Neural Drive nutzt Elektroden über einem Auge und hinter den Ohren, um Augenbewegungen, Gehirnströme und weitere Nervensignale zu erfassen. Das Tan Tock Seng Hospital plant ab Juni 2026 eine 18 monatige Studie mit rund 30 Teilnehmenden, darunter Schlaganfallüberlebende, Menschen mit Motoneuronerkrankung und Menschen...
Forschungsantwort

Create a landscape editorial hero image for this Studio Global article: How does Neural Drive’s affordable AI-powered brain-computer interface, developed by Singapore start-up Neural Drive to help people with sev. Article summary: Neural Drive is a non-invasive, palm-sized brain-computer interface intended to let people with severe speech and movement impairments communicate and control selected digital or home functions without surgery. It combin. Topic tags: general, general web, user generated. Style: premium digital editorial illustration, source-backed research mood, clean composition, high detail, modern web publication hero. Use reference image context only for broad subject, composition, and topical grounding; do not copy the exact image. Avoid: logos, brand marks, copyrighted characters, real person likenesses, fake screenshots, UI text, readable text, watermarks, charts with fa
Wer nicht sprechen, schreiben, tippen oder zuverlässig mit den Augen auf ein Ziel zeigen kann, ist im Alltag oft darauf angewiesen, dass andere Bedürfnisse erraten. Genau hier setzt Neural Drive an: Das Start-up aus Singapur entwickelt ein handtellergroßes, nicht-invasives Gehirn-Computer-Interface (Brain-Computer Interface, BCI), das bewusste Blinzel- und Nervensignale in einfache Befehle übersetzen soll. Dafür ist keine Operation nötig.
Wichtig ist die Einordnung: Neural Drive wird nicht als System beschrieben, das beliebige Gedanken frei ausliest. Der Ansatz ist deutlich begrenzter und praktischer. Er soll Menschen mit schweren Sprach- und Bewegungseinschränkungen ermöglichen, grundlegende Bedürfnisse mitzuteilen, Auswahlentscheidungen zu treffen und bestimmte Geräte zu steuern.
Die tragbaren Sensoren sitzen über einem Auge und hinter beiden Ohren. Sie erfassen Signale der Elektrookulografie (EOG), die mit Augenbewegungen zusammenhängen, sowie Signale der Elektroenzephalografie (EEG), also elektrische Aktivität des Gehirns, und weitere neuronale Biosignale. Ein KI-Modell wertet diese Daten aus. Nach Angaben des Unternehmens und seiner Partner lässt sich das System in etwa zehn Sekunden kalibrieren.
Die Bedienung erfolgt nach dem bisher beschriebenen Prinzip eines individuellen Auswahlmenüs:
Der Vorteil dieses Ansatzes: Er hängt nicht vollständig von präzisen Handbewegungen, verständlicher Sprache oder dauerhaft stabilem Blickkontakt ab. Zugleich bleibt die Zahl der möglichen Befehle zunächst überschaubar. Für wichtige Alltagssituationen kann das leichter zu strukturieren und zu überprüfen sein als der Versuch, offene Gedanken direkt zu entschlüsseln.
Die bisher genannten Anwendungsfälle konzentrieren sich auf alltägliche Bedürfnisse und bekannte digitale Dienste. Ein personalisiertes Menü kann beispielsweise folgende Optionen enthalten:
Über den angeschlossenen Laptop oder das Tablet soll das System außerdem mit externen Apps und Geräten zusammenarbeiten können. Genannt wurden unter anderem einfache, vorformulierte WhatsApp-Nachrichten, YouTube-Videos und Funktionen eines Smart Homes.
Das bedeutet nicht, dass jede Nutzerin und jeder Nutzer automatisch alle Funktionen von WhatsApp, YouTube oder einem Smart-Home-System bedienen kann. Die verfügbaren Berichte beziehen sich auf ausgewählte Aktionen und individuell eingerichtete Menüs – nicht auf einen uneingeschränkten Zugriff auf die jeweiligen Apps.
Das Tan Tock Seng Hospital (TTSH) in Singapur kündigte eine 18-monatige klinische Studie an, die im Juni 2026 beginnen und rund 30 Patientinnen und Patienten einbeziehen soll. Vorgesehen sind unter anderem Menschen nach einem Schlaganfall mit Kommunikations- und Bewegungseinschränkungen, Menschen mit Motoneuronerkrankung sowie Menschen mit Zerebralparese.
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob das Gerät in einer Demonstration funktioniert, sondern ob es im Pflege- und Therapiealltag schnell und zuverlässig genug ist. Untersucht werden soll insbesondere, ob es Menschen unterstützt, die herkömmliche Möglichkeiten wie Sprechen, Handschrift, Tippen, Zeigen oder stabilen Blickkontakt kaum nutzen können.
TTSH soll außerdem prüfen, ob sich die Technik in die Sprachtherapie und Versorgung integrieren lässt – von der Akutbehandlung über die Rehabilitation bis hin zum Einsatz zu Hause. Erst eine solche Untersuchung kann zeigen, wie gut das System bei unterschiedlichen Erkrankungen, Fähigkeiten und Betreuungssituationen funktioniert.
Der genannte Krankenhauspreis für ein Neural-Drive-Gerät liegt bei etwa 2.500 Singapur-Dollar (S$). Vergleichbare augengesteuerte Kommunikationssysteme werden mit ungefähr 10.000 bis 25.000 S$ angegeben. Allerdings hängt die Eignung stark von der jeweiligen Person ab: Manche Menschen können den erforderlichen Blickfokus oder die nötige Kopfstabilität nicht lange aufrechterhalten.
Eine weitere Alternative sind intrakortikale BCIs. Dabei werden Elektroden operativ direkt im Gehirn implantiert. Sie können besonders detaillierte neuronale Signale erfassen und unter Umständen die Steuerung von Computern oder Smartphones ermöglichen. Dafür sind jedoch ein chirurgischer Eingriff, medizinische Risiken und erheblicher technischer Betreuungsaufwand erforderlich.
Der mögliche Vorteil von Neural Drive liegt daher nicht darin, bei der Signalauflösung mit einem implantierten System gleichzuziehen. Der Ansatz besteht vielmehr in externen Elektroden als weniger invasiver und potenziell günstigerer Lösung für eine begrenzte Zahl besonders wichtiger Kommunikationsaufgaben. Ob dieser Kompromiss im Alltag trägt, soll die Studie am TTSH zeigen.
Neural Drive wurde Anfang 2025 von Khambhati Mohammed Huzefa, Kaushik Manian, Nyan Lin und Raymond Loong Ng gegründet. Die vier Gründer lernten sich bei Hackathons kennen und stammen aus der Technologie- und Ingenieurszene Singapurs.
Huzefa erklärte, seine Erfahrung als Sanitäter bei der Singapore Civil Defence Force habe die Ausrichtung des Unternehmens beeinflusst. Dort begegnete er Schlaganfallpatienten, die bei Bewusstsein waren, ihren Angehörigen oder dem medizinischen Personal aber nicht mitteilen konnten, ob sie Schmerzen hatten oder etwas benötigten.
Diese Erfahrung hilft zu erklären, warum das Produkt auf kurze, konkrete Aussagen ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt steht nicht in erster Linie eine futuristische Demonstration „gedankengesteuerter“ Computer, sondern die Verringerung des Rätselns, wenn es um grundlegende Bedürfnisse geht.
Das Team berichtete von zweiwöchigen Heimtests mit rund 60 Nutzerinnen und Nutzern, um Rückmeldungen zu sammeln. In einem geschilderten Fall ging es um einen 67-jährigen Schlaganfallüberlebenden. Seine Familie hatte sich zuvor auf Laute und Vermutungen verlassen, weil er keine klaren Wörter bilden konnte. Das Gerät sollte ihm stattdessen ermöglichen, einfache und direkte Entscheidungen zu treffen.
Solche Berichte deuten auf einen möglichen praktischen Nutzen für Betroffene und Angehörige hin. Sie sind jedoch frühe Beobachtungen aus Nutzer- und Feedbacktests und noch kein veröffentlichter Nachweis einer klinischen Wirksamkeit. Die formelle Studie am TTSH ist daher der wichtigere Test für Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und medizinischen Nutzen.
Die vorliegenden Berichte stützen die Aussagen zum nicht-invasiven Aufbau, zum genannten Krankenhauspreis und zur geplanten Studie am TTSH. Sie belegen jedoch nicht, dass das Gerät bereits eine Krankenhaus- oder Zulassungsfreigabe erhalten hat. Auch ein konkreter Zeitplan für den direkten Verkauf an Privatpersonen ist daraus nicht ersichtlich.
Ebenso lässt sich aus den verfügbaren Informationen keine verbindliche Zusage ableiten, 1.000 Geräte zu spenden. Ein möglicherweise vergünstigter Preis von 500 S$ für lokale Familien bis Ende 2026 oder Anfang 2027 wurde berichtet, sollte aber als Erwartung und nicht als bestätigtes Verkaufsprogramm verstanden werden.
Für Menschen, die sich nicht zuverlässig äußern oder bewegen können, ist es mehr als eine Komfortfunktion, Hilfe anzufordern, Essen auszuwählen, eine Nachricht zu senden oder ein Licht einzuschalten. Es kann einen direkten Kanal für eigene Wünsche schaffen – ohne dass jede Entscheidung vollständig durch die Interpretation einer Betreuungsperson gehen muss.
Darin liegt der überzeugendste Anwendungsfall von Neural Drive: eine vergleichsweise einfache Schnittstelle, die alltägliche Selbstbestimmung ermöglichen soll, ohne dass ein Eingriff am Gehirn nötig ist. Ob sie dieses Versprechen dauerhaft und für welche Patientengruppen einlösen kann, werden jedoch die klinischen Ergebnisse zeigen – nicht allein die frühen Demonstrationen.
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Neural Drive nutzt Elektroden über einem Auge und hinter den Ohren, um Augenbewegungen, Gehirnströme und weitere Nervensignale zu erfassen.
Neural Drive nutzt Elektroden über einem Auge und hinter den Ohren, um Augenbewegungen, Gehirnströme und weitere Nervensignale zu erfassen. Das Tan Tock Seng Hospital plant ab Juni 2026 eine 18 monatige Studie mit rund 30 Teilnehmenden, darunter Schlaganfallüberlebende, Menschen mit Motoneuronerkrankung und Menschen mit Zerebralparese.
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