Der Führungswechsel bei Apple kam an der Börse zunächst gut an. John Ternus übernahm am 1. September 2026 den CEO-Posten, während Tim Cook zum Executive Chairman wurde.
16 Bis Ende September erreichte die Aktie im Tagesverlauf ein Rekordhoch von 345,34 US-Dollar. Gegenüber dem Schlusskurs von 316,85 US-Dollar am Tag des Führungswechsels entspricht das einem Plus von knapp 9 %.
Der Kursanstieg brachte Apple zudem zurück an die Schwelle von 5 Billionen US-Dollar Börsenwert. Am 22. September schloss die Aktie laut Berichten auf dem Rekordniveau von 344,70 US-Dollar; die Marktkapitalisierung lag damit knapp über 5 Billionen US-Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten hatte die Aktie rund 34 % zugelegt.
20 Ein starker Auftakt für den neuen CEO – aber auch ein Niveau, das die Erwartungen an die nächsten Geschäftszahlen deutlich erhöht.
Die September-Produkte lieferten den konkreten Kurstreiber
Bei seinem ersten großen Produkt-Event am 9. September präsentierte Ternus das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max sowie Apples erstes faltbares Smartphone, das iPhone Duo.
2
11 Das Duo startet bei 1.999 US-Dollar und ist damit klar als Premiumgerät positioniert, nicht als Produkt für den Massenmarkt.
10
Für Anleger ist der Chefwechsel allein weniger wichtig als die Aussicht auf einen stärkeren Austauschzyklus bei hochpreisigen iPhones. Teurere Pro-Modelle und ein neues Gerätekonzept können den Umsatz pro verkauftem Gerät steigern – sofern Nachfrage und Lieferfähigkeit mitspielen. Der Produktstart gab der Rally damit ein operatives Fundament, erhöht aber zugleich den Druck bei der Umsetzung.
Positive Nachfrageindikatoren – aber noch keine Verkaufszahlen
Evercore ISI hob das Apple-Kursziel von 365 auf 380 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Grundlage war unter anderem eine Befragung von knapp 4.000 US-Verbrauchern: 53 % der Befragten gaben an, ein iPhone 18 Pro oder Pro Max kaufen zu wollen. Beim Pro Max lag der Anteil bei 32 %, nach 29 % in der Vergleichsumfrage des Vorjahres.
37
46
Das spricht für einen besseren Premium-Mix, ersetzt aber keine tatsächlich gemeldeten Verkaufszahlen. Beim faltbaren Duo ist die Nachfrage besonders schwer einzuschätzen: In der Evercore-Umfrage bekundeten 14 % Kaufinteresse, während die Vorbestellungen erst am 16. Oktober beginnen sollten.
42
44 Aus Interesse müssen erst Bestellungen, verfügbare Geräte, Auslieferungen und letztlich rentable Umsätze werden.
Warum die Kursziele so weit auseinanderliegen
Der iPhone-Start hat an der Wall Street kein einheitliches Bild erzeugt. Evercore sieht mit seinem Kursziel von 380 US-Dollar Potenzial aus einem kräftigeren Upgrade-Zyklus.
46 TD Cowen bestätigte ein Kaufrating mit einem Kursziel von 400 US-Dollar und vertritt damit die besonders optimistische Sicht auf die neue Produktpalette.
38 UBS blieb dagegen bei „Halten“ und einem Kursziel von 296 US-Dollar.
33
Auch aggregierte Zielkursdaten deuten auf begrenzten Konsens-Spielraum nach oben hin: Je nach Anbieter lag der durchschnittliche Zielkurs bei 340,14 beziehungsweise 328,22 US-Dollar.
34
45 Die genaue Zahl variiert nach Stichtag und Datensatz. Die Kernaussage bleibt jedoch gleich: Einige Analysten erwarten durch Pro-Modelle und Duo deutliches zusätzliches Potenzial, andere sehen einen Großteil der guten Nachrichten bereits im Aktienkurs eingepreist.
Apple gegen Nvidia: gleiche Größenordnung, andere Wachstumsstory
Apples Aufschwung hat den Abstand zu Nvidia verkleinert. Eine Marktübersicht vom 22. September veranschlagte Apple auf rund 4,98 Billionen US-Dollar und Nvidia auf rund 5,50 Billionen US-Dollar.
18 Bereits im Juli hatte Apple Nvidia kurzzeitig überholt; Reuters nannte damals Bewertungen von etwa 4,88 Billionen für Apple und 4,86 Billionen US-Dollar für Nvidia.
17
Die Wachstumstreiber beider Konzerne unterscheiden sich allerdings grundlegend. In dem September-Vergleich wurde für Nvidia ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 80 % genannt, für Apple dagegen rund 14 %.
18 Das schließt nicht aus, dass Apple bei der Marktkapitalisierung vorn liegen kann: Dort zählen neben Wachstum auch Erwartungen, Profitabilität und die Bewertung, die Investoren einem Geschäftsmodell zugestehen. Ohne positive Überraschung bei Apples Wachstum oder Margen dürfte eine dauerhafte Führung aber schwer zu verteidigen sein.
Der nächste Beleg kommt mit den Zahlen, nicht mit der Bewertung
Die Veröffentlichung der Apple-Zahlen für das vierte Geschäftsquartal wurde für den 29. Oktober 2026 erwartet.
24 Stand 23. September lagen diese Ergebnisse noch nicht vor – sie können die Nachhaltigkeit der Rally daher noch nicht belegen.
Das Unternehmen ging mit solidem operativem Rückenwind in den Zeitraum: Im dritten Geschäftsquartal erzielte Apple 109,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Der iPhone-Umsatz stieg um 22 % auf 54,3 Milliarden US-Dollar.
24 Für das Septemberquartal stellte Apple allerdings nur 9 bis 11 % Umsatzwachstum in Aussicht. Bei der Bruttomarge erwartete das Unternehmen 47 bis 48 %; darin sollte ein positiver Effekt aus Zollerstattungen enthalten sein.
25
27
Genau deshalb werden die nächsten Quartalszahlen zur zentralen Bewährungsprobe. Anleger werden darauf achten, ob die Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro tatsächlich in Umsatz übergeht, ob der Premium-Mix die Margen stützt und ob der Ausblick auf das Dezemberquartal eine Bewertung nahe 5 Billionen US-Dollar rechtfertigt.
Fazit
Apples erste drei Wochen unter John Ternus waren ein Börsenerfolg: knapp 9 % Kursplus vom Schlusskurs am Tag des Führungswechsels bis zum Intraday-Rekord, die Rückkehr an die Marke von 5 Billionen US-Dollar und ein aufmerksamkeitsstarker Produktstart.
Die Dynamik hat mit den Signalen zur Nachfrage nach Premium-iPhones eine nachvollziehbare Grundlage. Bewiesen ist die langfristige Story aber noch nicht. Entscheidend sind nun echte iPhone-18-Verkäufe, ein erfolgreicher Marktstart des Duo, widerstandsfähige Margen und ein Ausblick, der die bereits hohen Erwartungen übertrifft. Apples Angriff auf Nvidia als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt bleibt damit möglich – aber noch nicht bestätigt.