Gleichzeitig zeigen die Daten aber auch Fortschritte: Die energiebedingten Emissionen der Rechenzentren sanken im selben Zeitraum um 12 %.
Der wichtigste Grund dafür sind neue erneuerbare Energieprojekte und langfristige Stromabnahmeverträge, deren Anlagen inzwischen Strom in die regionalen Netze liefern, aus denen Googles Infrastruktur versorgt wird.
Der Kern von Googles Strategie ist ein Konzept, das über klassische Ökostrombeschaffung hinausgeht.
Viele Unternehmen geben an, ihre Aktivitäten zu 100 % mit erneuerbarer Energie zu betreiben. In der Praxis bedeutet das meist, dass sie über das Jahr hinweg genug erneuerbare Energie einkaufen oder Zertifikate erwerben, um ihren jährlichen Stromverbrauch rechnerisch auszugleichen.
Das Problem: In einer konkreten Stunde kann der tatsächlich genutzte Strom weiterhin aus fossilen Quellen stammen, etwa wenn gerade keine Sonne scheint oder kein Wind weht.
Google versucht diese Lücke zu schließen. Ziel ist es, den Stromverbrauch in jeder Stunde und in jeder Netzregion mit CO₂‑freier Energie zu decken.
Das hat mehrere Konsequenzen für die Energieplanung:
Daher investiert Google neben Wind‑ und Solarenergie auch in andere Lösungen wie Energiespeicher, Geothermie, neue Kernenergie‑Konzepte und flexiblere Rechenzentrums‑Betriebsmodelle.
Mehrere Entwicklungen zeigen, dass Google seine Energieversorgung trotz wachsender KI‑Last weiter auf CO₂‑freie Quellen umstellt.
Zwischen 2010 und 2024 hat Google mehr als 170 Verträge über zusammen über 22 Gigawatt an sauberer Energieerzeugung abgeschlossen.
Damit gehört der Konzern zu den weltweit größten Unternehmenskäufern erneuerbarer Energie.
Laut Umweltbericht gingen über 25 vertraglich gesicherte Energieprojekte im Jahr 2024 ans Netz, die zusammen etwa 2,5 GW neue saubere Stromkapazität bereitstellen.
Diese Projekte versorgen die Netze, aus denen auch Googles Rechenzentren Strom beziehen.
Ein Beispiel ist eine Serie langfristiger Stromabnahmeverträge mit dem Energieentwickler Clearway. Sie sollen rund 1,2 GW CO₂‑freie Energie aus Projekten in Missouri, Texas und West Virginia liefern und damit Rechenzentren auf diesen regionalen Stromnetzen unterstützen.
Google misst seinen Fortschritt mit der Kennzahl Carbon‑Free Energy Percentage (CFE) – dem Anteil der Stunden, in denen der Stromverbrauch tatsächlich durch CO₂‑freie Energie gedeckt ist.
Der zuletzt gemeldete Wert liegt bei etwa 66 % stündlicher CO₂‑freier Energie über alle Standorte hinweg, wobei einige Netzregionen bereits über 80 % erreichen.
Das zeigt Fortschritte, macht aber auch deutlich, wie groß der verbleibende Weg bis 2030 ist.
Neben dem Einkauf sauberer Energie verändert Google auch den Betrieb seiner Infrastruktur.
Ein Ansatz ist carbon‑aware computing: Rechenaufgaben werden – wenn möglich – in Zeiten oder Regionen verschoben, in denen der Strommix besonders sauber ist.
Zusätzlich entwickeln die Rechenzentren sogenannte Demand‑Response‑Funktionen, mit denen sie ihren Stromverbrauch zeitweise reduzieren oder verschieben können, wenn Stromnetze stark belastet sind.
Auch Effizienz spielt eine wichtige Rolle. Laut Google‑Forschung können kombinierte Trainingsmethoden und Infrastruktur‑Optimierungen den Energiebedarf beim Training von KI‑Modellen um bis zu das 100‑Fache senken und die Emissionen in manchen Fällen um das 1000‑Fache reduzieren.
Googles Nachhaltigkeitsstrategie beschränkt sich nicht nur auf den eigenen Energieverbrauch.
Im Mai 2026 startete Google DeepMind einen neuen Accelerator in der Asien‑Pazifik‑Region namens „AI for the Planet“.
Das dreimonatige Programm unterstützt Startups, Forschungsteams und gemeinnützige Organisationen, die KI‑Technologien zur Lösung von Umwelt‑ und Klimaproblemen einsetzen.
Zu den Themenfeldern gehören unter anderem:
Teilnehmende Organisationen erhalten Mentoring sowie Unterstützung bei der Integration moderner KI‑Modelle in ihre Projekte.
Googles Ziel, bis 2030 rund um die Uhr CO₂‑freie Energie zu nutzen, markiert einen grundlegenden Strategiewechsel in der Energieversorgung großer Technologieunternehmen.
Statt Emissionen nur im Jahresdurchschnitt auszugleichen, versucht das Unternehmen, seinen Stromverbrauch stundenweise und regional mit sauberer Energie zu decken.
Der wachsende Energiebedarf durch KI macht diese Aufgabe schwieriger. Gleichzeitig zeigen neue Energieprojekte, langfristige Stromverträge, effizientere KI‑Technologien und flexiblere Rechenzentren, dass Google versucht, den Ausbau von KI‑Infrastruktur und die Dekarbonisierung seiner Energieversorgung parallel voranzutreiben.
Ob das Unternehmen bis 2030 tatsächlich eine vollständige stündliche CO₂‑freie Versorgung erreicht, bleibt offen – doch der Ansatz beeinflusst bereits, wie die gesamte Branche über die Energieversorgung von KI‑Rechenzentren nachdenkt.
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