Bei dieser Planung spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Vertreter des Ministeriums vergleichen diesen Prozess mit einer „unsichtbaren Stadterneuerung“: Frequenzbereiche müssen neu organisiert werden, ohne bestehende Infrastruktur abrupt zu verdrängen.
Historisch entwickeln sich Mobilfunkgenerationen etwa im Zehn‑Jahres‑Rhythmus – von 3G über 4G bis hin zu 5G. Viele Branchenanalysen erwarten daher eine erste Markteinführung von 6G um 2030.
Taiwan richtet seine Politik an diesem globalen Zeitplan aus. Wenn Frequenzen, Regulierung und technologische Grundlagen rechtzeitig vorbereitet werden, können Telekomunternehmen schneller mit dem Aufbau beginnen, sobald Standards und Geräte verfügbar sind.
Neben regulatorischen Maßnahmen investiert die Regierung auch direkt in Forschung und Entwicklung. Das taiwanische Kabinett hat ein sechsjähriges Programm im Umfang von 27 Milliarden Taiwan‑Dollar (NT$) beschlossen, das sowohl 6G‑Technologien als auch Satellitenkommunikation im niedrigen Erdorbit (LEO) fördern soll.
Die Initiative verfolgt mehrere Ziele:
Damit folgt Taiwan einem internationalen Trend, bei dem terrestrische Mobilfunknetze zunehmend mit satellitengestützter Infrastruktur kombiniert werden.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen 5G und der kommenden Generation könnte die stärkere Integration sogenannter Non‑Terrestrial Networks (NTN) sein – also Kommunikationssysteme außerhalb klassischer Bodenstationen, etwa Satelliten.
Taiwan geht davon aus, dass zukünftige 6G‑Netze terrestrische Basisstationen mit Satellitenverbindungen kombinieren werden, um nahezu überall Hochgeschwindigkeitsverbindungen bereitzustellen.
Solche hybriden Netze könnten unter anderem:
Selbst nach der Festlegung von Frequenzen sind mehrere Schritte notwendig, bevor Verbraucher tatsächlich 6G nutzen können.
Im taiwanischen Telekom‑System läuft der Prozess typischerweise so ab:
Allein der Aufbau dieser Infrastruktur kann mehrere Monate bis über ein Jahr dauern. Deshalb beginnen die Frequenzplanungen lange vor dem eigentlichen Start eines neuen Mobilfunkstandards.
International diskutieren Forschungseinrichtungen und Regulierungsbehörden verschiedene neue Frequenzbereiche für 6G. Besonders häufig genannt wird das 7,125–8,4‑GHz‑Band, das als sogenanntes „Upper Mid‑Band“ gilt.
Dieses Spektrum gilt als vielversprechend, weil es:
Analysen aus der Branche gehen davon aus, dass pro Mobilfunkanbieter etwa 400–500 MHz mittleres Frequenzspektrum benötigt werden könnten. In einem Markt mit mehreren Betreibern würde das insgesamt 1,5–2 GHz verfügbares Spektrum erfordern.
Studien legen nahe, dass Frequenzen in diesem Bereich theoretisch 10‑ bis 20‑mal mehr Kapazität als heutige 5G‑Netze ermöglichen könnten. Diese Zahlen beschreiben jedoch ein technisches Potenzial und nicht zwingend das endgültige Ergebnis realer Netzimplementierungen.
Taiwan hat noch keine endgültige Entscheidung über konkrete 6G‑Frequenzen getroffen. Behörden betonen, dass die Auswahl stark von internationalen Standards und globaler Harmonisierung abhängen wird.
Taiwans Strategie zeigt einen langfristigen Ansatz: frühzeitige Frequenzplanung, Investitionen in Forschung und die enge Abstimmung mit internationalen Standards.
Durch diese Kombination aus Regulierung, Technologieentwicklung und Satellitenintegration will das Land gut vorbereitet sein, wenn 6G gegen Ende des Jahrzehnts den Übergang von Forschung zur kommerziellen Nutzung beginnt.
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