Zu den auffälligsten Neuerungen gehört der Ausbau auf acht spielbare Shells. Die unterschiedlichen Körper beziehungsweise Klassen eröffnen mehr Möglichkeiten bei der Charakterentwicklung und sorgen für abwechslungsreichere Kämpfe als im Original.
Das System verleiht Mortal Shell 2 zudem ein klareres eigenes Profil im mittlerweile dicht besetzten Soulslike-Genre. Die Fortsetzung übernimmt nicht einfach eine bekannte Formel, sondern nutzt die Shells als Grundlage für Experimente und individuelle Spielweisen.
Statt auf eine herkömmliche Ausdauerleiste setzt Mortal Shell 2 auf ein Resolve-basiertes System. Laut den Tests macht das die Kämpfe schneller und ausdrucksstärker: Spieler können offensiver vorgehen, müssen aber weiterhin die Risiken ihrer Fähigkeiten und Fehler im Blick behalten.
Dieser Wechsel scheint wesentlich zur besseren Zugänglichkeit beizutragen. Kritiker beschreiben das Kampfsystem als geschmeidiger und befriedigender, ohne den Druck und die Gefahr zu verlieren, die man von einem Soulslike erwartet.
Besonders häufig wird die große, miteinander verbundene Semi-Open-World hervorgehoben. Versteckte Dungeons, geheime Wege und sinnvoll gestaltete Gebiete machen die Erkundung zu einem Kernbestandteil des Fortschritts – und nicht bloß zu einer Verbindung zwischen einzelnen Bosskämpfen.
Auch die Präsentation trägt zur Wirkung bei. Das düstere Fantasy-Setting, die visuelle Gestaltung und das Sounddesign werden in mehreren Kritiken gelobt. OpenCritic-Tests sprechen von einer visuell beeindruckenden Welt mit einem ausgeprägten Gefühl für Entdeckung.
Daher sehen einige Medien Mortal Shell 2 als eines der bemerkenswerteren Soulslikes außerhalb des FromSoftware-Katalogs. Das ist eine Einordnung innerhalb des Genres und bedeutet nicht, dass die Fortsetzung exakt dasselbe Spielerlebnis bietet wie ein FromSoftware-Titel.
Die einheitlichste Kritik betrifft den technischen Zustand. Testberichte nennen Bugs und Abstürze, darunter ein Problem, das einen Tester zum Neustart des gesamten Durchlaufs zwang. Auch Kamera und Zielerfassung können sich unberechenbar verhalten – vor allem, wenn mehrere Gegner gleichzeitig angreifen.
Das fällt bei einem Kampfsystem besonders ins Gewicht, das auf dem genauen Lesen gegnerischer Bewegungen und präzisen Reaktionen beruht. Selbst Kritiker, die Welt und Kämpfe überzeugend fanden, sehen die technischen Unsauberkeiten als Belastung für eine ansonsten selbstbewusste Fortsetzung.
Mehrere Gegner auf einmal sind ein weiterer Streitpunkt. Wenn sich Angriffe überschneiden, erschweren Kamera- und Zielprobleme die Übersicht. Zudem hinterfragen einige Tests das Balancing solcher Begegnungen. Dadurch wirkt der Schwierigkeitsgrad nicht in jedem Abschnitt so bewusst abgestimmt wie bei den besten Einzelkämpfen.
Auch das Fortschrittssystem wird von manchen Kritikern als stärker vereinfacht oder weniger tief beschrieben als die Systeme des Originals. Das erleichtert den Einstieg, kann aber bei erfahrenen Spielern den Eindruck erwecken, dass komplexe Build-Entscheidungen an Bedeutung verlieren.
Mortal Shell 2 ist nicht unbedingt durchgehend auf eine kontrollierte Weise schwierig. Tests weisen darauf hin, dass Grinding und besonders starke Builds manche Bosse stark vereinfachen können. Die Herausforderung lässt sich damit leichter „brechen“ als in einem streng abgestimmten Soulslike.
Das macht die Kämpfe nicht grundsätzlich anspruchslos, relativiert aber den Anspruch, eine konsequent auf Meisterschaft ausgelegte Herausforderung zu bieten. Wer eine exakt austarierte Schwierigkeit erwartet, könnte das Sequel als flexibler, aber auch weniger diszipliniert erleben.
In ihrer Gesamtheit deuten die Tests auf ein Studio hin, das bei Umfang und Selbstvertrauen deutlich gewachsen ist. Cold Symmetry bewahrt die düstere Fantasy-Identität des Originals, erweitert aber die Welt, erhöht die Build-Vielfalt und richtet das Kampfsystem stärker auf das schnellere Resolve-Modell aus.
Der Preis dieser Ambition zeigt sich beim Feinschliff. Eine größere Welt und mehr Systeme schaffen auch mehr Möglichkeiten für Bugs, unübersichtliche Begegnungen und Balancing-Lücken. Die Schwächen von Mortal Shell 2 hängen damit teilweise an derselben Risikobereitschaft, die seine stärksten Seiten überhaupt erst möglich macht.
Die Standardedition wird für 49,99 US-Dollar angeboten. Die Devout Edition kostet 59,99 US-Dollar und bot ab dem 17. August 72 Stunden Vorabzugang. Der reguläre Release folgt am 20. August 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC.
Nach dem bisherigen Testbild ist die Standardedition ein gutes Angebot für Spieler, die ein erkundungsorientiertes Action-Rollenspiel mit Build-Experimenten und schnellerem Soulslike-Kampf suchen. Wer besonders empfindlich auf Abstürze, Kameraprobleme oder unausgeglichen wirkende Gruppenkämpfe reagiert, sollte dagegen möglicherweise abwarten, wie sich der technische Zustand zum Start und nach ersten Aktualisierungen entwickelt.
Das Gesamturteil fällt somit positiv, aber nicht vorbehaltlos aus. Mortal Shell 2 wird nicht als makelloser Ersatz für ein FromSoftware-Spiel präsentiert, sondern als ambitionierte und vergleichsweise preisgünstige Alternative, die ihren Vorgänger deutlich übertrifft. Die technischen und spielerischen Unebenheiten sollte man vor dem Kauf dennoch einkalkulieren.