Samsung investiert nicht nur in die Entwicklung von KI, sondern auch in die Frage, wie sich fertige Modelle möglichst effizient betreiben lassen. Dafür beteiligt sich der Konzern an Euclyd, einem jungen Chipunternehmen aus Eindhoven. Ein zweiter Schritt führt in die eigenen Werke: Gemeinsam mit Mistral AI will Samsung KI für seine Halbleiterprozesse anpassen. Ob Euclyds Hardware die erhofften Vorteile bringt, muss sich allerdings erst zeigen.
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Was entwickelt Euclyd – und wer finanziert es?
Euclyd gab am 15. September 2026 bekannt, eine Series-A-Finanzierungsrunde über mehr als 200 Millionen Euro vereinbart zu haben. Samsung führt die Runde gemeinsam mit Somerset Capital Partners, dem von EQT verwalteten Scaleup Europe Fund und Innovation Industries an. Beteiligt sind außerdem EIFO, imec.xpand, die Brabant Development Agency (BOM) und Quadri. Die häufig genannten rund 231 Millionen US-Dollar beziehen sich auf die gesamte Runde; wie viel Samsung selbst beisteuert, ist damit nicht gesagt.
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Das 2024 von Bernardo Kastrup und Atul Sinha gegründete Unternehmen arbeitet an Systemen für KI-Inferenz. Gemeint ist die Arbeit nach dem Training: Ein Modell verarbeitet eine Anfrage und erzeugt etwa eine Antwort. Euclyd will dafür eine Architektur jenseits herkömmlicher Grafikprozessoren, kurz GPUs, entwickeln und Prozessor- und Speicherdesign aufeinander abstimmen. Das Ziel sind geringere Strom- und Betriebskosten in Rechenzentren.
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Warum Samsung mehr als ein Geldgeber sein könnte
Euclyd-Chef Kastrup verweist neben dem Kapital auf Samsungs Erfahrung mit Speicherchips, Engineering, Computersystemen und Lieferketten sowie auf dessen Netzwerk. Gerade bei einem Ansatz, der Rechenleistung und Speicher gemeinsam betrachtet, könnten solche Fähigkeiten für die Entwicklung eines einsatzfähigen Produkts wichtig werden.
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Euclyd tritt damit gegen eine etablierte Infrastruktur an: Nvidias GPUs sind beim KI-Betrieb weit verbreitet. Eine vielversprechende Architektur ist aber noch kein Nachweis für niedrigere Kosten im Praxiseinsatz. Euclyd peilt die Einführung erster physischer Systeme für 2028 an und will bis 2030 Tausende Unternehmenskunden bedienen. Beides sind Ziele, keine bereits erreichten Ergebnisse.
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Geplant sind zwei Vertriebswege: Euclyd möchte Chips und komplette Rack-Systeme an Unternehmen verkaufen, die KI auf eigener Hardware ausführen wollen. Außerdem soll die Technologie an andere Prozessorentwickler lizenziert werden. Dafür muss das Start-up zunächst Systeme liefern, die Kunden im größeren Maßstab prüfen können.
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Die Verbindung zur Mistral-Partnerschaft
In der Woche zuvor führte Samsung eine Series-D-Runde über 3 Milliarden Euro für das französische KI-Unternehmen Mistral AI an und kündigte eine strategische Partnerschaft an. Die Unternehmen wollen maßgeschneiderte KI für Samsungs Halbleiterentwicklung und -fertigung entwickeln, die vor Ort in dessen Infrastruktur betrieben wird – sogenannte On-Premises-KI. Samsung nennt dafür auch Mistral-Dienste einschließlich Mistral Large. Zu den berichteten Einsatzfeldern zählen Datenanalysen, Fehlererkennung sowie die Optimierung von Prozessen und Anlagen.
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Die Rollen der beiden Beteiligungen unterscheiden sich: Euclyd steht für eine mögliche neue Infrastruktur zum Ausführen von KI; Mistral für den KI-Einsatz in Samsungs bestehendem Chipgeschäft. Der angekündigte Betrieb vor Ort ist jedoch keine belegte Garantie für den Verbleib sämtlicher sensibler Daten. Ebenso wenig ist bereits bewiesen, dass Euclyd etablierte GPU-Systeme im kommerziellen Maßstab übertrifft. Entscheidend werden die tatsächlichen Einsätze sein – nicht die Höhe der Finanzierungsrunden.
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