Meta Muse sammelte kurz nach dem Start am 8. September Millionen Downloads und schaffte es zehn Tage später an die Spitze der US-Rangliste für kostenlose Apps im Apple App Store. Doch Ranglistenplatz und Installationen zeigen vor allem, dass viele Menschen die App ausprobiert haben – nicht, ob sie regelmäßig wiederkommen, dafür bezahlen oder genug Transaktionen auslösen, um die Betriebskosten zu decken.
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Was die frühen Zahlen aussagen – und was nicht
Schätzungen von Drittanbietern, auf die sich frühe Berichte beziehen, beziffern die Downloads seit dem Start auf mehr als 5,6 Millionen. Demnach erreichte Muse um den zwölften Tag einen Höchststand; bis zum 23. Tag stabilisierten sich die Downloadzahlen.
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17 Laut den damals von Sensor Tower ausgewerteten Daten stand Muse am 18. September auf Platz eins der kostenlosen Apps im US-App Store von Apple.
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Auch Hinweise auf eine gewisse Weiternutzung gibt es, doch das Bild ist lückenhaft. Ein Bericht, der sich auf interne Daten berief, sprach von mehr als drei Millionen wöchentlichen Nutzern. Diese Zahl wurde jedoch nicht als regelmäßig von Meta veröffentlichte Nutzungskennzahl ausgewiesen.
24 Nick Jones, Analyst bei BNP Paribas, verwies außerdem darauf, dass Muse seltener geöffnet werde als etablierte Dienste wie Google, ChatGPT und Metas eigene Apps. Das deute darauf hin, dass sich eine regelmäßige Nutzung erst noch entwickeln müsse.
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Der Unterschied ist wichtig: Ein Download ist zunächst ein einmaliger Schritt zur Kundengewinnung. Ein profitables Produkt braucht dagegen wiederkehrende Nutzung, dauerhaften Mehrwert und Einnahmen. Die vorliegenden Berichte belegen weder, wie viele Nutzer Muse langfristig behalten, noch wie oft sie damit Aufgaben erledigen.
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Wie Muse Geld einnehmen könnte
Für Muse zeichnen sich mehrere mögliche Einnahmequellen ab – allerdings sind sie unterschiedlich weit entwickelt:
- Abonnements: Die kostenlose Version ist in ihrer Nutzung begrenzt. Laut Metas Abo-Informationen kosten die Pakete Power 20 US-Dollar und Maximum 100 US-Dollar pro Monat; beide erhöhen das wöchentliche Nutzungskontingent.
56 So könnte Meta besonders aktive Nutzer in wiederkehrende Einnahmen umwandeln. Wie viele Abos bereits abgeschlossen wurden, zeigen die verfügbaren Quellen nicht.
- Gebühren auf Partnertransaktionen: Berichten zufolge erhebt Meta von Partnern kleine Gebühren für Transaktionen. Analysten sehen langfristig auch die Möglichkeit, eine Provision zu erhalten, wenn Muse Käufe oder Buchungen vermittelt und abwickelt.
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38 Wie hoch die bisherigen Gebühreneinnahmen sind oder welcher Provisionssatz gelten könnte, geht aus den Quellen nicht hervor.
- Werbung: BNP Paribas nennt Werbung als mögliche längerfristige Chance, falls die Nutzung zunimmt.
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35 Das ist bislang eine Perspektive, keine belegte Einnahmequelle von Muse. Meta hat zudem erklärt, dass Unterhaltungen und Daten aus Muse nicht mit seinem Werbeökosystem geteilt werden sollen – ein wichtiger Unterschied bei der Frage, wie sich der Dienst mit dem bestehenden Anzeigengeschäft verbinden könnte.
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Der kostenlose Einstieg senkt die Hürde, Muse auszuprobieren. Nutzungslimits und Handel könnten Wege eröffnen, besonders intensive Nutzung zu monetarisieren. Entscheidend ist, ob Menschen den Assistenten häufig genug einsetzen – und ob Nutzer und Partner dafür genug bezahlen, damit diese Einnahmequellen ins Gewicht fallen.
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Warum JPMorgan, BNP Paribas und Needham die Aussichten unterschiedlich bewerten
Die Analysten blicken auf dieselben frühen Erfolge, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte bei der Frage, was daraus folgt.
JPMorgan sieht vor allem das Potenzial einer Plattform. Die Bank hält es für möglich, dass Muse zu einer der meistgenutzten KI-Apps für Verbraucher seit ChatGPT wird. Dafür sprechen aus ihrer Sicht die frühe Nachfrage, Metas Reichweite und Schnittstellen für Unternehmen, über die mehr Transaktionen zwischen Nutzern und Firmen möglich werden könnten. Provisionsumsätze wären denkbar, wenn sich solche Verbindungen in großem Maßstab zu KI-gestütztem Handel entwickeln.
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BNP Paribas ist grundsätzlich positiv, wartet aber auf den Beleg für eine feste Nutzungsgewohnheit. Nick Jones äußerte sich weiterhin zuversichtlich zu Meta, betonte jedoch, dass Muse aus anfänglichem Interesse regelmäßige Nutzung und nachhaltige Einnahmen machen müsse. Der Abstand zwischen den Download-Schätzungen und der Häufigkeit, mit der die App geöffnet wird, ist ein zentraler Grund für seine Vorsicht.
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Needham beurteilt den möglichen Nutzen zurückhaltender. Analystin Laura Martin hält an ihrer Einstufung „Hold“ fest und verweist darauf, dass die Monetarisierung Zeit brauchen könnte. Auch Metas Aussage, Gespräche mit Muse nicht in das Werbeökosystem des Konzerns einfließen zu lassen, spricht dagegen, ungeprüft davon auszugehen, dass Gesprächsdaten das Anzeigen-Targeting direkt verbessern.
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Es geht also nicht einfach um unterschiedliche Einschätzungen der Downloadzahl. JPMorgan betont Reichweite und Handelsnetzwerk, BNP Paribas wartet auf Belege für regelmäßige Nutzung, und Needham fragt, wie schnell sich daraus tatsächlich Umsatz machen lässt.
Was der Kursanstieg und der 28. Oktober für Anleger bedeuten
Metas Aktienkurs legte in der Zeit zu, in der Muse viel Aufmerksamkeit erhielt. Ein Bericht bezifferte das Plus im September auf 27 Prozent.
26 Der Anstieg spiegelt die Erwartungen der Anleger an die mögliche Geschäftschance wider – er belegt nicht, dass Muse bereits nennenswerte Umsätze oder Gewinne erzielt.
Drittanbieter-Kalender nennen den 28. Oktober als voraussichtlichen Termin für Metas Ergebnisse des dritten Quartals. Das verfügbare Material aus Metas Investor-Relations-Bereich bestätigt diesen Termin jedoch nicht.
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54 Bis Meta den Zeitplan offiziell bekannt gibt, sollten Anleger den 28. Oktober daher als Schätzung behandeln.
Für eine bessere Einschätzung des Geschäftsmodells wären belastbare Hinweise auf dauerhaft wiederkehrende Nutzung, regelmäßig erledigte Aufgaben, abgeschlossene Abos, Transaktionserlöse und die Kosten für den Betrieb nötig. Solange solche Kennzahlen fehlen, erzählen Downloads und Kursgewinne von einem vielversprechenden Start – aber noch nicht davon, dass Muse zu einer profitablen Gewohnheit geworden ist.
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