan hat bereits enorme Summen eingesetzt, um seine Währung zu stabilisieren, und arbeitet dabei eng mit den USA zusammen. Doch die Wirkung bleibt begrenzt.
Solange US‑Zinsen deutlich höher sind als japanische Zinsen, bleibt der Dollar für Investoren attraktiver. Erst wenn sich dieser Zinsunterschied deutlich verkleinert – etwa durch stärkere Zinserhöhungen der Bank of Japan oder sinkende US‑Zinsen – könnte der Yen nachhaltig an Stärke gewinnen.
Comments
0 comments