Chinesische Hersteller haben auf ihrem Heimatmarkt eine Schwelle überschritten: Ihre Marken stehen inzwischen für die Mehrheit der ausgelieferten Industrieroboter. Das ist ein Erfolg nach Stückzahl – aber noch kein Beleg dafür, dass sie auch in jeder besonders anspruchsvollen Fertigungsanlage die erste Wahl sind.
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Was die Marktanteile aussagen
Nach Angaben der International Federation of Robotics (IFR) stammten 57 % der 2024 in China neu installierten Industrieroboter von chinesischen Herstellern; 2023 waren es 47 %. Erstmals lagen sie damit bei den Neuinstallationen vor ausländischen Anbietern.
2 Für 2025 beziffern auf MIR Databank gestützte Angaben den Anteil heimischer Marken an den Auslieferungen auf etwa 55 % – gegenüber weniger als 29 % im Jahr 2020.
9 Neuinstallationen und Auslieferungen sind unterschiedliche Messgrößen. Die Werte für 2024 und 2025 bilden deshalb keine einheitliche Zeitreihe.
Wie Estun und Inovance groß wurden
Estun lieferte 2025 in China rund 33.400 Industrieroboter aus. Das entsprach etwa 10 % des Marktes und Platz eins unter allen Marken. Inovance belegte mit ungefähr 9,2 % Platz drei insgesamt und Platz zwei unter den chinesischen Marken. Bei SCARA-Robotern – kompakten Robotern, die häufig für schnelle Handhabungs- und Montageaufgaben eingesetzt werden – erreichte Inovance rund 25 %.
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Beide Unternehmen verkaufen nicht nur Roboterarme. Estuns Angebot umfasst auch Antriebs- und Steuerungstechnik, darunter Servoantriebe und Servomotoren.
26 Inovance kann auf ein breiteres Geschäft mit Servotechnik und Antrieben zurückgreifen.
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21 Das erleichtert integrierte Angebote. Vertikale Integration bedeutet aber nicht, dass jedes Bauteil jedes Roboters im Inland gefertigt wird.
Bauteile sind nur ein Teil der Herausforderung
Steuerungen, Servosysteme und Präzisionsgetriebe sind zentrale Komponenten. Ihre Fertigung wird in China zunehmend lokalisiert; bei manchen besonders präzisen Getrieben und hochwertigen Antriebskomponenten besteht jedoch weiter Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern.
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21 Eine heimische Bezugsquelle allein beweist noch nicht, dass ein Bauteil alle Anforderungen an Genauigkeit, Haltbarkeit und Leistung erfüllt.
Chinesische Anbieter sind bereits bei Elektronikfertigung und kostenbewusster Automatisierung stark vertreten, etwa bei Handhabungs- und Montageaufgaben. Auch Batterie- und Photovoltaikproduktion sind wichtige Märkte. Daraus folgt nicht, dass ausländische Plattformen in der Automobil- oder Halbleiterfertigung durchgängig verdrängt wären.
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Fanuc, ABB, Yaskawa und Kuka bleiben dort gewichtige Wettbewerber, wo bewährte Präzision, Zuverlässigkeit und Prozesserfahrung zählen.
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30 Kuka gehört zwar dem chinesischen Konzern Midea, wird wegen seiner etablierten Roboterplattform aber üblicherweise zu diesen langjährigen Anbietern gezählt – nicht zu den neu entwickelten heimischen Marken.
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Die nächste Bewährungsprobe betrifft das gesamte Fertigungssystem: Prozesssoftware, Offline-Programmierung und die Einbindung in vorhandene Produktionslinien. Wer die Plattform wechselt, muss möglicherweise Programme überarbeiten, Beschäftigte schulen und Abläufe erneut validieren. Um in anspruchsvollen Automobil- und Halbleiteranlagen weiter vorzudringen, müssen chinesische Anbieter zeigen, dass ihr Gesamtsystem zuverlässig genug arbeitet, um diesen Umstellungsaufwand zu rechtfertigen.
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