Mehr als 40 der inländischen Mitgliedsunternehmen der Shanghai Diamond Exchange sind inzwischen aktiv in der Produktion und dem Export synthetischer Diamanten tätig – das ist mehr als ein Zehntel der insgesamt über 400 Mitglieder der Börse .
Der wohl dynamischste Wachstumstreiber der Branche ist nicht mehr der Verlobungsring, sondern das Thermomanagement modernster Halbleiter.
Der physikalische Vorteil von Diamant: Laborgezüchteter Diamant besitzt mit 2.000 bis 2.200 W/(m·K) die höchste Wärmeleitfähigkeit aller bekannten Materialien – etwa fünfmal so viel wie Kupfer und achtmal so viel wie Aluminium. Da Diamant zudem elektrisch isoliert, eignet er sich perfekt als Wärmeverteiler für Hochleistungs-KI-Chips, die inzwischen eine thermische Verlustleistung (TDP) von über 1.000 Watt erreichen .
Die Industrie zieht mit:
Die Börse reagiert dramatisch:
Trotz der hohen Erwartungen: Nicht alle Hersteller verbuchen schon kommerzielle Erfolge. Im Juni 2026 teilte Liliang Diamond der Börse mit, dass Diamant-Wärmeleitmaterialien „noch nicht die Phase der großflächigen Kommerzialisierung erreicht“ hätten und „keinen wesentlichen Einfluss“ auf die Umsätze hätten. Die Firma SF Diamond gab an, einen einzigen Überseekunden zu haben – und das Problem sei schlicht: Es fehlen noch die Aufträge . Das zeigt: Während die technologische und strategische Richtung klar ist, steckt der Umsatz aus dem KI-Kühlgeschäft noch in den Anfängen.
Führungskräfte der Branche zeichnen zwei unterschiedliche Wachstumspfade. Das Schmuckgeschäft ist die etablierte Basis – und es wächst weiter, da die Nachfrage nach erschwinglichen synthetischen Diamanten in westlichen Märkten steigt . Die „zweite Wachstumskurve“ jedoch – synthetische Diamanten in integrierten Schaltkreisen, KI-Rechenleistung, Hochleistungslasern, Hochfrequenzfiltern und Quantentechnologie –, so die allgemeine Erwartung, wird eines Tages weitaus größer sein
.
Wie ein chinesischer Branchenmanager es formulierte: Diamant hat eine Wärmeleitfähigkeit, die ein Vielfaches von Kupfer beträgt. Das ermöglicht es, die Hotspots in Chips und Handy-Ladegeräten drastisch zu senken und so die Chip-Leistung und Ladeeffizienz erheblich zu verbessern .
Kurz gesagt: Chinas Industrie für synthetische Diamanten ist nicht länger nur eine Geschichte für Juweliere. Sie ist zum materialscience-basierten Wegbereiter für das KI-Zeitalter geworden – und die Zahlen belegen es.