Der Engpass bei Speicherchips wirkt in zwei Richtungen: Gerätehersteller müssen mit höheren Bauteilkosten und teils knapper Versorgung umgehen. Gleichzeitig schwächelt das Geschäft mit Smartphone-Chips – besonders in günstigeren Segmenten. Und obwohl Speicher knapp sind, sind die Aktien mehrerer Hersteller zuletzt gefallen. Anleger fragen sich, ob die Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturgeschäft dauerhaft stark genug bleibt, um die hohen Erwartungen zu stützen.
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Apple: höhere Kosten drücken auf die Marge
Apple-Chef John Ternus bezeichnete die Speicherpreise als „beispiellos“ und sagte, der Konzern rechne im Dezemberquartal mit nochmals höheren Kosten. Apple federt den Anstieg teilweise ab: mit zuvor günstiger eingekauften Speicherchips, Einsparungen an anderer Stelle und Preiserhöhungen bei einigen Produkten.
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Für das Dezemberquartal stellte Apple eine Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent in Aussicht. Im Septemberquartal hatte sie 47,9 Prozent betragen.
4 Der Vergleich braucht allerdings eine Einordnung: Laut Apple profitierte der Septemberwert im Umfang von rund einem Prozentpunkt von Zollrückerstattungen. Der erwartete Rückgang lässt sich deshalb nicht allein auf die Speicherpreise zurückführen.
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Zudem meldete Apple Lieferengpässe bei Geräten, darunter Macs und iPads.
7 Nach den Ergebnissen verlor die Aktie rund vier Prozent; Anleger richteten den Blick auf Kosten- und Margenaussichten.
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Schwächere Zahlen bei Smartphone-Chips
Qualcomm meldete einen Umsatz mit Smartphone-Chips von rund 5,14 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang um 26 Prozent. Die Verkäufe blieben angesichts der verhaltenen Nachfrage und sinkender Apple-bezogener Umsätze hinter den Erwartungen an der Wall Street zurück.
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54 Nach der Veröffentlichung fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent. Reuters berichtete am 5. November von einem Minus von 10,1 Prozent im vorbörslichen Handel.
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Auch die branchenweiten Zahlen zeigen Druck: Die Auslieferungen von Smartphone-Prozessoren sanken im dritten Quartal im Jahresvergleich um 21 Prozent. Besonders betroffen waren Einsteiger- und Mittelklassegeräte.
49 Gemeint sind Prozessor-Auslieferungen – nicht die Zahl verkaufter Smartphones oder die Auslieferungen von Speicherchips. Die Zahlen deuten auf einen angespannten Handy-Markt hin, belegen aber nicht, dass Speicherpreise allein den gesamten Rückgang verursacht haben.
Für Käuferinnen und Käufer können höhere Bauteilkosten teurere Geräte oder eine kleinere Auswahl erschwinglicher Modelle bedeuten. Apples Preiserhöhungen zeigen, wie ein Hersteller einen Teil des Kostendrucks auffangen kann. Aus den vorliegenden Berichten geht jedoch nicht hervor, in welchem Umfang andere Marken Kosten an ihre Kundschaft weitergeben werden.
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Warum Speicheraktien trotz Knappheit nachgeben
Ein knappes Angebot führt nicht automatisch zu steigenden Aktienkursen. Am 5. November fielen Micron, SK hynix und weitere Speicher- oder Speichertechnikwerte im Zuge eines breiteren Ausverkaufs bei Chipaktien.
29 In der Marktberichterstattung wurde der Druck teilweise mit Zweifeln daran verknüpft, ob die Investitionen in KI-Rechenzentren dauerhaft so hoch bleiben. Für Anleger ist das wichtig, weil sie einschätzen müssen, auf welche künftige Nachfrage die Hersteller bauen können.
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Für Speicherunternehmen stehen damit zwei Fragen im Raum: Reicht das Angebot, um den Bedarf aus dem KI-Geschäft zu bedienen? Und bleibt die Nachfrage nach Geräten stabil, wenn die Kosten steigen? Hohe Speicherpreise können den Anbietern nutzen. Schwächere Nachfrage nach Geräten oder Zweifel an künftigen Rechenzentrumsinvestitionen können ihre Aktien trotzdem belasten.
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Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Micron durch einen Bericht über eine geplante Fabrik in Taiwan. Reuters zufolge berichtete Bloomberg, Micron habe die Pläne für ein 4,5 Milliarden US-Dollar teures Speicherchipwerk wegen eines Arbeitskonflikts ausgesetzt. Reuters konnte die Meldung zunächst nicht unabhängig bestätigen. Es geht daher um einen unbestätigten Bericht zu einem geplanten Projekt – nicht um einen Beleg dafür, dass Microns bestehende Produktion gestoppt wurde.
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Wie lange könnte der Engpass anhalten?
Der Finanzchef von SK hynix erwartet, dass das Angebot an Speicherchips bis 2030 hinter der Nachfrage zurückbleibt. Das ist eine Prognose des Unternehmens, keine garantierte Laufzeit des Engpasses.
40 Ein separater Bericht zufolge hat SK hynix mit 14 Großkunden Vereinbarungen geschlossen, die mehr als die Hälfte der für 2027 und 2028 vorgesehenen Kapazität abdecken. Ein beträchtlicher Teil der künftigen Produktion wäre demnach bereits verplant.
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Für Käufer bedeutet das: Kosten- und Verfügbarkeitsdruck könnten anhalten, dürften sich aber je nach Gerät und Preisklasse unterschiedlich bemerkbar machen. Der Rückgang bei Smartphone-Prozessoren zeigt zugleich, dass höhere Preise auch die Nachfrage belasten können – besonders bei preisempfindlichen Handysegmenten.
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