Ein Chip entsteht nicht erst in der Fabrik. Schon sein Entwurf kann Jahre dauern. Genau hier setzt die AI-Native Chip Design Challenge an: Die deutsche Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) und die neu gegründete niederländische Innovationsagentur NADI starteten am 23. September 2026 ihr erstes gemeinsames Förderprogramm. Über 20 Monate wollen sie insgesamt 40 Millionen Euro für Teams bereitstellen, die Chips mithilfe von KI schneller entwerfen. Neue Chipfabriken stehen dabei nicht im Mittelpunkt.
12
17
Was soll KI beim Chipdesign leisten?
SPRIND formuliert ein ehrgeiziges Ziel: KI-gestützte Systeme sollen den Entwurfsprozess von Jahren auf Wochen verkürzen und leistungsfähige, energieeffiziente Chipdesigns hervorbringen, die für die Produktion bereit sind. Vorgesehen sind Entwürfe für das Training von KI-Modellen und für die Inferenz – also den Einsatz bereits trainierter Modelle. NADI fragt zudem nach Chiparchitekturen, die sich in Europa produzieren lassen.
16
5
13
Der Unterschied ist entscheidend: Ein produktionsreifer Entwurf ist noch kein gefertigter und geprüfter Chip. „Jahre zu Wochen“ bezeichnet eine Ambition für das Design, nicht eine bereits nachgewiesene Verkürzung sämtlicher Schritte bis zum fertigen Produkt.
16
Wie werden die 40 Millionen Euro vergeben?
Der Wettbewerb ist zweistufig angelegt. Nach den berichteten Konditionen sollen zunächst sieben Teams jeweils 2,6 Millionen Euro erhalten, um ihre Konzepte zu entwickeln. Nach acht Monaten sollen drei Teams weiterkommen und jeweils weitere 7 Millionen Euro sowie Unterstützung der Agenturen erhalten. Eine Fachjury soll bei Auswahl und Bewertung mitwirken.
1
16
Für NADI ist die Challenge das erste Programm mit der deutschen SPRIND. Laut Reuters stellte die niederländische Regierung im September 2026 außerdem 500 Millionen Euro für die Gründung von NADI bereit. Diese Summe ist nicht Teil des gemeinsamen 40-Millionen-Euro-Wettbewerbs.
3
17
Hinter der Zusammenarbeit steht auch ein strategisches Interesse: Europa will seine Abhängigkeit von US-amerikanischem Know-how und von Technologie aus den USA und China verringern. Ob die Förderung dazu beiträgt, hängt zunächst davon ab, ob die Teams tatsächlich überzeugende, energieeffiziente Entwürfe wesentlich schneller liefern können. Eine eigenständige europäische Versorgung mit KI-Chips folgt aus der Förderzusage allein nicht.
17
4
16