Für Samsung hat die Knappheit bei DRAM-Arbeitsspeicher und NAND-Flash zwei Seiten: Sie verteuert Bauteile für Smartphones, während das eigene Halbleitergeschäft von höheren Chippreisen profitiert. In einem im September 2026 veröffentlichten Ausblick erwartet das japanische Wertpapierhaus Mizuho Securities deshalb, dass Samsung den Abschwung am Smartphone-Markt besser übersteht als viele Wettbewerber. Das ist vor allem eine Prognose über Marktanteile – nicht über die Gewinnspanne der Galaxy-Sparte.
30
11
Mehr Marktanteil, auch ohne mehr verkaufte Geräte
Mizuho prognostiziert für 2026 weltweit 1,15 Milliarden ausgelieferte Smartphones, neun Prozent weniger als 2025. Samsungs Lieferungen sollen dagegen mit rund 240 Millionen Geräten weitgehend stabil bleiben. Treffen beide Prognosen ein, steigt Samsungs Anteil an einem schrumpfenden Markt.
30
Ein Vorteil könnte sein, dass Samsung und Apple Speicherbauteile verlässlicher beschaffen und dank ihres Geschäfts mit teureren Geräten höhere Kosten eher auffangen oder an Käufer weitergeben können. Hersteller mit stärkerem Fokus auf Einstiegs- und Mittelklassemodelle haben dabei weniger Spielraum. Wie groß dieser Vorteil im Einzelnen ist, lässt sich aus den vorliegenden Berichten allerdings nicht beziffern; auch konkrete Mizuho-Prognosen für einzelne chinesische Anbieter sind daraus nicht belastbar abzuleiten.
30
35
Counterpoint Research kommt für das Gesamtjahr zu einer anderen Prognose: Das Marktforschungsunternehmen erwartet 2026 weltweit einen Rückgang der Lieferungen um 14,3 Prozent und bei führenden chinesischen Herstellern Rückgänge zwischen 15 und 34 Prozent. Diese Zahlen ergänzen den Vergleich, ersetzen aber nicht Mizuhos Prognose.
42
Das zweite Quartal zeigt den Druck auf den Markt
Nach vorläufigen Counterpoint-Daten wurden im zweiten Quartal 2026 weltweit elf Prozent weniger Smartphones ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Berichten über die Daten zufolge stieg Samsungs Marktanteil zugleich von 20 auf 24 Prozent. Xiaomi, OPPO und vivo verzeichneten demnach jeweils zweistellige Rückgänge bei den Lieferungen. Für einen präzisen Vergleich sämtlicher Liefermengen und Marktanteile dieser vier Hersteller reichen die vorliegenden Angaben jedoch nicht aus.
21
35
41
Starke Chipsparte, offene Frage beim Handygewinn
Samsung meldete für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 89,2 Billionen südkoreanischen Won in seiner Halbleitersparte Device Solutions. Der operative Gewinn des gesamten Konzerns betrug 89,5 Billionen Won. Berichte führen die Stärke der Chipsparte auf höhere Preise und die Nachfrage von KI-Servern zurück – dieselbe Entwicklung, die Smartphone-Hersteller bei den Bauteilkosten unter Druck setzt.
31
36
8
Der hohe Konzerngewinn sagt deshalb wenig darüber aus, wie profitabel Samsungs Telefone waren. Eine Sekundärquelle nennt für Mobile eXperience und Networks einen operativen Verlust von 700 Milliarden Won; der vorliegende Auszug aus Samsungs Ergebnisveröffentlichung belegt diese Zahl jedoch nicht.
11
31
Samsung bewarb im September seine faltbaren Galaxy-Z8-Geräte. Apples Einstieg bei faltbaren Smartphones könnte Samsung Display zusätzlich Aufträge für Bildschirme bringen, während er für Samsungs eigene Geräte neue Konkurrenz bedeutet.
3 Die verfügbaren Quellen bestätigen aber weder konkrete Produktions- und Panelmengen aus einer Mizuho-Prognose noch Angaben zu Verzögerungen durch Scharniere. Der belastbare Kern bleibt: Samsung könnte in einem schrumpfenden Smartphone-Markt Anteile gewinnen und zugleich vom teuren Speicher profitieren. Ob die Handysparte dadurch mehr verdient, ist offen.
30
31