Die Chips von MediaTek stecken unter anderem in:
Der entscheidende Punkt: MediaTek produziert seine modernsten Prozessoren überwiegend bei TSMC.
Beispiele dafür:
Diese enge technische Verzahnung bedeutet, dass Entwicklungswerkzeuge, Chipdesign‑Bibliotheken und Produktionsplanung stark auf TSMC abgestimmt sind. Wenn Samsung hier auch nur einen Teil der Produktion gewinnen würde, wäre das ein strategischer Durchbruch.
Der Besuch in Taiwan passt zu einer breiteren Strategie des Konzerns: Lee Jae‑yong führt selbst Gespräche mit großen Chipkunden, um Samsungs Foundry‑Geschäft zu stärken.
So traf sich der Samsung‑Chef zuletzt auch mit AMD‑CEO Lisa Su, um eine Zusammenarbeit bei KI‑Chips zu vertiefen – inklusive Gesprächen über Foundry‑Fertigung und Speicherchips.
Der Hintergrund: Samsung ist nicht nur Auftragsfertiger, sondern auch weltweit führend bei Speicherchips wie DRAM und HBM.
Gerade im KI‑Zeitalter ist das ein potenzieller Vorteil.
Moderne KI‑Beschleuniger benötigen enorme Datenbandbreite. Deshalb werden sie häufig mit High‑Bandwidth Memory (HBM) kombiniert – einem besonders schnellen Speichertyp. Unternehmen, die sowohl Logikchips als auch Speicher liefern können, haben hier ein integriertes Angebot.
Branchenanalysten sprechen deshalb von einem „Turnkey‑Ansatz“: ein Komplettpaket aus
Samsungs Offensive kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Foundry‑Sparte versucht, neues Momentum aufzubauen.
Ein wichtiges Beispiel ist der 16,5‑Milliarden‑Dollar‑Vertrag mit Tesla, der bis 2033 läuft. Samsung soll dabei Teslas nächste Generation von KI‑Chips („AI6“) in seiner neuen Fabrik im US‑Bundesstaat Texas fertigen.
Der Deal zählt zu den größten Einzelaufträgen, die Samsung im Auftragsfertigungs‑Geschäft je erhalten hat, und liefert einen prominenten Referenzkunden für seine modernsten Produktionslinien.
Mehr Kunden dieser Größenordnung würden mehrere Effekte haben:
Trotzdem bleibt der Abstand zu TSMC erheblich.
Ein zentraler Faktor ist die Fertigungsausbeute (Yield) – also der Anteil funktionsfähiger Chips pro Wafer. Niedrige Yield‑Raten treiben die Kosten hoch und machen Liefermengen unberechenbarer.
Berichte aus der Branche deuten darauf hin, dass Samsung bei fortgeschrittenen Prozessen wie 3‑nm‑Fertigung mit niedrigeren Yield‑Raten zu kämpfen hatte. Das ist ein Grund, warum viele große Chipdesigner weiterhin TSMC bevorzugen.
TSMC hat außerdem einen strukturellen Vorteil: ein über Jahrzehnte aufgebautes Design‑Ökosystem. Unternehmen wie Apple, Nvidia, Qualcomm und MediaTek nutzen bereits TSMCs Tools, Fertigungsprozesse und Entwicklungsabläufe für ihre modernsten Chips.
Da Chipdesign‑Zyklen mehrere Jahre dauern, ist ein Wechsel des Fertigers für viele Kunden riskant und teuer.
Selbst wenn kurzfristig kein großer Auftrag zustande kommt, zeigt Lee Jae‑yongs Reise etwas Entscheidendes: Samsung intensiviert den Wettbewerb mit TSMC auf höchster Ebene.
Der Konzern setzt nicht mehr nur auf technische Roadmaps oder Vertriebsarbeit, sondern auch auf persönliche Diplomatie im Halbleiter‑Ökosystem.
Die Strategie dahinter lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:
Ob diese Strategie TSMCs Dominanz tatsächlich aufbrechen kann, bleibt offen. Klar ist jedoch: Mit dem KI‑Boom wird der Wettbewerb um die fortschrittlichsten Halbleiterfabriken härter denn je.
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