Microsoft will Copilot vom Assistenten für einzelne Fragen zu einer Oberfläche machen, in der Arbeit auch erledigt und delegiert wird. Die am 25. September 2026 vorgestellte App bringt dafür Chat, Word, Excel und PowerPoint, die Erstellung kleiner Anwendungen und länger arbeitende KI-Agenten zusammen.
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49 Die neue Oberfläche soll private und geschäftliche Nutzung abdecken; die angekündigten Funktionen richten sich allerdings besonders an den Arbeitsalltag.
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Drei Bereiche, drei Arten von Aufgaben
Home ist der Einstieg für Gespräche und Dokumente. Hier treffen Copilot Chat und Cowork aufeinander. Cowork soll mehrstufige Aufgaben übernehmen, während sich Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien direkt in Copilot erstellen und bearbeiten lassen. Die ergänzende Funktion Today soll zeigen, was liegen geblieben ist und was Aufmerksamkeit braucht. Für sie ist eine geschlossene Testphase im Oktober geplant.
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Code richtet sich an Menschen, die ein arbeitsbezogenes Tool brauchen, ohne es selbst programmieren zu wollen. Wer etwa einen Tracker, ein Dashboard oder eine Automatisierung beschreibt, soll Copilot daraus eine Anwendung erstellen lassen können. Laut Berichten nutzt Code zugrunde liegende Technik von GitHub Copilot und läuft in einer abgeschotteten Umgebung innerhalb des Microsoft-365-Mandanten eines Unternehmens – also seiner eigenen Organisationsumgebung. Das ist keine pauschale Zusage, dass jede damit erstellte Anwendung automatisch sicher oder regelkonform ist.
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Autopilot ist für fortlaufend delegierte Arbeit gedacht. Der zuvor Scout genannte Agent lässt sich mit einem Namen, einer Rolle und einem Ziel einrichten und soll innerhalb von Microsoft 365 weiterarbeiten, auch wenn die beauftragende Person nicht online ist. Ob das im Alltag nützt und welche Aufsicht nötig ist, müssen die Testphasen erst zeigen.
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Warum Microsoft alles zusammenführt
Microsoft-Chef Satya Nadella hatte die gemeinsame App bereits im Juli als Angebot für private und geschäftliche Nutzung beschrieben. Eine einheitliche Oberfläche bedeutet aber nicht, dass beide Gruppen dieselben Funktionen, Lizenzen oder Verwaltungsoptionen erhalten.
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Für Microsoft geht es auch darum, Copilot für mehr Unternehmenskunden attraktiv zu machen. Ein Bericht schätzt, dass weniger als 7 Prozent von mehr als 450 Millionen kommerziellen Office-365-Lizenzen um das kostenpflichtige Copilot-Zusatzangebot ergänzt wurden; die vorliegenden Quellen bestätigen diese Rechnung nicht unabhängig. Mehr Aufgaben in einer App könnten den Nutzen einer Lizenz erhöhen. Ob dadurch tatsächlich mehr Menschen Copilot kaufen oder regelmäßig verwenden, ist offen.
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Zugleich positioniert Microsoft seine Kombination aus Produktivitätssoftware, App-Erstellung und KI-Agenten gegen Anbieter wie Anthropic. Wie gut die enge Einbindung in Microsoft 365 im Vergleich bei Nutzen, Verwaltung und Kosten abschneidet, ist noch nicht belegt.
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Der Haken: Testzugang und zusätzliche Abrechnung
Microsoft unterscheidet zwischen einer nutzerbezogenen Copilot-Lizenz für alltägliche Funktionen und einer nutzungsabhängigen Abrechnung in „Copilot Credits“ für Cowork und andere fortgeschrittene Aufgaben. Berichten zufolge werden auch Code und Autopilot nach Nutzung berechnet. Was ein Team bei regelmäßigem Einsatz insgesamt zahlen würde, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht verlässlich bestimmen.
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Hinzu kommt: Die Ankündigung ist keine allgemeine Freigabe aller Funktionen. Home und Code sollen zunächst über Microsofts Frühzugangsprogramm Frontier verfügbar werden. Autopilot soll Ende September in eine geschlossene Testphase gehen, Today im Oktober.
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Für Unternehmen zählt damit weniger die Zahl neuer Reiter als eine praktische Frage: Lassen sich damit nützliche Aufgaben erledigen – mit ausreichender Kontrolle und kalkulierbaren Kosten?