Eine Schwachstelle in der Zahlungssoftware des XRP Ledgers hätte es ermöglichen können, ausgebbare XRP über die festgelegte Obergrenze von 100 Milliarden hinaus zu erzeugen. Cayden Liao und Veria AI meldeten den Fehler am 22. September 2026; drei Tage später wurde eine Notfallversion veröffentlicht.
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42 Die Beteiligung von Veria AI belegt allerdings nicht, dass künstliche Intelligenz die Lücke entdeckt hat: Die vorliegenden Berichte schreiben die Entdeckung nicht ausdrücklich KI zu und dokumentieren auch keinen KI-gesteuerten Angriff.
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Was die Schwachstelle hätte anrichten können
Der Fehler steckte in der Zahlungslogik des Ledgers, die auch Zahlungen verarbeitet, bei denen Angebote aus dem Handelsauftragsbuch zum Einsatz kommen. Berichten zufolge handelte es sich um einen Integer-Überlauf: Bei der Berechnung aufaddierter Beträge konnte ein Wert den darstellbaren Bereich des Zählers überschreiten und dadurch falsch berechnet werden.
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Eine speziell konstruierte Zahlung hätte diese Fehlberechnung möglicherweise ausnutzen können, um XRP zu erzeugen, das anschließend ausgebbar gewesen wäre. Auf dem Spiel stand damit die feste Angebotsgrenze des Ledgers – nicht, soweit bekannt, die Kryptografie, mit der Transaktionen digital signiert werden.
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Die Schwachstelle wurde über das Bug-Bounty-Programm des XRP Ledgers gemeldet. Berichte führen den betroffenen Code auf etwa 2015 zurück und nennen xrpld 3.4.0 und frühere Versionen als betroffen.
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Was der Patch belegt – und was nicht
Am 25. September veröffentlichte das XRP-Ledger-Team xrpld 3.4.1 als Notfallupdate für sicherheitsrelevante Probleme im Protokoll.
42 Später legte RippleX offen, dass die Version zwei unterschiedliche Fehler behob: den Überlauf in der Zahlungslogik und einen Validierungsfehler bei inneren Batch-Transaktionen.
25 Die beiden Probleme sind nicht gleichzusetzen: Der erste Fehler betraf Berechnungen bei Zahlungen und die mögliche Erzeugung nicht autorisierter XRP; der zweite die Prüfung von Batch-Transaktionen.
Mit dem Update wurde außerdem das Amendment fixBatchV1_2 eingeführt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte es die Unterstützung einer Validator-Supermehrheit und sollte am 9. Oktober aktiviert werden.
42 Wegen der Sicherheitsrelevanz der Fehler kündigte das Team an, den Quellcode später zusammen mit einer technischen Rückschau zu veröffentlichen.
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RippleX konnte die Schwachstelle laut Berichten auf einem eigenständigen Server reproduzieren. Zugleich fanden die Entwickler keine Hinweise darauf, dass sie im öffentlichen Netzwerk ausgenutzt worden war.
19 Das beschreibt den Stand der gefundenen Belege – es beweist nicht, dass eine Ausnutzung unmöglich war. Ebenso wenig zeigen die verfügbaren Berichte, dass die Forschenden KI zur Entdeckung des Fehlers eingesetzt haben.
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Was der Fall mit Emin Gün Sirers KI-Warnung zu tun hat
Avalanche-Gründer Emin Gün Sirer warnte, KI könne systemische Softwarefehler in Blockchain-Netzwerken aufspüren oder ausnutzen, noch bevor Fortschritte in der Kryptografie ECDSA bedrohten – ein Verfahren für digitale Signaturen, das bei Krypto-Transaktionen verwendet wird.
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Der XRP-Ledger-Fall veranschaulicht den Unterschied: Ein Fehler in der Transaktionsverarbeitung kann die Regeln eines Ledgers gefährden, auch wenn es keine Belege dafür gibt, dass die Signaturkryptografie gebrochen wurde.
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26 Er ist aber kein Nachweis dafür, dass Sirers vorhergesagter KI-Angriff stattgefunden hat. Sirer benannte weder eine bestimmte ungepatchte Schwachstelle im XRP Ledger noch demonstrierte er einen KI-Angriff auf das Netzwerk.
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Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet daher: Der Bug ist ein Beispiel für das Software-Risiko, auf das Sirer hingewiesen hat. Welche Rolle KI bei seiner Entdeckung spielte, bleibt dagegen ungeklärt.
Die Lehre für die Sicherheit von Blockchains
Starke Kryptografie allein macht ein Blockchain-Netzwerk nicht sicher. Auch Zahlungslogik, Rechenoperationen und die Validierung von Transaktionen müssen sorgfältig geprüft werden: Fehler in diesen Schichten können grundlegende Protokollregeln untergraben. Im vorliegenden Fall kam der Notfallpatch vor der öffentlichen Offenlegung; Berichte fanden keine Hinweise auf eine Ausnutzung im öffentlichen Netzwerk. Dass KI für die Entdeckung verantwortlich war, ist damit jedoch nicht belegt.
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