Wenn ein KI-Agent selbstständig ein Werkzeug aufruft, reicht die Frage „Wer ist das?“ nicht aus. Entscheidend ist auch: Darf dieser Agent genau diese Handlung ausführen? Für solche Prüfungen bietet The Hashgraph Group (THG) seine Hedera-basierte Plattform IDTrust an. Sie ist im IBM Cloud Catalog als Drittanbieterprodukt für KI-Agenten, vernetzte Geräte und Menschen gelistet. Die globale Partnerschaft wurde im September 2026 bekannt gegeben.
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Was der IBM-Eintrag bedeutet
Der Katalog nennt THG als Anbieter von IDTrust. Im IBM-Partnerverzeichnis werden sowohl Software-as-a-Service (SaaS) als auch eine Installation in der eigenen IT-Umgebung aufgeführt. Damit wird das Produkt über IBM-Kanäle für Unternehmenskunden auffindbar. IBM hat IDTrust dadurch weder selbst entwickelt, noch setzt automatisch jeder IBM-Kunde die Plattform ein.
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THG zufolge hat das Unternehmen außerdem den Status „IBM Silver Partner“ erreicht und ein Embedded Solution Agreement für Cloud- und KI-Technologien von IBM geschlossen. Diese Vereinbarung ermöglicht THG, IBM-Technologie in eigene Produkte zu integrieren. Partnerstatus, Integrationsvertrag und Katalogeintrag erfüllen also unterschiedliche Zwecke.
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Identität ist nicht gleich Berechtigung
Nach THGs Produktbeschreibung kann IDTrust digitale Nachweise für Menschen, Maschinen und KI-Agenten ausstellen, prüfen und verwalten. Den Akteuren werden dezentrale Kennungen auf Hedera-Basis zugeordnet; kryptografisch überprüfbare Nachweise enthalten Angaben, die eine andere Stelle prüfen kann. Hedera dient dabei als technischer Vertrauensanker.
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Daraus ergibt sich der Anwendungsfall, den THG Know Your Agent nennt: Ein Unternehmen soll nicht nur erkennen können, welcher Agent sich meldet, sondern auch prüfen, ob ihm eine bestimmte Befugnis übertragen wurde. Ein gültiger Nachweis kann dafür ein Beleg sein. Ob er für den Zugriff auf ein konkretes System oder für eine konkrete Aktion genügt, entscheiden weiterhin die Zugriffsregeln des Unternehmens. Eine verifizierte Identität ist kein Freibrief.
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THG beschreibt zudem einen möglichen Weg, solche Prüfungen in Arbeitsabläufe mit KI-Agenten einzubinden: über Server für das Model Context Protocol (MCP), das Agenten mit Werkzeugen verbindet, auch in Abläufen mit IBM watsonx Orchestrate. Nachweise sollen beim Werkzeugaufruf geprüft und die Prüfung später nachvollziehbar sein. Die angeführten Quellen belegen allerdings nicht, dass jede dieser Integrationen bereits produktiv läuft oder welche Ergebnisse sie bei Kunden erzielt.
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Was aus der Praxis bekannt ist
Berichten zufolge nutzt ein nicht namentlich genannter europäischer Telekommunikationsanbieter IDTrust zur Überprüfung der Identität von Anrufenden. Das ist ein Einsatz der Identitätsplattform, aber kein unabhängiger Beleg für den beschriebenen Prüfablauf mit KI-Agenten. Umfang und Ergebnisse dieser Einführung bleiben in den verfügbaren Berichten offen.
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IBM wird auch als Mitglied des Leitungsgremiums von Hedera aufgeführt. Mit IDTrust kommt zu dieser Verbindung auf Netzwerkebene ein kommerzielles Produkt im IBM-Katalog hinzu. Weder die Gremienmitgliedschaft noch der Katalogeintrag garantieren jedoch, wie gut IDTrust in einer konkreten Unternehmensumgebung funktioniert.
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