Unter dem Pariser Krankenhaus Hôtel-Dieu auf der Île de la Cité haben Archäologen einen rund 20 Meter langen Bau aus Stein und Holz freigelegt. Der Fund macht die Insel als Standort des antiken Lutetia plausibler – jener Siedlung der Parisii, die mit den Ursprüngen von Paris verbunden ist. Doch ob die Mauer tatsächlich zur Befestigung von Lutetia gehörte, ist noch nicht geklärt. Dafür müssen ihre Funktion und Datierung genauer bestimmt werden.
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Warum der Fund die Lutetia-Debatte beeinflusst
Die Île de la Cité gilt traditionell als Zentrum des antiken Lutetia. Eine konkurrierende Theorie verortet die Siedlung der Parisii in Nanterre, westlich von Paris. Eine mögliche gallische Befestigung auf der Insel wäre deshalb ein wichtiges Indiz für diesen Standort – aber noch kein abschließender Beweis und auch kein Grund, Nanterre aus der Debatte auszuschließen.
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Die erhaltene Mauer verbindet Stein und Holz; ihre Bauweise wird als typisch für gallische Befestigungen beschrieben. In der Nähe kam außerdem eine gallische Speerspitze zutage. Beides passt zu einer gallischen Präsenz auf der Insel. Ob die Mauer tatsächlich eine Anlage der Parisii war, lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten.
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Was die Datierung aussagt – und was nicht
Die Berichte ordnen den Fund der Eisenzeit beziehungsweise der gallo-römischen Zeit zu. Erste Radiokarbondatierungen der Holzteile ergeben einen breiten Zeitraum von etwa 200 bis 10 v. Chr. Damit ist weder der genaue Bauzeitpunkt bestimmt noch geklärt, wann die Mauer beschädigt oder zerstört wurde.
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Der Zeitraum umfasst zwar auch das Jahr 52 v. Chr., das mit Caesars Feldzug gegen die Parisii verbunden ist. Eine Datierung, die dieses Jahr einschließt, bedeutet aber nicht, dass die Mauer genau damals errichtet oder in Brand gesetzt wurde.
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Belegen die Brandspuren Caesars Bericht?
An der Mauer wurden Brandspuren festgestellt. Sie machen ein Feuer zu einer plausiblen Erklärung; auch verkohltes Material wird in Berichten über den Fund erwähnt. Die Spuren verraten für sich genommen aber weder den Zeitpunkt noch die Ursache des Brandes oder, wer ihn gelegt hat.
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Der Befund könnte zu Caesars Schilderung passen, wonach die Gallier Lutetia vor der Auseinandersetzung mit den Römern in Brand setzten. Beweisen kann er bislang nicht, dass genau dieses Ereignis im Jahr 52 v. Chr. die Mauer beschädigte. Die Übereinstimmung von archäologischen Spuren und historischem Bericht ist eine mögliche Deutung, keine Bestätigung der gesamten Erzählung.
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Die Insel wird plausibler – Nanterre ist nicht ausgeschlossen
Mauer, gallische Bautechnik, Speerspitze und Brandspuren ergeben zusammen ein Indizienbild, das die Île de la Cité als Standort von Lutetia stärkt. Für die sichere Zuordnung zur Befestigung der Parisii und eine Verbindung zur Zerstörung im Jahr 52 v. Chr. braucht es jedoch weitere Erkenntnisse zur Funktion und Datierung. Der Fund verschiebt damit das Gewicht der Debatte, entscheidet sie aber noch nicht.
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