Statt mehrere spezialisierte Systeme getrennt zu betreiben – etwa für Portfoliokonstruktion, Ordermanagement, Abgleich und Reporting – werden diese Funktionen künftig über eine einheitliche Datenbasis miteinander verbunden. Das soll sicherstellen, dass Teams entlang der gesamten Investmentkette auf denselben Informationsstand zugreifen können.
Viele große Vermögensverwalter haben über Jahre hinweg zahlreiche spezialisierte Systeme aufgebaut oder integriert. Dadurch entstehen häufig komplexe IT‑Landschaften mit getrennten Datenbeständen und aufwendigen Schnittstellen zwischen Handel, Risiko‑ und Operationssystemen.
Die Konsolidierung bei Pictet soll mehrere Herausforderungen adressieren:
Eine solche Architektur kann sowohl Pre‑Trade‑Analysen als auch Post‑Trade‑Prozesse beschleunigen und gleichzeitig Transparenz über Portfoliopositionen und Risikopositionen erhöhen.
Trotz der Plattformkonsolidierung will Pictet nicht auf alle intern entwickelten Lösungen verzichten. Stattdessen plant das Unternehmen, proprietäre Handelstools über APIs an SimCorp One anzubinden.
Dieser hybride Ansatz erlaubt es, zentrale Infrastruktur und Datenverwaltung zu standardisieren, während spezialisierte Funktionen weiterhin intern betrieben werden können.
Das künftige Setup sieht daher im Kern so aus:
Der Plattformwechsel ist ein mehrjähriges Transformationsprojekt. Neben technischer Integration sind umfangreiche Datenmigrationen, Prozessanpassungen und Systemtests notwendig.
Nach Angaben von SimCorp befindet sich das Projekt derzeit im Zeitplan und soll bis Dezember 2026 vollständig umgesetzt sein.
Die Entscheidung von Pictet passt zu einer breiteren Entwicklung in der Investmentbranche. Vermögensverwalter versuchen zunehmend, ihre komplexen IT‑Landschaften zu vereinfachen und Daten zentral zu organisieren.
Der SimCorp InvestOps Report 2026, der auf einer Befragung von Führungskräften der Buy‑Side basiert, zeigt: 58 % der Unternehmen sehen die Konsolidierung von Technologieanbietern und Plattformen als zentrale Priorität für ihre Investment‑Operations.
Die Gründe dafür liegen vor allem in vier Bereichen:
Mit der Einführung von SimCorp One verfolgt Pictet letztlich ein Modell, das in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt: eine zentrale technologische Infrastruktur kombiniert mit gezielter Individualisierung.
Wenn die Integration erfolgreich umgesetzt wird, erhält das Unternehmen eine einheitliche operative Plattform – während Investmentteams weiterhin spezialisierte Tools nutzen können, die ihre Handelsstrategien unterstützen.
Gerade für große Asset Manager mit globalen Portfolios und mehreren Anlageklassen wird dieser Ausgleich zwischen Standardisierung und Flexibilität immer mehr zum Kern der Technologie‑ und Datenstrategie.
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