Ein Bloomberg Maßstab für Carry Trades in Schwellenländern legte 2025 rund 17 bis 18 Prozent zu – das beste Ergebnis seit 2009. Das Erfolgsrezept waren große Zinsabstände, hohe reale Renditen, geringe Wechselkursvolatilität, widerstandsfähiges Wachstum, Kapitalzuflüsse und ein zeitweise schwächerer US Dollar.
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: How have dollar-funded carry trades—borrowing cheaply in US dollars to invest in higher-yielding emerging-market currencies and bonds—perfor. Article summary: Dollar-funded EM carry was exceptionally profitable in 2025 and remained broadly resilient into 2026, but the trade has become more selective and more fragile. A Bloomberg carry measure returned about 17% in 2025—the bes. Topic tags: general, news, general web, user generated. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts w
Ein Carry-Trade folgt einer einfachen Logik: Anleger verschulden sich in einer Währung mit niedrigen Zinsen und investieren das Geld in eine Währung oder Anlage mit höherer Verzinsung. Bei Schwellenländern bedeutet das meist, dass sie in lokale Anleihen oder Währungen mit hohen Zinsen investieren und die Position in US-Dollar oder einer anderen vergleichsweise günstigen Finanzierungswährung aufnehmen.49
Diese Strategie lief 2025 außergewöhnlich gut und blieb auch 2026 zunächst robust. Ein Bloomberg-Maßstab gewann 2025 rund 17 Prozent – so stark wie seit 2009 nicht mehr.4 Ein weiterer Bericht sprach von der längsten Gewinnserie bei Carry-Trades mit Dollar-Finanzierung seit 2008.6
Der entscheidende Vorbehalt: Carry ist kein garantiertes Zinseinkommen. Fällt die Zielwährung stark genug, können die Wechselkursverluste viele Monate an Zinserträgen innerhalb kurzer Zeit auslöschen.
Der wichtigste Treiber waren die erheblichen Unterschiede zwischen den Finanzierungskosten und den Zinsen in vielen Schwellenländern. In einzelnen Märkten blieben die Renditen auch nach Berücksichtigung der Inflation attraktiv. Reuters zufolge lagen die realen Einjahresrenditen in der Dominikanischen Republik, Ghana und Sambia über 5 Prozent, in Ägypten, Uganda und der Ukraine sogar bei mindestens 10 Prozent.1
Allerdings zeigen diese Beispiele auch, warum hohe Nominalzinsen mit Vorsicht zu betrachten sind: Hohe Inflation kann einen beträchtlichen Teil der Rendite auffressen.
Die Türkei wurde zu einem besonders prominenten Beispiel für die Jagd nach Carry. Die straffe Geldpolitik und die hohen Zinsen boten einen großen Zinsvorteil. Gleichzeitig warnten Analysten vor überfüllten Positionen und länderspezifischen Risiken.78
Für Anleger zählt deshalb nicht der Leitzins allein, sondern die Gesamtrendite:
Carry-Rendite ≈ Zinsvorteil + Wechselkursveränderung + Kursveränderung der Anleihe − Finanzierungs- und Transaktionskosten.
Eine Abwertung der Zielwährung, die größer ausfällt als der Zinsvorteil, macht aus einer scheinbar attraktiven Position ein Verlustgeschäft. Reale Renditen, Inflationserwartungen, Liquidität und die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik sind daher ebenso wichtig wie der offiziell ausgewiesene Nominalzins.123
Während eines großen Teils des Jahres 2025 war der US-Dollar eine besonders günstige Finanzierungswährung. Anleger konnten sich vergleichsweise billig in Dollar verschulden, höher verzinste Anlagen in Schwellenländern kaufen und mussten weniger befürchten, dass eine Aufwertung der Finanzierungswährung ihre Position belastet.
Reuters berichtete von einer Renaissance dollarfinanzierter Positionen unter anderem in der indonesischen Rupiah, der indischen Rupie, dem brasilianischen Real und der türkischen Lira.3
Hinzu kamen Kapitalzuflüsse. Eine von J. Safra Sarasin zitierte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Dollar-Abwertung und niedrigere US-Leitzinsen wichtige Treiber der Zuflüsse in Schwellenländeranlagen waren. Besonders relevant war die Dollarentwicklung für Lokalwährungsanleihen.38
Carry-Trades funktionieren am besten, wenn die Zielwährung stabil bleibt. Dann können Anleger den Zinsunterschied vereinnahmen, ohne unmittelbar große Wechselkursverluste hinnehmen zu müssen. Bloomberg und ING nannten die sinkende Volatilität als einen zentralen Grund für die gute Wertentwicklung. ING hob zudem das Verhältnis von Carry zu Volatilität als wichtiges Auswahlkriterium hervor.410
Genau darin liegt aber auch die Tücke: Ruhige Märkte ermutigen Anleger oft zu mehr Fremdfinanzierung und größeren Positionen. Springt die Volatilität anschließend nach oben, steigen die Haltekosten, während Risikolimits, Stop-Loss-Marken und Nachschussforderungen gleichzeitig Verkäufe erzwingen können.
Auch das makroökonomische Umfeld war günstig. Vermögensverwalter verwiesen auf die robuste Konjunktur, geringere Volatilität, attraktive Carry-Renditen und unterstützende technische Faktoren als Gründe für eine positive Einschätzung von Schwellenländeranleihen.3640
Von einer gleichmäßigen Rally in allen Schwellenländern konnte jedoch keine Rede sein. Die attraktivsten Chancen konzentrierten sich auf Märkte, in denen hohe Zinsen mit einer glaubwürdigen Geldpolitik, sinkender Inflation, ausreichenden externen Puffer oder einer guten Marktliquidität zusammentrafen.
Der Ausblick für 2026 ist weniger eindeutig als die Rally des Vorjahres. Frühere Berichte zeigten zunächst eine anhaltende Dynamik: Ein mit Bloomberg verbundener Index lag Ende Januar etwa 1,3 Prozent über dem Jahresanfang.6
Als der Dollar jedoch wieder an Stärke gewann, wechselten Händler zunehmend von einer Dollar-Finanzierung zu Währungen wie dem Euro und dem australischen Dollar, um Carry-Positionen in Schwellenländern zu finanzieren.2
Das ist mehr als ein technisches Detail. Es zeigt, dass Carry kein pauschaler Einsatz gegen den Dollar ist, sondern eine Relative-Value-Strategie. Ihre Rendite hängt von der Finanzierungswährung, der Zielwährung, den Zinserwartungen und der Volatilität ab. Auch bei einem starken Dollar kann eine Position attraktiv bleiben – nur die beste Finanzierungswährung kann sich ändern.
Die Einschätzung institutioneller Anleger ist überwiegend vorsichtig konstruktiv, aber nicht uneingeschränkt optimistisch. Carry kann weiter funktionieren, wenn die Inflation in den Schwellenländern unter Kontrolle bleibt, die Weltwirtschaft eine harte Landung vermeidet und die Wechselkursvolatilität überschaubar bleibt.3640
Wahrscheinlicher als eine breit angelegte Wette auf sämtliche Schwellenländer ist daher ein selektiver Ansatz. Besonders interessant sind Märkte mit:
Die erwarteten Zinssenkungen in den Schwellenländern begrenzen den Spielraum. In einem Ausblick wurde für 2026 ein mittlerer Rückgang der Leitzinsen um etwa 50 Basispunkte veranschlagt.35 Damit dürfte sich der Zinsvorteil in einigen Märkten allmählich verringern. Je niedriger die Zinsen, desto wichtiger wird die Stabilität der Währung, weil weniger Zinsertrag zur Abfederung einer Abwertung zur Verfügung steht.
Franklin Templeton erwartet ebenfalls, dass die Wertentwicklung von Schwellenländeranlagen 2026 stärker von laufenden Carry-Erträgen als von einer breiten Einengung der Risikoaufschläge getragen wird. Eine selektive Outperformance einzelner Schwellenländerwährungen setzt demnach keinen allgemeinen Einbruch des Dollars voraus.37
Eine restriktivere Federal Reserve, hartnäckige US-Inflation oder steigende Renditen amerikanischer Staatsanleihen würden die relative Finanzierung in Dollar verteuern und die Attraktivität von Schwellenländeranlagen schmälern. Ein schneller Dollaranstieg wäre besonders problematisch: Er könnte gleichzeitig die Finanzierungskosten erhöhen und Verluste bei der Zielwährung verursachen.
Das Gegenstück ist eine schnellere Lockerung in den Schwellenländern. Rasche Zinssenkungen würden die Zinsabstände verringern und einen Teil des Carry-Puffers beseitigen.3536
Die Auflösung des Yen-Carry-Trades im August 2024 zeigt die mechanische Verwundbarkeit solcher Strategien. Veränderte Zinserwartungen und ein sprunghafter Anstieg der Volatilität setzten fremdfinanzierte Positionen unter Druck. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich kam zu dem Schluss, dass höhere Margen und der Abbau von Fremdfinanzierung die Bewegung verstärkten.4647
Ein ähnlicher Ablauf kann auch bei einem dollarfinanzierten Schwellenländer-Trade entstehen:
Die Episode von 2024 zeigt zudem, dass die Geldpolitik Japans über Yen-finanzierte Geschäfte hinaus relevant sein kann. Der Yen ist eine wichtige Finanzierungswährung. Eine kräftige Aufwertung kann Anleger dazu bringen, fremdfinanzierte Positionen in verschiedenen Märkten gleichzeitig abzubauen.
Reuters führte die damalige Auflösung unter anderem auf japanische Zinserhöhungen, einen volatilen Yen und veränderte Erwartungen an die US-Geldpolitik zurück.43
Das bedeutet nicht, dass jeder dollarfinanzierte Carry-Trade auf dieselbe Weise aufgelöst wird. Es zeigt aber, wie gemeinsame Sicherheiten, Fremdfinanzierung und Portfolio-Risikolimits scheinbar getrennte Positionen miteinander verbinden können.
Eine weitere Eskalation im Nahen Osten oder ein anhaltender Energieschock könnte die Inflation erhöhen, das Wachstum bremsen und die Leistungsbilanzen ölimportierender Schwellenländer belasten. Zu den wichtigsten Risiken für Schwellenländeranleihen zählen laut Investmentanalysen Geopolitik, Rohstoffvolatilität, Rezessionsgefahr und eine mögliche Korrektur im Technologiesektor.36
Auch steigende Lebensmittelpreise sind ein Risiko. Reuters berichtete von einer Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent für ein sehr starkes El-Niño-Ereignis im Zeitraum Oktober bis Dezember 2026. Höhere Energie- und Düngemittelkosten sowie Störungen bei Getreidetransporten könnten den Preisdruck in Asien und Lateinamerika verschärfen.1718
Morgan Stanley verwies zudem auf mögliche Beeinträchtigungen der Zuckerrohrproduktion in Indien, Thailand und Südostasien durch ausbleibenden Regen.22
Ein Lebensmittel- oder Energieschock kann Carry-Trades auf zwei Wegen schädigen: Er kann die Zielwährung direkt schwächen und zugleich die lokale Notenbank zwingen, geplante Zinssenkungen zu verschieben oder die Geldpolitik sogar wieder zu straffen.
Brasilien gehörte zu den attraktiveren Carry-Märkten. Gerade diese Erfolgsgeschichte macht die Position jedoch anfällig für eine Überfüllung. Bloomberg berichtete, dass Wahlrisiken einige Anleger dazu veranlassten, ihr Engagement im brasilianischen Trade zu reduzieren.19
Eine ausreichend starke Abwertung des Real kann die auf lokalen Anlagen erzielten Zinsen schnell überkompensieren. Hinzu kommt Brasiliens Abhängigkeit von Rohstoffen: Eine schwächere Nachfrage aus China, niedrigere Rohstoffpreise oder Zweifel an der Haushaltspolitik könnten die Währung belasten.1926
Rohstoffwährungen wie der brasilianische Real, der kolumbianische Peso und der südafrikanische Rand profitieren häufig von hohen Rohstoffpreisen. Diese Unterstützung kann jedoch nachlassen, wenn das globale Wachstum schwächer ausfällt oder die Nachfrage Chinas sinkt. Für die Rohstoffmärkte 2026 und 2027 werden sowohl geopolitische als auch klimabedingte Risiken erwartet.20
Auch eine scharfe Korrektur bei KI-bezogenen asiatischen Aktien wäre ein möglicher Übertragungskanal. Sie könnte die Finanzierungsbedingungen verschärfen und Abflüsse aus Schwellenländeranlagen auslösen. Dabei handelt es sich um ein Szenario, nicht um eine belegte aktuelle Hauptursache für die Schwäche von Carry-Trades: Die verfügbaren Analysen benennen Technologiezyklus- und KI-Risiken, zeigen aber nicht, dass eine KI-Korrektur derzeit der entscheidende Treiber ist.2836
Die Finanzkrise von 2008 und die Turbulenzen im August 2024 waren unterschiedliche Ereignisse. Ihre gemeinsame Lehre ist jedoch relevant: Carry-Trades können über lange Zeit schrittweise Gewinne anhäufen und diese verlieren, sobald Finanzierungskosten, Volatilität oder Risikobereitschaft neu bewertet werden.464757
Für eine Umkehr der Rally ist deshalb kein vollständiger Einbruch der Fundamentaldaten in den Schwellenländern nötig. Schon eine relativ kleine Verschiebung im Verhältnis zwischen Zinsvorteil und Wechselkursrisiko kann ausreichen.
Besonders genau beobachten sollten Anleger:
Dollarfinanzierte Carry-Trades in Schwellenländern profitierten 2025 von einer ungewöhnlich günstigen Kombination: großen Zinsabständen, einem schwächeren US-Dollar, geringer Volatilität, widerstandsfähigem Wachstum und kräftiger Nachfrage der Anleger.
Auch 2026 bleibt die Strategie grundsätzlich attraktiv. Ihre einfache Phase dürfte jedoch vorbei sein. Der überzeugendste Ausblick ist selektiv: Dort, wo reale Renditen, geldpolitische Glaubwürdigkeit und externe Fundamentaldaten stark sind, kann Carry weiterhin Erträge liefern.
Die grundlegende Asymmetrie bleibt aber bestehen: Viele Monate stetiger Zinserträge können durch eine einzige heftige Bewegung der Finanzierungswährung, der lokalen Währung oder der globalen Volatilität zunichtegemacht werden.
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Ein Bloomberg Maßstab für Carry Trades in Schwellenländern legte 2025 rund 17 bis 18 Prozent zu – das beste Ergebnis seit 2009.
Ein Bloomberg Maßstab für Carry Trades in Schwellenländern legte 2025 rund 17 bis 18 Prozent zu – das beste Ergebnis seit 2009. Das Erfolgsrezept waren große Zinsabstände, hohe reale Renditen, geringe Wechselkursvolatilität, widerstandsfähiges Wachstum, Kapitalzuflüsse und ein zeitweise schwächerer US Dollar.
Für 2026 erwarten institutionelle Anleger eher selektive Chancen als eine breit angelegte Rally.