In einem offenen Beitrag auf X räumte Pollak ein: „Der Fokus auf Social war definitiv falsch“ . Die Versuche mit Creator-Coins und dezentralen Social-Apps von Drittanbietern hätten nicht die erhoffte Nutzerbasis gebracht . Stattdessen habe die Social-Ausrichtung den Infrastrukturausbau gebremst und die App zu sehr an klassische Web2-Plattformen angenähert .
Jordan „Cobie“ Fish, Gründer der Onchain-Fundraising-Plattform Echo, die Coinbase für rund 375 Millionen Dollar in bar und Aktien übernommen hatte , übernahm am 15. Juli 2026 die Leitung der Base App. Seine Aufgabe: aus der App die beste Handelsplattform für Onchain-Transaktionen zu machen .
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
Von Base-only zu Multichain. Bislang war die App auf Coinbase eigene Layer-2-Blockchain beschränkt. Unter Fish wird sie zu einer „allumfassenden Multichain-Handelsanwendung“, die es Nutzern erlaubt, Vermögenswerte über mehrere Netzwerke hinweg zu handeln . Pollak sagte dazu gegenüber The Block: „Da es sich zu einer Trading-App entwickelt, wird es einfach weniger Base-zentrisch. Wir erweitern den Horizont, um überall handeln zu können und Funktionen aus verschiedenen Netzwerken zu integrieren“ .
Vom Social-Tool zur reinen Trading-Plattform. Fish‘ Hintergrund liegt im Krypto-Trading und Onchain-Fundraising – nicht in sozialen Medien. Sein direktes Ziel: Predictive Markets und weitere Trading-Features über mehrere Chains auszurollen . Die App wird also künftig nicht mehr der Ort für Creator-Coins und Social-Interaktionen sein, sondern ein reines Handelsinstrument.
Akquisitionshintergrund. Coinbase hatte Echo vor allem wegen Fish‘ Expertise im Trading-Bereich übernommen. Die Akquisition war ein klares Signal, dass Coinbase die Handelskompetenz in die Base App holen wollte .
Pollak verlässt Base nicht – er geht nur zurück zu den Wurzeln. Seine neue Rolle lässt sich klar von der von Fish trennen:
Rückzug aus der App-Entwicklung. Pollak übergab die Base App offiziell an die Coinbase-Führung und Fish übernimmt die tägliche Entwicklung . Er selbst bezeichnete die Übergabe als „Rückgabe der App an Coinbase“, um sich voll auf die Chain-Ebene konzentrieren zu können .
Neuer Fokus: Blockchain-Infrastruktur. Pollak wird sich künftig ausschließlich auf die Base-Blockchain konzentrieren. Seine drei Prioritäten in dieser Reihenfolge: Trading, Stablecoin-Zahlungen und KI-Agenten . Die meisten Engineering-Ressourcen fließen in den Handelsbereich. Sein Ziel: „Base zur Blockchain für das globale Finanzwesen zu machen“ . Er selbst schreibt wieder Code und hat Infrastruktur-Upgrades wie Azul, Beryl, B20, Datenschutzfunktionen und Ledger-Integrationen ausgeliefert .
Ehrliches Eingeständnis. Pollak gab nicht nur zu, dass die Social-Strategie falsch war, sondern hinterfragte auch grundlegende Annahmen: „Braucht Krypto Social, um zu wachsen? Braucht Base eine eigene App? Kann Base größer sein als Coinbase?“ .
Im Kern besitzt Pollak jetzt die Chain-Ebene, Fish die Consumer-App-Ebene – und die App ist kein Base-exklusiver Hub mehr. Die Base-Blockchain selbst bleibt operativ stark: Sie verarbeitet täglich ein Handelsvolumen von über einer Milliarde Dollar und beherbergt fast fünf Milliarden Dollar an DeFi-Vermögenswerten . Es war die App, die unter den Erwartungen blieb, und der Führungswechsel ist das explizite Eingeständnis, dass der Social-First-Ansatz nicht funktioniert hat.
Die Neuausrichtung positioniert Base zudem direkter gegen Fintech-Riesen wie Stripe und Robinhood . Fish‘ Multichain-Strategie könnte die Reichweite von Base vergrößern, indem sie Händler aus anderen Ökosystemen anzieht – auch wenn diese nicht primär die Base-Blockchain nutzen.
Die Botschaft an Nutzer und Entwickler ist deutlich: Das Social-Experiment ist beendet. Der Fokus liegt jetzt auf dem besten Handelserlebnis – über alle Chains hinweg, nicht nur über Base.