Damit will das Rathaus möglichst viele Menschen erreichen – unabhängig davon, auf welcher Plattform sie normalerweise unterwegs sind. Gleichzeitig bleibt der Twitch‑Chat der Ort für die direkte Interaktion in Echtzeit.
City Hall beschreibt das Projekt als Versuch, Regierung zugänglicher, transparenter und direkter zu machen, indem man die Bürger dort anspricht, wo sie ohnehin online aktiv sind.
Die Auftaktfolge war im Grunde ein offenes Q&A. Mamdani beantwortete Fragen aus dem Chat und reagierte spontan auf Kommentare der Zuschauer.
Zwischendurch schaltete sich auch der Twitch‑Streamer „Moose“ kurz dazu – ein Moment, der zeigt, wie stark sich politische Kommunikation im Livestream mit der typischen Influencer‑Kultur der Plattform vermischen kann.
Der Live‑Chat entwickelte sich entsprechend schnell und chaotisch. Beobachter wiesen darauf hin, dass während des Streams auch Spam‑Nachrichten und unmoderierte Kommentare auftauchten – ein typisches Problem bei großen Livestream‑Chats.
Trotzdem entstand etwas, das in der Politik selten ist: eine Situation, in der Bürger dem Bürgermeister direkt eine Frage stellen und sofort eine Antwort bekommen.
Twitch ist ursprünglich vor allem als Plattform für Gaming‑Streams bekannt, hat sich aber zu einem breiteren Live‑Video‑Netzwerk entwickelt. Für Politiker bietet das einige Vorteile:
Die gleichzeitige Ausstrahlung auf vielen Plattformen sorgt außerdem für größere Reichweite. Zuschauer können auf ihrer bevorzugten App einschalten, während Mitschnitte später auch als Videos oder Podcasts weiterverbreitet werden.
Bei der Einführung der Reihe verwies Mamdani auf einen historischen Vergleich: den früheren New Yorker Bürgermeister Fiorello La Guardia, der in den 1930er‑ und 1940er‑Jahren Radio nutzte, um direkt mit der Bevölkerung zu sprechen.
Seiner Meinung nach hätte La Guardia vermutlich ebenfalls gestreamt, wenn es damals schon Twitch gegeben hätte.
Die Parallele zeigt ein wiederkehrendes Muster in der Politik: Führungspersonen nutzen jeweils die dominanten Medien ihrer Zeit, um näher an ihre Wähler zu kommen – früher Radio, später Fernsehen, dann soziale Netzwerke.
Die Twitch‑Reihe ist kein isoliertes Experiment. Berichte über den Start beschreiben sie als Erweiterung von Mamdanis stark digital geprägter Kommunikationsstrategie, die ihm bereits auf dem Weg ins Rathaus geholfen habe.
Mit „Talk with the People“ kombiniert er mehrere Formate gleichzeitig:
Ob sich dieses Modell dauerhaft durchsetzt, bleibt offen. Doch der Start der Reihe zeigt, wie stark sich politische Kommunikation verändert: Immer öfter findet sie direkt in den Online‑Räumen statt, in denen Menschen ohnehin ihre Zeit verbringen.
Und anders als bei klassischen Pressekonferenzen kann das Publikum dort sofort zurückreden.
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