Greg Abel lenkt Berkshire Hathaway stärker in Richtung Technologie: Der Konzern investierte 10 Milliarden US-Dollar in Alphabet und insgesamt rund 930 Millionen US-Dollar in Bending Spoons. Das wirkt wie ein deutlicher Kurswechsel. Bei Alphabet ist die Geschichte allerdings weniger eindeutig, als es auf den ersten Blick scheint: Laut einem Bericht bestätigte Warren Buffett, dass die ursprüngliche Entscheidung für die Aktie von ihm kam.
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Zwei Tech-Investments, zwei sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle
Alphabet: 10 Milliarden US-Dollar für zwei Aktienklassen
Am 1. Juni vereinbarte Alphabet, Berkshire im Rahmen einer Privatplatzierung Aktien im Wert von 10 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Je 5 Milliarden entfielen auf Class-A-Aktien zu 351,81 US-Dollar pro Stück und Class-C-Aktien zu 348,20 US-Dollar. Die Kapitalaufnahme sollte Alphabet dabei helfen, seine KI-Infrastruktur auszubauen.
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Der Umfang macht den Deal zu einem großen Investment Berkshires in Alphabet. Er beweist für sich genommen aber nicht, dass Abel die Anlageidee entwickelt hat. Ein Bericht zu Berkshires KI-Investments zufolge sagte Buffett, die ursprüngliche Entscheidung, Alphabet-Aktien zu kaufen, sei seine gewesen. Ein großer Deal unter Abel muss also nicht automatisch für einen vollständigen Strategiewechsel oder eine alleinige Entscheidung des neuen CEO stehen.
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Bending Spoons: insgesamt rund 930 Millionen US-Dollar
Berkshire investierte zunächst 600 Millionen US-Dollar beim Börsengang von Bending Spoons im Juli und sagte später weitere 330 Millionen zu. Laut Reuters stieg Berkshires Anteil dadurch auf etwa 4 Prozent. Am Tag der Bekanntgabe legte die Aktie um 34 Prozent zu.
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Bending Spoons ist eine andere Art von Technologieinvestment als Alphabet. Morningstar beschreibt das italienische Unternehmen als eine Art Private-Equity-Firma, die Technologieprodukte, Apps und Marken übernimmt und neu aufstellt. Reuters nennt Vimeo und AOL als Unternehmen im Portfolio.
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Mehr Technologie im Portfolio – aber noch kein Beleg für einen kompletten Kurswechsel
Alphabet ist ein großer Technologiekonzern, der in KI-Infrastruktur investiert. Bending Spoons wiederum kauft Technologieunternehmen und richtet sie neu aus. Die beiden Beteiligungen erweitern Berkshires Technologieengagement, stehen aber für unterschiedliche Investmentansätze.
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„Berkshires KI-Wette“ ist daher eine griffige Kurzform, aber keine vollständige Beschreibung. Die vorliegenden Quellen belegen weder, dass Berkshire Bending Spoons gezielt wegen bestimmter KI-Funktionen gekauft hat, noch, dass Abel Berkshires etablierte Prüfung von Unternehmen grundsätzlich aufgegeben hat.
Was die erste Marktreaktion aussagt – und was nicht
Der Kursanstieg von Bending Spoons um 34 Prozent folgte auf die Bekanntgabe von Berkshires zusätzlicher Investition. Er ist jedoch nicht mit Berkshires tatsächlicher Rendite gleichzusetzen.
1 Barron’s bezeichnete Berkshires Alphabet-Anlage in einem Bericht vom 2. November als wahrscheinlichen Verlust; aus den vorliegenden Angaben lässt sich aber keine genaue Verlust- oder Renditezahl ableiten.
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Für Anleger sind drei Fragen auseinanderzuhalten: Ist das Unternehmen attraktiv? War der Kaufpreis günstig? Und wie entwickeln sich die Beteiligungen über längere Zeit? Eine kurzfristige Kursbewegung beantwortet nicht alle drei.
Worauf Anleger jetzt achten können
- Die nächste 13F-Meldung: Die für den 16. November erwartete Einreichung kann zeigen, wie sich die gemeldeten Bestände an Alphabet-Class-A- und Class-C-Aktien gegenüber dem Vorquartal verändert haben. Abweichende Stückzahlen verraten für sich genommen weder die genauen Kaufzeitpunkte und Preise noch die Beweggründe.
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- Geicos Versicherungsgeschäft: Bei Berkshires Zahlen geht es nicht nur um Aktienkäufe. Auch die Ergebnisse des Versicherungsgeschäfts sind wichtig. Ein Bericht verwies auf Geico als möglichen Sorgenpunkt und nannte für den dort betrachteten Zeitraum einen Rückgang des versicherungstechnischen Gewinns um 45 Prozent.
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- Engagement ist nicht gleich Rendite: Die Deals zeigen, dass Berkshire stärker in Technologie investiert. Ob sich die Käufe auszahlen und ob daraus eine dauerhafte Veränderung der Kapitalverteilung wird, lässt sich erst mit Blick auf die weitere Entwicklung beurteilen.
Der belastbare Schluss ist: Berkshire setzt erhebliche Mittel für technologiebezogene Unternehmen ein. Dass Buffett laut Bericht die ursprüngliche Alphabet-Entscheidung getroffen hatte und Bending Spoons ein ganz anderes Geschäftsmodell verfolgt, macht die Geschichte jedoch differenzierter als einen einfachen Wechsel von Technologie-Skepsis zu einer KI-Strategie.
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